Gobots an der Uni

»Das ist ein origineller Einfall«

Autor: 
Katrin Mosmann
Lesezeit 4 Minuten
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17. Januar 2019

Viele nützliche Informationen haben die »Gobots« im Gespräch mit Professor Hennig in Freiburg bekommen. Einige davon fließen nun in die Forschungsarbeit und das dazugehörige Modell für die First-Lego-League mit ein. ©Gobots

Zur Vorbereitung auf den First-Lego-League-Wettbewerb am Samstag haben die »Gobots« sogar mit einem Wissenschaftler aus Freiburg über ihre Idee, MRTs im Weltall durchzuführen, gesprochen.
 

Dass die »Gobots«, das First-Lego-League-Team von Robby Rheinschnake und der Hochschule Offenburg, ein wirklich spannendes Thema für ihren Forschungsauftrag gewählt haben, hat Robby Rheinschnake ja bereits in der vergangenen Woche verraten. Natürlich angelehnt an das Thema der FLL (First Lego League), »Into Orbit – Leben und Reisen im Weltall«, haben sich die jungen Forscher Jannis, David, Sebastian und Chris gefragt, ob eine MRT-Untersuchung auch im Weltall bei den Astronauten möglich ist. Mithilfe eines MRTs, einer sogenannten Magnetresonanztomographie, können Ärzte sich Organe, Knochen, aber auch Muskeln und beispielsweise Blutgefäße im Körper anschauen. Bis dato gibt es diese Möglichkeit im Weltall noch nicht.

Ihr könnt euch sicher vorstellen, dass man für ein so spezielles Thema ganz schön viel recherchieren und lernen muss. Neben vielen Artikeln und Infos zu dem Thema, die die Jungs im Internet gelesen haben, haben sie außerdem Gespräche mit Experten geführt. »Wir waren im Ortenau-Klinikum in Offenburg, wo wir viel über die Technik des MRTs erfahren haben und auch, welche Bedingungen notwendig sind, um eines durchzuführen«, sagt Sebastian. 


»Bei einem MRT muss man ja lange still liegen. Das ist im Weltall recht schwierig, daher haben wir uns eben überlegt, wie man das umsetzen könnte. Wir verfolgen den Ansatz, Bilder von Bewegungen mit MRT-Aufnahmen zu synchronisieren«, erklärt 
Ein wirklich spektakulärer und ganz wichtiger Termin fand nun in Freiburg statt. Die »Gobots« durften mit Professor Jürgen Hennig, dem Wissenschaftlichen Direktor der Abteilung Medizinphysik des Universitätsklinikums Freiburg, über ihr Forschungsprojekt  »MRT in Space« sprechen und natürlich auch ihr selbst gebautes Modell des »Weltraum-MRTs« vorstellen. »Anhand des Modells haben wir ihm dann unsere Idee genauer erläutert. Professor Hennig hörte uns dabei sehr interessiert zu«, erzählt David stolz. » Er teilte uns zu unserer Freude mit, dass er bereits in den 90er Jahren an einem Projekt beteiligt gewesen war, das damals einen MRT auf der MIR, einer Raumstation, installieren sollte. Somit konnte er uns natürlich super über die Schwierigkeiten Auskunft geben, die solch ein Vorhaben mit sich bringt.«


Einige Punkte dabei waren für die Jungs, die am Samstag zum vierten Mal beim Regionalwettbewerb der FLL in der Hochschule in Offenburg an den Start gehen, neu. »Für uns war es natürlich sehr interessant, diese Informationen nun quasi aus erster Hand von jemandem zu erfahren, der bereits mit russischen Wissenschaftlern daran gearbeitet hatte.« Warum gibt es heute denn noch kein MRT im Weltall, wollten die »Gobots« natürlich wissen. »Professor Hennig hat uns dann erklärt, dass es wohl an den politischen Verwerfungen nach der Gorbatschow-Ära gelegen habe«, erzählt David weiter. »Zudem waren damals die Transportkosten wesentlich höher und die auf der Raumstation zur Verfügung stehende Energie deutlich geringer.« 


Professor Hennig gab den Jungs viele wertvolle Tipps, etwa in Sachen Platzierung des MRTs in der Raumstation. »Schließlich müssen die Beeinträchtigungen durch das Magnetfeld auf die übrige Station möglichst gering gehalten werden.« Vom Ansatz der Jungs, das MRT in einer Schleuse zu installieren, etwa der in die Schlafkammer der Astronauten, war der Professor begeistert: »Das ist ein origineller Einfall, und genau von solchen Visionen lebt die Wissenschaft«, lobte der Chemiker und Medizinphysiker, der international als einer der Wegbereiter der Magnetresonanztomographie in der klinischen Diagnostik gilt. 

»Wir verfolgen zudem die Idee, mit den Kameras die Position der Astronauten zu erfassen«, erklärt David das hochkomplexe Thema weiter. »Auch diese Idee gefiel dem Professor. Er erläuterte uns, dass die Behandlungsdauer, also die Zeit, welche die Astronauten im MRT verbringen müssten, für eine gute Qualität der Bilder wichtig ist und mit heutiger Technik leider immer noch bei 20-30 Minuten liegt. Allerdings stimmte er uns zu, dass man diese Zeit natürlich auch durch ein mehrmaliges Durchqueren der Schleuse erreichen könne.« Denn genau hier wollen die »Gobots« ansetzen, das MRT im Weltall in den Alltag der Astronauten integrieren, sich an vorhandenen Schleusen bedienen und diese einfach nur um das MRT »verlängern.

Stichwort

Das Wettbewerbswochenende

Ihr findet auch, dass das ein ganz schön spannendes Thema ist, was die Gobots sich da ausgesucht haben? Und eines, bei dem einem schnell der Kopf raucht, weil es schon ziemlich anspruchsvoll ist? Dann geht es euch wie Robby Rheinschnake. Der ist nun gespannt wie ein Flitzebogen, ob die Juroren der FLL am Samstag genau so begeistert sein werden, wie Professor Hennig aus Freiburg. Wer weiß, vielleicht schreibt ja das Robby-Rheinschake-Team mit seiner Idee am Ende noch Weltraumgeschichte. 
Aber schaut euch das Ganze doch selbst an: Am Samstag, 19. Januar, in der Hochschule in Offenburg, wenn die »Gobots« ihr Können unter Beweis stellen und ihren Roboter ins Robot-Game schicken werden. Der Regionalwettbewerb wird von 9 bis 18 Uhr ausgetragen. Mit ein bisschen Glück zieht Robbys Team dann direkt ins Semifinale ein, welches bereits einen Tag später, am Sonntag, 20. Januar, von 9 bis 18 Uhr, in der Hochschule ist. 
Falls ihr selbst nicht hingehen, aber mal schauen wollt, was die Jungs so leisten, dann könnt ihr alles an beiden Tagen auch im Live-Stream der Hochschule von 9 bis 19 Uhr mitverfolgen. 

So erreicht ihr Robby Rheinschnake

Mittelbadische Presse
Robbys Kinder-Nachrichten
Nachrichten-Redaktion
Hauptstraße 83a
77652 Offenburg

Ein Fax schickt ihr an: 0781/504-3719

Mit einer Email geht es am schnellsten: robby@reiff.de

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