Robbys Assistentin hat nachgefragt

Bräuche: Darum feiern wir am 6. Dezember Nikolaus

Autor: 
Katrin Mosmann
Lesezeit 4 Minuten
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06. Dezember 2018

Am 6. Dezember kommt der Nikolaus, um brave Kinder zu belohnen. ©Pixabay

Am Donnerstag feiern wir Nikolaus, den Tag, an dem der Heilige der Katholischen Kirche die Stiefel mit Leckereien und Geschenken füllt. Im Gepäck hat der Nikolaus meist noch Knecht Ruprecht. Was es mit all den Bräuchen auf sich hat, hat Robbys Assistentin recherchiert. 

Habt ihr schon in eure Stiefel geschaut? Immerhin ist diesen Donnerstag ja Nikolaustag und brave Kinder werden belohnt. Nikolaus selbst war ein sehr braves Kind, sagt man. Er war zudem der Sohn reicher Eltern und ihr einziges Kind. Sie betrachteten ihn als Geschenk. Allerdings starben seine Eltern, als Nikolaus noch ein Teenager war, und er zog zu seinem Onkel nach Myra, der dort Bischof war. Nikolaus hatte viel Geld von seinen Eltern geerbt, das er aber an arme Menschen spendete. Weil Nikolaus so barmherzig war, wurde er später heilig gesprochen. Am 6. Dezember, dem Todestag von Bischof »Nikolaus von Myra«, gedenkt man seiner.  

Ursprüngliche Idee

Mit den Jahren hat sich das heutige Nikolaus-»Fest« mit all seinen Bräuchen entwickelt. Etwa dem Brauch, dass Kinder ihre Stiefel rausstellen: »Das tun ja längst nicht mehr alle Menschen, aber das ist schade, weil es der ursprünglichen Idee am nächsten kommt«, weiß Thomas Hafen, der wissenschaftliche Leiter des Gutacher Freilichtmuseums, der sich sehr gut mit Brauchtum auskennt. Der Stiefelbrauch ist übrigens sehr alt: »Das war schon so, lange bevor der Nikolaus in die Häuser kam, was er als Brauchfigur allgemein erst so seit dem 19. Jahrhundert tut.« 

Die Stiefel stellt man übrigens in der Nacht auf den 6. Dezember raus, nicht erst am Nikolaustag: »Nach christlichem Kalendarium zählen die Vorabende nämlich zum Heiligenfest selber, so wie ein Gottesdienst am Samstagabend als Vorabendmesse eigentlich schon ein Sonntagsgottesdienst ist.«

Sicher wisst ihr, dass der Nikolaus nur die guten Kinder belohnt, aber wusstet ihr auch dies: »Nikolaus war früher ein Rügebrauch, vereinfacht gesagt ein festgelegter Termin, an dem die Schüler für ihre Lernleistungen je nachdem gelobt oder getadelt wurden. Das wurde zunächst, und das schon im 14. Jahrhundert, in Klosterschulen so gemacht.« Nach der Reformation sei diese Sitte so nach und nach auch in den weltlichen Bereich übergeschwappt. »Damals war die Idee immer noch sehr pädagogisch gedacht: Nikolaus verteilte Geschenke als Anerkennung für gute Noten und  einfache Reisigzweige als Zeichen des Tadels. Das alles geht zurück auf eine alte Legende, nach der der heilige Nikolaus einmal drei Schülern das Leben gerettet haben soll.«

Rolle des bösen Onkels

Nicht selten ist der Nikolaus ja auch mit seinem Gefährten, »Knecht Ruprecht«, unterwegs: Was hat es eigentlich mit ihm auf sich? »Das ist eine sehr komplizierte Geschichte«, weiß Thomas Hafen. »Als Heiliger ist Nikolaus gottähnlich und kann infolgedessen ja nicht böse sein und Kinder bestrafen, schließlich sollen ja auch schlechte Schüler in den Himmel kommen können. Die Rolle des bösen Onkels mussten dann also andere übernehmen und so hatte Nikolaus immer schon Teufel oder Hexen, aber auch einfach finstere und furchterregende Gesellen wie den Knecht Ruprecht bei sich.«

So gibt es unzählige Geschichten über und um den Nikolaus, den wir kennen und der längst nicht mehr nur für das Loben und Tadeln von Schülern »zuständig« ist: »Wir dürfen uns Nikolaus nicht unbedingt als eine historische Person vorstellen, die wirklich mal gelebt hat. Es ist eher so, dass er die Verkörperung einer Idee ist, in der verschiedene Heilige zusammenfließen. Einer davon war der Bischof von Myra, das liegt in der heutigen Türkei, ein anderer, der ebenfalls Nikolaus hieß und zufällig am gleichen Ort starb wie der andere, war Abt im Kloster von Sion, das in der heutigen Schweiz liegt. Der Nikolaus, der uns  besucht, kommt also nicht aus einem einzigen Land und war seit jeher für die Kinder in aller Welt gedacht.« 

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