Schul-Projekttage

Beten in verschiedene Richtungen

Autor: 
Katrin Mosmann
Lesezeit 4 Minuten
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01. August 2019

Der Besuch verschiedener Gotteshäuser hat bei den Schülern des Oken-Gymnasiums einen bleibenden Eindruck hinterlassen. ©Achte Klasse, Oken-Gymnasium

Die achten Klassen des Oken-Gymnasiums in Offenburg haben an drei Projekttagen unterschiedliche Gotteshäuser besichtigt und verglichen. Mit den Kinder-Nachrichten haben einige Schüler über ihre Eindrücke der verschiedenen Religionen gesprochen.
 

Viele Menschen gehen zum Beten an einen bestimmten Ort, etwa in eine Kirche. Wie ihr aber bestimmt wisst, gibt es ja ganz viele verschiedene Religionen, zum Beispiel den Islam oder etwa das Christen- sowie das Judentum. Und alle Religionen haben ihre eigenen Häuser, in die die Menschen zum Beten kommen. Einige dieser Gotteshäuser haben die Achtklässler des Oken-Gymnasiums Offenburg noch kurz vor den Ferien besichtigt: »Wir haben das im Rahmen der Thementage der beiden Fächer Religion und Ethik gemacht, um uns über verschiedene Gotteshäuser zu erkundigen und um Unterschiede beziehungsweise Gemeinsamkeiten zu erkennen«, erzählt Achtklässler Tom Ruff.

»Wir waren in der evangelischen Kirche in Weier, der Moschee in Offenburg, dann   waren wir im Münster in Freiburg und in der Synagoge ebenfalls in Freiburg«, verrät Pius Kupfer. Kim Manuel Pehlke erzählt vom Besuch im Freiburger Münster: »Wir haben eine interessante Führung bekommen. Zuerst wurde Geschichtliches erzählt, etwa, dass der älteste Teil des Münsters 800 Jahre alt ist. Noch älter ist das Kruzifix, das im Inneren des Münsters hängt.« Fast alle Schüler waren zum ersten Mal in einer Synagoge, dem Gotteshaus der jüdisch Gläubigen, sagt Tom Ruff: »Der Kantor der Synagoge wartete am Eingang auf uns. In der Synagoge ging es dann direkt hoch in den Gebetsraum, wo die Jungs ohne Mütze oder Kappe eine Kippa (gebräuchliche Kopfbedeckung männlicher Juden) aufsetzen durften.« 


Nach einigen Infos zur Geschichte des Judentums wurde es musikalisch: »Wir haben gemeinsam ein Lied gesungen, ehe uns der Kantor dann die Thora, das ist die Heilige Schrift der Juden, vorgestellt hat. Wir haben einen Halbkreis um die Bühne gebildet. Er hat uns verschiedene Thorarollen gezeigt und ein Gebet vorgesungen.« Nach einer Fragerunde habe der Kantor dann noch das traditionelle Schofar (ein Widderhorn) geblasen.


»In der evangelische Kirche wurden uns die Symbole und Einrichtungsgegenstände, etwa das hölzerne Kreuz ohne Jesus-Figur, die offene Bibel auf dem Altar oder die zwei Kerzen auf dem Altar, die auf das Neue und Alte Testament hinweisen, erklärt«, berichtet Pius Kupfer. »In der Moschee haben wir erfahren und erlebt, dass es eine Cafeteria gibt, in der man sich versammeln kann, auch ohne gerade zu beten. Also vor allem vor und nach den Gebetszeiten. Außerdem durften wir am Ende der Führung mit dem Imam zwei Gebetseinheiten beten.«


Im Vergleich sind den Schülern natürlich einige Dinge aufgefallen: »Die größten Unterschiede gibt es in der Einrichtung und im architektonischen Aufbau. So wurden beim Münster etwa der Steinaltar und der Kirchenturm auf einem quadratischen Grundriss erbaut«, sagt Kim Manuel Pehlke. Pius Kupfer ergänzt: »Die Heiligen Schriften haben unterschiedliche Namen, heißen im Islam Koran und im Judentum Thora.« Außerdem bete man in den Religionen in unterschiedliche Richtungen: »Im Islam nach Mekka, die Juden nach Jerusalem und die Christen in Richtung Osten.« Und Tom Ruff findet: »Das Dach der Synagoge beinhaltet einen Davidstern und es ist schlichter gehalten. Die Thora ist im Gegensatz zur Bibel und zum Koran in einer Rollenform und wird in einem Schrein aufbewahrt.«


Welche Kirchen die Schüler am meisten beeindruckt oder fasziniert hat, fragt ihr euch? »Die Moschee war unser Favorit, da sie durch den Teppichboden sehr bequem war«, verrät Tom Ruff. Kim Manuel Pehlke und seiner Gruppe hat dagegen das Münster am besten gefallen: »Es ist eine sehr prachtvolle und detailreiche Kirche. Außerdem ist die Architektur sehr beeindruckend.« Pius Kupfer kann sich gar nicht wirklich entscheiden: »Wir hatten sehr unterschiedliche Eindrücke, doch die katholische Kirche, das Münster, war sehr groß und dadurch eindrucksvoll. Die Synagoge war für uns eine neue Welt, über die wir zuvor am wenigsten wussten, deshalb waren wir alle positiv überrascht.« Weniger Eindruck hat dagegen die evangelische Kirche hinterlassen: »Dies lag an ihrer Schlichtheit, was aber nicht unbedingt etwas Schlechtes sein muss. Ein Beispiel für diese Schlichtheit ist, dass es nur ein großes Bild in der Mitte vom Raum hinter dem Kreuzgibt . Anders als in der Katholischen Kirche waren die Fenster weder bunt noch kunstvoll dekoriert«, sagt Pius.

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