Robbys Experte

Blattrandrüssler gehören zu einer sehr artenreichen Familie

Autor: 
Andreas Braun
Lesezeit 2 Minuten
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31. Juli 2018

Solch ein Käfer wird als »Blattrandrüssler« bezeichnet, was mit der Lebensweise zu tun hat. ©Karin Vierthaler 

Hallo Robby, an der Rückseite unseres Hauses krabbeln seit ein paar Tagen massenhaft etwa fünf Millimeter große Käfer an der Wand hoch. Sie sind auch schon bei uns in der Wohnung, worüber ich nicht gerade begeistert bin. Was sind das für Käfer und wie kann ich sie wieder los werden? Für die Auskunft bedanke ich mich jetzt schon ganz herzlich! Liebe Grüße 
Karin Vierthaler 
 

Das sind Rüsselkäfer (in der Fachsprache: Curculionidae). Von dieser sehr umfangreichen Käferfamilie, deren Name auf die bei diesen Insekten rüsselartig verlängerte Mundpartie anspielt, gibt es allein in Baden-Württemberg zirka 800 verschiedene Arten. Weltweit sind mehr als 62 000 bekannt, womit Rüsselkäfer die artenreichste Familie der gesamten Tier- und Pflanzenwelt sein dürften. Sie fressen an Pflanzen.

Konkret handelt es sich hier um einen Vertreter der Gattung »Sitona«, von der  in Baden-Württemberg rund 20 zum Teil sehr ähnlich aussehende Arten vorkommen. Anhand des Fotos ist daher keine weitere sichere Bestimmung bis zur Art möglich. Sie werden auch als »Blattrandrüssler« bezeichnet, was mit ihrer Lebensweise zu tun hat.
Alle Sitona-Arten fressen als fertig entwickelte Käfer nämlich an den Blatträndern ihrer Futterpflanzen. Als solche kommen verschiedene Schmetterlingsblütler in Frage, wobei die einzelnen Arten oftmals ziemlich stark auf bestimmte Futterpflanzen spezialisiert sind. 

Eher wenige, zum Beispiel der Gestreifte Blattrandrüssler (Sitona lineatus), haben jedoch ein vergleichsweise breites Wirtspflanzenspektrum, das dann aus einer Vielzahl von Schmetterlingsblütlern besteht. Somit verwundert es auch nicht, dass Sitona lineatus sehr häufig ist und auch als Schädling an verschiedenen Nutzpflanzen wie zum Beispiel Bohnen, Erbsen oder Luzerne eine Rolle spielt.

Knötchenartige Verdickungen

Ganz allgemein lassen alle Sitona-Arten ihre Eier auf den Boden unter den jeweiligen Futterpflanzen fallen. Nach dem Schlüpfen dringen die Larven dann ins obere Erdreich ein. Sie leben zunächst von den für Schmetterlingsblütler typischen Wurzelknöllchen: Das sind knötchenartige Verdickungen, in denen mithilfe bestimmter Bakterien Stickstoff aus der Luft gebunden und für die Pflanzen verfügbar gemacht wird. Später fressen die Larven dann auch an den größeren Wurzeln.

Merkmale des Käferbefalls sind meist halbkreisförmige Fressstellen an den Blatträndern, darüber hinaus können auch die Larven durch ihren Fraß  an den Wurzeln Schäden anrichten. Im vorliegenden Fall müsste man der Ursache genauer auf den Grund gehen: Vielleicht sind gerade an einer nahe gelegenen Stelle im Boden oder in einem Blumenkübel etliche junge Käfer geschlüpft und haben sich auf die Suche nach Futterpflanzen gemacht.

Als natürliche Gegenspieler kommen zum Beispiel verschiedene Lauf- und andere räuberische Käfer infrage, ebenso manche parasitischen Wespen und Raupenfliegen. Die kalte Jahreszeit überdauern Blattrandrüssler übrigens ebenfalls im Boden: Je nach Art als erwachsene Käfer, Larven, oder als Eier, manchmal überwintern auch verschiedene Stadien nebeneinander.

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