Robbys Interview

Bewerten ist nicht immer leicht

Autor: 
Katrin Mosmann
Lesezeit 3 Minuten
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08. August 2019

Die Biberacher Grundschul-Rektorin Alexandra Maginot. ©Dietmar Ruh

Mittlerweile seid ihr alle bestimmt schon voll und ganz in den Sommerferien angekommen. Die ersten beiden Wochen liegen auch schon nahezu hinter euch. Lange genug habt ihr ja auf den Beginn der Sommerferien gewartet. Doch bevor es so weit war, gab es noch eine kleine Sache, die gar nicht so unwichtig ist am Ende eines Schuljahres. Richtig, das Zeugnis. Freudig erwartet oder gefürchtet, spielt es doch eine große Rolle, immerhin bekommt ihr dort schwarz auf weiß die Bilanz für eure Leistungen im vergangenen Schuljahr. Und irgendwann, wenn ihr aus der Schule kommt, werdet ihr euch mit einem Zeugnis dann sogar für eine Ausbildung oder ein Studium bewerben. Aber habt ihr euch schon mal gefragt, wie lange es Zeugnisse eigentlich schon gibt? Und ob es für Lehrer schwer ist, Noten zu vergeben? Alexandra Maginot, Rektorin der Biberacher Grundschule, hat mit den Kindernachrichten über das im Volksmund auch als »Giftblättle« bezeichnete Zeugnis gesprochen.   
 

Frau Maginot, seit wann gibt es denn Zeugnisse und wer hat sie erfunden?


Alexandra Maginot: Ähnlich dem heutigen Zeugnis gibt es sie erst ab dem 18. Jahrhundert. Vorläufer gab es allerdings schon 200 Jahre früher. Meist wurden sie in Form eines Benefizienzeugnisses, also eine Art Empfehlungsschreiben von Pfarrern, ausgestellt, um damit armen Schülern ein Stipendium an der Lateinschule zu ermöglichen.


Das ist ja spannend. Sahen die Zeugnisse ab dem 18. Jahrhundert dann schon so aus wie die heutigen?

 
Maginot: 1866 gab es in Bayern für Abschlusszeugnisse eine vierstufige Notenskala für Anlagen, religiös sittliches Verhalten, Fleiß und Fortgang. Unter dem Begriff Fortgang waren alle schulischen Leistungen in einer Note vereint.


Gilt heute denn für alle Zeugnisse die Benotung Eins bis Sechs?


Maginot: Ja, alle Notenstufen sind in einem Zeugnis möglich. In einem Beiblatt im Zeugnisheft werden alle Stufen nochmals ausführlich erklärt.


In den ersten Schuljahren bekommt man allerdings noch gar keine Noten, oder?


Maginot: Am Ende des ersten Schuljahres bekommen die Schüler einen Schulbericht in Form einer Verbalbeurteilung. Zum Ende des zweiten Schuljahres erhalten sie dann einen großen Teil mit einer Verbalbeurteilung und eine Note in Mathe und Deutsch.


Ist es schwer, Schüler zu benoten? Vor allem in Fächern wie Kunst oder Musik? Auch Aufsätze und Verhalten oder Mitarbeit sind doch nicht klar bewertbar, wie etwa eine Rechenaufgabe.


Maginot: Schwer… Man legt Kriterien für die jeweils zu benotende Arbeit fest und bewertet dann mit Hilfe eines Punkterasters die Arbeit beziehungsweise den Leistungsnachweis, um so objektiv wie möglich zu benoten!


Wer schreibt eigentlich die Zeugnisse? Die Schüler werden ja von verschiedenen Lehrern unterrichtet ...


Maginot: Der Klassenlehrer, wobei ihm die Fachlehrer natürlich ihre jeweiligen Noten und Verbalbeurteilungen überbringen.


Und was ist eigentlich eine Notenkonferenz? Von der hört man zum Schuljahresende ja auch oft etwas ...


Maginot: In einer Notenkonferenz werden bei uns alle Noten der Kinder und speziell die Noten von den Kindern nochmals genauer betrachtet, die das Ziel der jeweiligen Stufe eventuell nicht erreichen, also nicht versetzt werden. Es wird die Entwicklung des jeweiligen Kindes genauer betrachtet und danach eine Entscheidung für die vorgeschlagene Note getroffen. Zudem werden im Protokoll alle Kinder festgehalten, die freiwillig wiederholen, auf Probe versetzt oder nicht versetzt werden. Außerdem notieren wir, welche Kinder im kommenden Schuljahr besonders beobachtet und unterstützt werden müssen.

So erreicht ihr Robby Rheinschnake

Mittelbadische Presse
Robbys Kinder-Nachrichten
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