Ein Stück «Lebensqualität»

Pack die Abstandsnudel ein! Freibäder starten in die Saison

Autor: 
dpa
Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
20. Mai 2020
Neue Aufgaben: Der Schwimmmeister Björn Bendias in Ochtrup desinfiziert zwischen zwei Schwimmzeiten die Handläufe neben dem Schwimmbecken im Bergfreibad. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Neue Aufgaben: Der Schwimmmeister Björn Bendias in Ochtrup desinfiziert zwischen zwei Schwimmzeiten die Handläufe neben dem Schwimmbecken im Bergfreibad. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa ©Foto: dpa

Nach Wochen der Corona-Unsicherheit dürfen in etlichen Bundesländern die Freibäder wieder öffnen. Der spontane Besuch nach der Arbeit wird vielerorts aber nicht möglich sein - und auch sonst gelten etliche Auflagen.

Berlin - Planschen nur mit Abstand, Besuche nur mit Voranmeldung und Warteschlangen vor den Becken: Zahlreiche Freibäder starten im Schatten der Corona-Pandemie in die Sommersaison.

In Sachsen dürfen die Bäder schon seit dem 15. Mai wieder die Pforten öffnen, in Nordrhein-Westfalen seit diesen Mittwoch (20.5.). Andere Bundesländer ziehen in den kommenden Wochen nach, Hessen will die Bäder zumindest für Vereine wieder öffnen. Bayern oder Baden-Württemberg wollen noch abwarten. Doch wie wird der Besuch zwischen Pommesbude, Liegewiese und Sprungturm?

Online-Buchungen und Zeitfenster

Gerade an heißen Sommertagen sehnen sich viele nach dem Sprung ins kühle Nass. Doch diesen Sommer wird die schnelle Schwimmrunde nach Feierabend nicht überall uneingeschränkt möglich sein, wie Christian Ochsenbauer, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen (DGfB), erklärt. Um die Besucherströme zu kanalisieren, wollen viele Bäder Zeitkarten anbieten. So etwa in den Betrieben der "Kölnbäder", wo Kunden nur mit E-Tickets eingelassen werden. "Spontanbesuche sind nicht vorgesehen", sagt die Pressesprecherin Franziska Graalmann. Mit den Online-Registrierung kämen die Bäder auch gleichzeitig ihrer Nachweispflicht nach. Auch in Berlin, wo die ersten Bäder zum 25. Mai wieder öffnen wollen, wird ein solches Konzept geplant.

Abstand, Abstand, Abstand

Ob auf der Liegewiese, beim Anstehen am Sprungturm oder im Becken: Abstand ist das Gebot der Stunde. In Köln oder Düsseldorf werden schon Markierungen auf dem Boden angebracht, in einigen Bädern sollen die Schwimmbahnen nur in eine Richtung beschwommen werden dürfen. Die rund 1,50 Meter langen Poolnudeln dienen bisweilen als Abstandshalter. Die DGfB empfiehlt, die Personenanzahl in den Becken zu begrenzen. "Es kann dann schon passieren, dass die Leute in einer Warteschlange vor dem Becken stehen müssen", sagt Ochsenbauer. Auch auf den Liegewiesen gelten die bekannten Abstands- und Kontaktgebote.

- Anzeige -

Neue Aufgaben für Bademeister

Wie die Besucher mit den neuen Regeln umgehen, kann niemand vorhersagen. Betreiber wie "Kölnbäder" setzen auf die Vernunft ihrer Kundschaft. "Wir hoffen darauf, dass die ein oder anderen Dinge schon gelernt worden sind", sagt Graalmann. Trotzdem werde das Personal dazu angehalten, Abstandsregeln zu kontrollieren und gegebenenfalls zu ermahnen. Wer sich partout nicht daran halten will, muss das Bad verlassen. Auf den Wiesen sollen auch Security-Kräfte sicherstellen, dass sich keine größeren Gruppen bilden. Neue Aufgaben kommen auf die Bademeister zu. DGfB-Geschäftsführer Ochsenbauer schlägt vor, dass sie die Badenden zählen und die Becken gegebenenfalls sperren sollen.

Was dem Virus den Garaus machen soll

Die Abstandsregeln sollen sicherstellen, dass sich das Coronavirus nicht über die Luft verbreitet. Darüber hinaus gilt: Desinfizieren was geht! Sanitäre Einrichtungen sollen öfter gereinigt werden, in Berlin bleiben Umkleiden und Duschräume gleich ganz geschlossen. Einige Bäder planen auch, alle paar Stunden den Betrieb zu unterbrechen und eine Grundreinigung vorzunehmen, wie Ochsenbauer berichtet. Sorgen machen, dass sich das Virus über das Wasser verbreitet, muss sich übrigens niemand: Nach Angaben des Umweltbundesamtes sorgen Filtration und Desinfektion in herkömmlichem Schwimmbadwasser dafür, dass Viren verlässlich inaktiviert werden.

Ein Stück Normalität

Trotz der Corona-Vorzeichen versuchen viele Betreiber so etwas wie Normalität herzustellen. In den meisten Bädern sollen die Kleinen auch in den Kinderplanschbecken toben können, erzählt Ochsenbauer. Auch den obligatorischen Freibad-Pommes steht meist nichts im Wege, die Gastronomie ist vielerorts geöffnet. Und unter Einhaltung der Abstandsregeln sollen auch Attraktionen wie Sprungtürme und Rutschen für die Besucher zugänglich sein. Neben Sicherheit und Hygiene gehe es nämlich auch noch um eine andere Sache, sagt Ochsenbauer: "Lebensqualität".

Das könnte Sie auch interessieren

- Anzeige -
  • Eine reduzierte Formensprache, robuste Materialien und eine seriöse Optik zeichnen Möbel von Musterring aus.
    25.05.2020
    Möbel RiVo in Achern: Wohnwelt auf 8000 Quadratmetern
    Bei der Einrichtung zählt einzig und allein der persönliche Geschmack. Und Geschmack ist bekanntlich vielseitig. Gerade deshalb bietet das Einrichtungshaus Möbel RiVo in Achern-Fautenbach eine riesige Auswahl an Markenkollektionen von Top-Designern und -Herstellern wie Musterring.
  • Schöne Outdoor-Möbel bringen Farbe in den Garten.
    18.05.2020
    Mit Bühler Einrichtungen "Freiräume" nach Wunsch gestalten
    Kaum blitzt im Frühling die Sonne noch etwas schüchtern durch die Wolken, freuen sich Garten- und Terrassenbesitzer darauf, schon bald wieder ihr Outdoor-Wohnzimmer nutzen zu können. Für Ihre grüne Oase sind Sie noch auf der Suche nach schicken und eventuell nicht ganz alltäglichen Hinguckern? Dann...
  • Schulabschluss in der Tasche - und was nun? IHK und Wirtschaftsjunioren Ortenau helfen bei der Orientierung.
    14.05.2020
    Mit IHK und Wirtschaftsjunioren: Die Zukunft beginnt jetzt!
    Ausbildung? Weiterführende Schule? Ein Studium - oder vielleicht eine tolle Kombi zwischen Theorie und Praxis? Die letzten Schulwochen sind angebrochen und du hast noch keinen blassen Schimmer, wie es weitergehen soll? Dann probier’ doch einfach aus, was dir Spaß macht! Mit der Beratung der...
  • Wohnküchen sind der Mittelpunkt des modernen Wohnens.
    13.05.2020
    Fischen Sie sich jetzt Ihre Traumküche
    Sie bauen gerade oder wollen Ihre Küche endlich einmal rundum erneuern? Egal, wie die Traumküche auch aussieht, die Experten von Fischer Küchen planen mit Ihnen gemeinsam eine Küche, die genau passt – ganz nach Maß. Extra-Plus: Sichern Sie sich einen Multidampfgarer im Wert von 1899 Euro zum Preis...