Vogelzählung

Bei der »Stunde der Wintervögel« kann jeder mitmachen

Autor: 
Andreas Braun
Lesezeit 2 Minuten
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03. Januar 2019

Ein Spatz. ©dpa

Von Freitag bis Sonntag ist Vogelzählen angesagt: Zum neunten Mal findet dann die »Stunde der Wintervögel« statt, eine beliebte Mitmach-Aktion des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu). Die ermittelten Daten sollen helfen, Veränderungen in der Vogelwelt zu erkennen.
 

Die wohl spannendste 
Frage ist, wie Amsel und Grünfink abschneiden werden, denn beide gelten schon länger als Sorgenkinder. Während den Amseln seit 2010 das tropische Usutu-Virus zu schaffen macht, werden die Grünfinken von einem einzelligen Geißeltierchen namens »Trichomonas gallinae« geplagt. Es befällt den Verdauungstrakt der Vögel – einer von mehreren Gründen, weshalb an Futterstellen auf Hygiene geachtet werden sollte.


Mit Blick auf die Vorjahresergebnisse lassen sich für die Ortenau folgende Trends ableiten: Beim Grünfink ist seit 2013 ein Rückgang um rund 50 Prozent erkennbar, und zwar von im Mittel 2,4 auf nur noch 1,2 gezählten Exemplaren pro Garten. Die Formkurve der Amsel schwankt hingegen und hatte ihren bisherigen Tiefstwert im Januar 2014, damals mit durchschnittlich 2 pro Garten beobachteten Exemplaren. Im Vorjahr belegte dieser beliebte Drosselvogel mit im Schnitt 2,6 Amseln pro Zählplatz Platz sechs – das zweitschlechteste Ergebnis seit Bestehen der Nabu-Aktion. 


Da der warme Sommer die Ausbreitung des Krankheitserregers gefördert haben dürfte, könnte es diesmal noch schlimmer kommen. »Wir sind deshalb sehr gespannt auf die Ergebnisse und hoffen abermals auf eine hohe Beteiligung«, sagt Felix Bergmann vom Nabu-Bezirksverband Südbaden. Wie er betont, sei die Aussagekraft der Daten umso größer, je mehr Leute mitmachen würden. Letztes Jahr hatten im Ortenaukreis 626 Naturfreunde teilgenommen und dabei insgesamt 16 406 Vögel aus 71 Arten gezählt.
Ebenfalls im Blick der Experten sind manche Zugvögel, die infolge des Klimawandels zunehmend »reisefaul« werden könnten. Dies gilt vor allem für den Star, von dem vor einem Jahr 107 Exemplare in der Ortenau gezählt wurden (Platz 27). Bei anderen über kürzere Strecken ziehenden Zugvögeln – etwa Hausrotschwanz, Mönchsgrasmücke und Girlitz – war ein solch deutlicher Trend zum Hierbleiben bislang noch nicht erkennbar.


Ebenfalls nicht zu kurz kommen soll am Wochenende der Spaßfaktor: »Vogelzählen macht nämlich Freude, gerade auch mit Kindern«, hebt Biologe Bergmann den pädagogischen Wert der beliebten Mitmach-Aktion hervor. Die Stunde der Wintervögel sei daher ein ganz besonderes Erlebnis für die ganze Familie. Kurzfristig dürfte vor allem die aktuelle Witterung darüber entscheiden, wie viel an den Vogelhäuschen los sein wird, als heißer Kandidat für den ersten Platz gelte abermals der Haussperling.

Info

So funktioniert das Mitmachen

Bei der »Stunde der Wintervögel« kann jeder mitmachen, der will. Es geht da­rum, irgendwann zwischen dem 4. und 6. Januar eine Stunde lang im Siedlungsraum (also Stadt oder Dorf) Vögel zu zählen, wobei die genaue Zeit frei gewählt werden kann. Um Doppelzählungen zu vermeiden, wird von jeder Art die höchste Zahl an Exemplaren notiert, die während dieser Stunde gleichzeitig zu sehen waren. Anschließend gibt man seine Daten an den Nabu weiter – per Post, telefonisch oder am besten mit Hilfe des Online-Meldeformular unter www.stundederwintervoegel.de. 

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