Kinder

14 Robby-Gewinner haben die »Grube Wenzel« erkundet

Autor: 
Katrin Mosmann
Lesezeit 6 Minuten
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29. Juli 2019

©Katrin Mosmann

14 Gewinner von Robbys Sommeraktion in der »Grube Wenzel« in Oberwolfach erkundeten das ehemalige Silberbergwerk mit Grubenführer Martin Schuler. Bei kühlen zwölf Grad haben sie spannende Sachen gelernt.
 

Samstagvormittag, 10 Uhr: Lotta, Lea, Lisa-Marie, Alisia, Ann-Kathrin, Leon, Jakob, Janika, Leonard, Roman, Amelie, Johanna, Amelie-Sofie und Sina-Marie schlüpfen in Gummistiefel und Regenjacken. Sie setzen Helme auf, befestigen daran eine Stirnlampe. Draußen hat es etwa 28 Grad, dennoch haben die Robby-Leser Pullis unter ihren Jacken an. Denn gleich geht es hinein in die »Grube Wenzel« in Oberwolfach, wo das ganze Jahr über konstant zwölf Grad herrschen. Warum das wichtig ist, erfahren die Gewinner der Robby-Aktion keine zehn Minuten später von Grubenführer Martin Schuler. Da ist die Gruppe schon einige Meter im Berg drinnen, hat bereits gelernt, dass sich Bergleute mit »Glück auf« begrüßen, wenn sie sich unterwegs treffen und dass in dem ehemals aktiven Bergwerk einst Silbererz abgebaut wurde. »Zwölf Grad haben wir drinnen, weil wir sonst vermutlich oft gar nicht hinein dürften. Wäre es im Winter nämlich kälter, würden hier überall Fledermäuse hängen, die wir nicht stören dürften.« 

Zuvor hatte der Grubenführer den jungen Gewinnern bereits versprochen: »Ihr dürft in der Grube matschen und eure Schuhe dürfen dreckig werden.« Und das lassen sich die Robby-Leser natürlich nicht zweimal sagen. Sie stampfen durch die Pfützen am Boden, denn im Bergwerk ist es feucht und überall fließen kleine Wasserrinnsale. Die Gänge werden immer enger und Grubenführer Martin Schuler muss seinen Kopf einziehen, um nicht an der Decke anzustoßen. Da sind die »kleinen« Gewinner ganz klar im Vorteil. An einer etwas breiteren Stelle hält die Gruppe an, die Kinder haben etwas Glitschiges an der Wand entdeckt. »Ihr dürft das ruhig berühren. Es sieht nur aus wie Schleim. Eigentlich ist es aber Kalk, der über das Wasser von oben in den Berg hineinkommt.« 

Wenige Meter später entdecken die Gewinner an der Wand Werkzeug, altes Werkzeug. »Mit Hammer und Meißel haben sich die Leute früher in den Berg hineingearbeitet«, verrät Schuler. »Heute wird in aktiven Bergwerken gesprengt, das geht deutlich schneller, denn früher haben die Bergleute pro Tag gerade mal zwei Zentimeter geschafft, obwohl sie den ganzen Tag geklopft haben. Für einen langen Gang brauchten sie also sage und schreibe 20 Jahre.« 


Für Schmunzeln sorgt Schuler, als er den Gewinnern erklärt, dass die Schürzen, die die Bergleute einst trugen, Arschleder genannt wurden. »Dafür gab es kein anderes Wort.« Auch den Sinn und Zweck der spitzen Mützen, die frühe Bergleute trugen, kennt Schuler: »Zwischen Kopf und Mützenzipfel war Stroh. Hat die Mütze an der Decke gestreift, wussten die Bergleute, dass sie den Kopf einziehen mussten, denn Helme wie heute gab es damals nicht.«


Allerdings seien die Bergleute auch deutlich kleiner gewesen: »Ihr kennt doch bestimmt das Märchen von Schneewittchen und den sieben Zwergen. Ich muss euch leider sagen,dass es keine Zwerge gibt und diese stattdessen schlicht Bergleute waren. Aber das ist ja ohnehin nur ein Märchen.«


Die Gruppe ist mittlerweile schon ein richtig großes Stück in den Berg hineingegangen. An einem besonders engen Gang halten die Gewinner und ihr Grubenführer an: »Das ist ein Kindertunnel. Der ist wirklich eng. Wer traut sich dennoch hineinzugehen?«, will Schuler wissen. Leonard, Jakob, Lea und einige andere sind natürlich sofort dabei. »Hui, der war wirklich sehr eng, zu eng«, sagt Jakob und Lea gibt zu: »Ich habe mir fünf Mal den Kopf angeschlagen. Zum Glück habe ich den Helm.« Dennoch wagen sich Leonard, Leon, Amelie und Johanna bis ganz nach hinten in den Tunnel. Martin Schuler hat nämlich versprochen, dass dann Wasser aus dem Tunnel nach draußen laufen wird. Und siehe da: Tatsächlich, nur wenige Momente, nachdem die Mutigen im Gang verschwunden sind, läuft Wasser nach draußen. »Dort hinten steht das Wasser, wenn die Kinder dann hineingehen, fließt es ab«, sagt Schuler.  

Im nächsten Gang steht eine Schubkarre: »Mit einer solchen haben die Scheidbuben Steine, die kein Silber enthalten haben, aussortiert und abtransportiert. Etwa auf den Schutthaufen, den ihr in dem kleinen Nachbarsgang seht«, zeigt Martin Schuler. Er erzählt auch, dass früher Frauen im Bergwerk nicht erwünscht waren: »Die Menschen waren abergläubisch und dachten, das würde Unglück bringen. Heute ist das anders. Da arbeiten auch Frauen in Bergwerken.« 

Beim Weitergehen haben die Gewinner einen Heidenspaß mit Huuuuhhhh-Rufen ein wenig herumzuspuken, ehe alle an einem Gitter anhalten. Dieses gibt einem den Blick nach unten frei. »Hier geht es 34 Meter in die Tiefe. Dort unten arbeiten heute Männer, die hier eine Art Treppenhaus bauen. Sogar der Obersteiger, der Chef vom Bergwerk, ist gerade da.« Von einer Plattform aus wagen einige Gewinner den Blick nach unten. Und da passiert es: Eine Stirnlampfe fällt in die Tiefe!

»Das macht nichts, das hält die Lampe aus«, sagt Schuler. »Irgendein Arbeiter wird sie mit hinaufbringen.« Und ob ihr es glaubt oder nicht, keine 30 Minuten später ist die kleine Gewinnerin, der die Leuchte abhanden kam, wieder in deren Besitz. Ein Arbeiter hat sie gefunden und der Gruppe vorbeigebracht. Und während die 14 Gewinner gerade zum ersten Mal tatsächlich Silber im Berg entdecken, das wie kleine Wasseradern durch weißes Gestein verläuft, erfahren sie von dem Bergarbeiter, den sie nun mit Fragen löchern dürfen, dass die Leute früher morgens zu Hause gefrühstückt haben und dann einen Beutel mit einem Vesper mit in den Berg genommen haben. »Die, die ein bisschen wohlhabender waren, hatten noch ein Stück Speck dabei, das hat Energie gegeben.«


Mit spannenden Geschichten rund um die frühen Bergarbeiten sowie Infos darüber, warum am Boden Holzleisten zu sehen sind – für den Grubenhund, mit dem Steine abtransportiert wurden – oder wie die Bergleute damals ihr Geschäft verrichtet haben und warum es besser war, sich im Berg zu benehmen, weil man sonst schnell mal zum Kübelwirt ernannt wurde (einer wirklich stinkigen Angelegenheit), machte sich die Gruppe nach rund 90 Minuten wieder auf den Weg nach draußen. Allesamt begeistert und motiviert, auf jeden Fall einmal wieder nach Oberwolfach in die »Grube Wenzel« zu kommen. Denn dort gibt es einfach jede Menge spannende Dinge und Naturschätze zu entdecken. 

So erreicht ihr Robby Rheinschnake

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