Interview

"Aus dem Wolf wurde der Hund, der beste Freund des Menschen"

Autor: 
Katrin Mosmann
Lesezeit 4 Minuten
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20. Januar 2020

Wölfe sind in der kühlen Jahreszeit besonders aktiv. Teresa Carl (kleines Foto) verrät im Interview mit den Kindernachrichten viele spannende Dinge über die Tiere. ©Archiv

Eine tolle Veranstaltung für Kinder gibt es im Februar im Alternativen Wolf- und Bärenpark in Bad Rippoldsau-Schapbach. Im Kurs „Wölfisch für Anfänger“ lernen Kinder die geheime Sprache der Wölfe. Robby darf zwei Kinder zu dem Kurs schicken und hat vorab mit Teresa Carl, der stellvertretenden Parkleiterin, über die Tiere und die Veranstaltung gesprochen.

Der Winter ist Wolfszeit, haben Sie uns mal verraten. Mögen Wölfe denn keinen Sommer?
Teresa Carl: Doch, Wölfe mögen den Sommer schon. Allerdings suchen sie sich an besonders heißen Tagen gerne ein schattiges Plätzchen – genau wie wir Menschen. Und da sich die Graupelze sowieso meistens lieber im blickdichten Dickicht von Hecken und Bäumen aufhalten, sind im Sommer ideale Versteckmöglichkeiten geboten. Aber Winterzeit ist nun mal Wolfszeit. Die Graupelze sind zu dieser Jahreszeit sehr aktiv und viel unterwegs. In nächster Zeit werden sie noch aktiver, denn im Frühjahr ist Paarungszeit. Oder wie Fachleute sagen würden: Ranzzeit. In dieser Zeit suchen sich die Wölfe einen Partner beziehungsweise eine Partnerin, mit der sie für den Rest ihres Lebens zusammenbleiben und eine Wolfsfamilie gründen. Wenn ihr Glück habt, könnt ihr die Wölfe bei uns in dieser Zeit heulen hören.

Seit wann gibt es denn Wölfe? Schon zu Zeiten der Dinosaurier? Und gibt/gab es Wölfe denn weltweit?
Carl: Wölfe gibt es schon sehr sehr lange. Zu Zeiten der Dinosaurier haben sie aber noch nicht gelebt. Der Wolf gehörte ursprünglich (bevor es uns Menschen gab) zu den Landsäugetieren auf der Erde, die am weitesten verbreitet waren. Doch das ist Vergangenheit. Aber es gibt sie trotzdem noch in vielen Ländern unserer Erde, da die Graupelze sich sehr gut an unterschiedliche Lebensräume anpassen können. Auf der Nordhalbkugel leben sie besonders gerne.

In Deutschland gibt es kaum mehr Wölfe. Auch hier im Wolftal nicht. Warum?
Carl: Seit über 20 Jahren gibt es wieder Wölfe in Deutschland. Davor gab es sie über 150 Jahre lang nicht mehr bei uns, da der Mensch den Wolf als Bedrohung angesehen hat und Angst vor ihm hatte. Der Mensch hat ihn damals gejagt und bis zum letzten Tier getötet. Heute leben zum Glück wieder einige Wölfe in Deutschland, die sich ihre Heimat zurückerobert haben – auch hier im Wolftal hat der eine oder andere Graupelz in den letzten Jahren vorbeigeschaut. Und viele Leute sind überrascht, wie viele Wölfe in Deutschland schon leben. Was meint ihr? Laut aktuellen Schätzungen leben rund 700 bis 1000 Tiere in Deutschland. Hierbei werden die Welpen und Jungwölfe genauso gezählt wie die erwachsenen Wölfe. 

Wie kommt das?
Carl: In den vergangenen Jahren wurden immer mal wieder Wölfe in Deutschland gesichtet. Die Wölfe können sehr weite Strecken zurücklegen und sind tolle Wanderer. Für ihn sind 60 Kilometer „Pfotenweg“ nicht besonders weit. Aber aufgepasst – nicht jeder gesehene „Wolf“ ist auch wirklich ein Wolf. Oftmals kommt es auch zu Verwechslungen mit Hunden. Denn Wölfe gehen dem Menschen in der Regel aus dem Weg und leben zurückgezogen.

Stammt der Hund denn wirklich vom Wolf ab? 
Carl: Ja genau, der Hund stammt tatsächlich vom Wolf ab. Es wird vermutet, dass der Mensch sich früher die Jagdstrategien vom Wolf abgeschaut hat, bevor er dann gemeinsam mit dem Wolf zur Jagd gegangen ist. Denn der Mensch und der Wolf essen beide gerne Reh oder Wildschwein. Laut wissenschaftlichen Untersuchungen von Knochenfunden gab es schon vor circa 14 000 Jahren Hunde. Aus der anfänglichen Jagdgemeinschaft entwickelten sich über viele Generationen hinweg verschiedenste Einsatzgebiete des Hundes. Von Hütehunden, Polizeihunden, Rettungshunden bis hin zu Haushunden. Aus dem Wolf wurde der Hund – der beste Freund des Menschen.

Im Märchen ist oft vom „bösen Wolf“ die Rede ... 
Carl: Vor sehr langer Zeit fingen die Menschen an, Schafe, Rinder und Ziegen zu halten. Wir ihr wisst, ist der Wolf ein Fleischfresser und ernährt sich vorwiegend von Reh und Wildschwein. Aber der Wolf ist ziemlich faul. Und so kann es passieren, dass der Wolf auch mal ein Schaf, das auf der Weide steht, frisst. Denn ein eingezäuntes Tier kann nicht weglaufen. In der früheren Zeit, in der eine Familie nur eine Ziege hielt, war es eine Katastrophe, wenn diese von dem Wolf geholt wurde. Denn damals bedeutete das für die Bauernfamilie meistens die Hungersnot und im schlimmsten Fall den Tod. Deswegen hatten die Menschen damals große Angst vor dem Wolf. Und die Märchen der Gebrüder Grimm wie „Rotkäppchen“ oder „Die drei kleinen Geißlein“ wurden in dieser Zeit geschrieben. So blieb kein gutes Wort für den Wolf übrig. 

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