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175 Jahre Illenau

Psychiatrische Anstalt, Herberge für Streitkräfte, Sitz des Acherner Rathauses - Die Illenau feiert 175-jähriges Bestehen.

In der Illenau entstand 1842 eine Großherzogliche Anstalt für psychisch Kranke. Im Dritten Reich wurde diese dann geschlossen und die Insassen deportiert. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren dort französische Streitkräfte beherbergt. Inzwischen ist die historische Illenau fast vollständig saniert und restauriert. Hier sind das Acherner Rathaus, Behörden und Einrichtungen untergebracht.

Mädchen des Gymnasiums Achern gestalteten die Gedenkveranstaltung. Hinten rechts OB Klaus Muttach. davor Zeitzeugin Helene Lanig, links dahinter Lehrer Wolfram Ehmann und Stadtarchivarin Andrea Rumpf.
29. Juni 2017

»Bedrückend und tief beeindruckend«, wie abschließend von Oberbürgermeister Klaus Muttach zusammengefasst, war die Gedenkfeier am Dienstag anlässlich des 75. Jahrestags der Verschleppung polnischer Mädchen in die Illenau. 

Klaus Muttach hat den Rahmenplan Illenau, der aus der baulichen Ruine ein modernes Behördenzentrum in schönem Ambiente werden ließ, im stillen Kämmerlein selbst entworfen. Bund und Land beteiligten sich mit 11,8 Mio. Euro. Gerne hätte er auch das Polizeirevier und das Finanzamt in der Illenau gesehen, doch dafür kam sein Plan zu spät.
16. Juni 2017

»Oh Gott«, entfuhr es Klaus Muttach, als er im OB-Wahlkampf 2007 vor der damaligen Ruine der Illenau stand. »Entweder schaffe ich dieses Projekt oder es wird mich schaffen«, dachte er damals. Er hat es geschafft. Unter OB Muttach wurde die Illenau zum schmucken Behördenzentrum. Mit dieser Folge endet unsere Serie »175 Jahre Illenau«.

Seinem großen Einsatz haben die Acherner zu verdanken, dass sie heute die Illenau gestalten können. Noch heute hält sich Reinhart Köstlin gerne in der Illenau auf, wo er auch seinen 75. Geburtstag feierte.
09. Juni 2017

Die Illenau gehört in weiten Teilen der Stadt Achern. Doch was heute selbstverständlich ist, musste der damalige Oberbürgermeister Reinhart Köstlin in den 90er Jahren gegen etliche Widerstände hart erkämpfen.

Nach anfänglichem Misstrauen wuchsen die französischen Soldaten und die Acherner Bevölkerung immer mehr zusammen. Bei Veranstaltungen zeigten die Soldaten den Bürgern dann auch gerne einiges aus ihrem Berufsalltag.
02. Juni 2017

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde aus der Illenau eine Kaserne für die französischen Besatzungstruppen. Nachdem die Franzosen von der Bevölkerung in den ersten Jahren noch argwöhnisch betrachtet wurden, entstand später ein herzliches Verhältnis.

Die Nationalsozialisten übernahmen die Heilanstalt Illenau und schlossen sie Ende 1940. Zuvor hatten sie die als »lebensunwert« eingestuften Patienten umbringen lassen.
26. Mai 2017

Mit der menschenverachtenden Ideologie der Nationalsozialisten kam das Ende der Illenau. Der letzte Direktor Hans Roemer versuchte trotz frühen Zuspruchs zu den neuen Machthabern so viele Patienten wie möglich zu retten, doch viele wurden umgebracht. In die Anstalt zogen Kinder aus Südtirol ein – und verschleppte Mädchen aus Polen.

Ingrid von Beyme sprach in Achern zum Thema »Wahre Portraits? – Selbstdarstellungen von Anstaltsinsassen zwischen Realität und Vorstellung um 1900«.
20. Mai 2017

Thema des zweiten Vortrags im Rahmen des Jubiläums »175 Jahre Illenau« lautete »Wahre Portraits? – Selbstdarstellungen von Anstaltsinsassen zwischen Realität und Vorstellung um 1900«. Referentin in den Illenau-Werkstätten war Ingrid von Beyme, stellvertretende Leiterin der Sammlung Prinzhorn in Heidelberg.

Ein Blick in das Küchengebäude der Illenau während des Anstaltsbetriebs. Heute (kleines Foto) sind in dem Gebäude Einrichtungen des Landratsamts untergebracht.
19. Mai 2017

In unserer Serie »175 Jahre Illenau« haben wir nun das 20. Jahrhundert erreicht. In der heutigen, vierten Folge wird die Zeit bis zum Dritten Reich beleuchtet. Der Erste Weltkrieg veränderte auch das Leben in der Illenau.

Thomas Röske referierte in den Illenau-Werkstätten über das Thema »Das Bild des Irren in der Kunst«.
13. Mai 2017

Innerhalb des Jubiläums »175 Jahre Illenau« stehen zwei Vorträge zum Thema »das Bild des Irren in der Kunst« auf dem Festprogramm. Am Donnerstagabend durften die Veranstalter, die »gong«-Kulturreihe Achern und das Forum Illenau, Thomas Röske begrüßen. Röske, er hat Kunstwissenschaften und Psychologie studiert, ist der Leiter der Sammlung Prinzhorn in Heidelberg. »Eines der wohl außergewöhnlichsten Museen weltweit«, so Winfried Hoggenmüller.

Illenau-Patientinnen beim Gemüseputzen: Auch so konnte der Alltag in der damaligen Heil- und Pflegeanstalt aussehen.
12. Mai 2017

In der dritten Folge unserer Serie »175 Jahre Illenau« blicken wir in den pflegerischen Alltag der Heilanstalt. Wie ging es dort zu im 19. Jahrhundert unter Christian Roller und Karl Hergt?

05. Mai 2017

In der zweiten Folge unserer Serie »175 Jahre Illenau« geht es um die Anfänge der Anstalt in der Illenau. Die ersten Jahrzehnte wurden geprägt von Christian Roller.
 

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