Robbys Assistentin hat nachgefragt

Darum wird am 11. November Sankt Martin gefeiert

Autor: 
Katrin Mosmann
Lesezeit 3 Minuten
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10. November 2018

edes Jahr laufen Kinder singend und mit leuchtenden Laternen durch die Straßen, um an den Heiligen zu erinnern, der einst mit seinem Schwert seinen Mantel geteilt hat, um eine Hälfte einem Bettler am Wegesrand zu geben. ©dpa

Am Sonntag feiern wir Sankt Martin. Liedersingend und mit Laternen laufen Kinder durch die Straßen, um an den heiligen Martin von Tours zu erinnern. Robbys Assistentin hat mit einer Lehrerin aus Offenburg gesprochen, die verraten hat, warum es diese Bräuche eigentlich gibt. 

Habt ihr eure Laternen schon gebastelt? Jedes Jahr ist es aufs Neue schön zu sehen, wie die vielen bunten Laternen am Martinstag, der jedes Jahr am 11. November ist, leuchten. Bestimmt wisst ihr, dass an diesem Sonntag Martin von Tours gedacht wird. Er ist einer der bekanntesten Heiligen der Katholischen Kirche, weil er zu Lebzeiten, im Jahr 334, also vor sehr vielen Jahrhunderten, etwas wirklich Gutes getan hat: »Martin von Tours war zu dieser Zeit Soldat. Und bekannt wurde er durch eine Mantelteilung«, verrät Alexandra Götze, Lehrerin am Offenburger Oken-Gymnasium. »Er hat seinen Mantel, ein Statussymbol, das zeigte, dass Martin in der Hierarchie weit oben stand, mit einem Bettler am Wegesrand geteilt.«

Von Gänsen verraten

Eine Geste, die für römische Soldaten so ganz untypisch war: »Vermutlich durch diese Handlung wurde er später dann Bischof, nachdem er sich aus Überzeugung von seinem kriegerischen Beruf verabschiedet und sich zum Glauben bekannt hatte.« Bischof werden wollte Martin von Tours allerdings anfangs wohl gar nicht: »Ihm war das eigentlich zu viel der Ehre und auch Verantwortung. Deswegen, so erzählt man, hat er sich in einem Stall versteckt. Die Gänse, die darin lebten, machten allerdings so einen Radau, dass Martin von Tours entdeckt und eben Bischof wurde.«

Bis heute ist diese Geschichte verbunden mit dem Brauch des Martinsgansessens: »Die Gänse werden sozusagen als Strafe verspeist«, erklärt Alexandra Götze. »Eine andere Erklärung für die berühmten Martinsgänse ist die, dass um die Zeit des Martinsfests herum früher die Steuern eingetrieben wurden. Die Bauern mussten den sogenannten Zehnt abgeben. Dies taten sie oft in Naturalien und da waren eben auch Gänse dabei. Ich persönlich finde aber die Geschichte mit den Gänsen, die Martin verraten haben, schöner.«

Warum wir an Sankt Martin nun mit Laternen laufen, fragt ihr euch? »Ich denke, es ist ein Zeichen für Hoffnung. Gemeinsam tragen die Menschen ein Licht in die Nacht und durch viele kleine Lichter wird die Nacht ganz hell. Die schönste Botschaft des Martinsfests für mich ist die, dass jeder etwas dazu beitragen kann, dass die Welt ein bisschen heller wird. Selbst das kleinste Licht.«

So stehe Sankt Martin nicht nur für das Teilen, sondern auch dafür, dass man seine Mitmenschen im Blick behält, auf die achtet, denen es nicht so gut geht wie einem selbst. Nichtsdestotrotz ist die Botschaft des Teilens eine ganz wichtige, findet Alexandra Götze: »Es geht dabei gar nicht darum, immer nur Materielles zu teilen, sondern auch Zeit. Sich um andere kümmern, etwa einer älteren Frau im Supermarkt behilflich sein oder als stärkerer Schüler die schwächeren unterstützen.« Und meist würden beide Seiten davon profitieren: »Wer anderen beispielsweise etwas erklärt, hat es auch selbst verstanden, wächst mit dieser Aufgabe. Es sind oft die kleinen Dinge, die guttun. Und genau deswegen finde ich, dass das Martinsfest ein hoffnungsvolles Fest mit einer schönen Botschaft ist.«

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