Kinder

Die große Streitfrage: Soll man Vögel im Winter füttern?

Autor: 
Andreas Braun
Lesezeit 3 Minuten
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26. November 2018

Hallo Robby, wieviel Futterhilfe brauchen unsere Vögel im Herbst und Winter wirklich? Viele Grüße Christian Daumann ©Christian Daumann

Robbys Experte, Diplom-Biologe Andreas Braun, erklärt, warum diese Frage gar nicht so einfach zu beantworten ist und was es zu beachten gibt.

Eine spannende Frage, die sich jedoch nicht pauschal beantworten lässt.  Da spielen mehrere Faktoren eine Rolle: Etwa, um welche Art es konkret geht oder wie die jeweilige Örtlichkeit beschaffen ist.

Eine naturnahe Umgebung mit  einem großen Angebot an Früchten, Sämereien und – ganz wichtig – Insekten im Sommer bietet Vögeln nämlich eine viel bessere Lebensgrundlage als monotone Bereiche. Gartenbesitzer haben es also selbst in der Hand, Vögeln und anderen Tieren zu helfen – zum Beispiel durch einheimische Pflanzen, die Schaffung einer strukturellen Vielfalt und den Verzicht auf Spritzmittel.

Ein weiterer Aspekt ist, welche Position man einnimmt: Eher die des Tier- oder die des Artenschutzes? Beim Tierschutz liegt der Blick nämlich auf jedem einzelnen Tier, dem geholfen werden sollte, beim Artenschutz eher auf der Erhaltung der Art an sich. Und aus diesem Blickwinkel betrachtet ist ein normales Phänomen, dass einige kranke und geschwächte Exemplare die kalte Jahreszeit nicht überleben.  

Längere Kälteperiode

Dennoch gibt es Situationen, in denen winterliches Vogelfüttern auch aus Artenschutzgründen sinnvoll sein kann: Vor allem dann, wenn die natürlichen Nahrungsquellen draußen zu Neige gehen oder eine längere Kälteperiode kommt, bei der Vögel aus den umliegenden Gebieten in Städte und Dörfer ziehen. Bei Schnee sind zudem auch andere Arten außer den Singvögeln von Nahrungsknappheit bedroht – etwa Schleiereulen, denen dann  durch das Öffnen von Scheunen geholfen werden kann, damit sie darin auf Mäusejagd gehen können.


Letztlich wird die Frage, ob Vogelfüttern wirklich nötig ist, auch unter Fachleuten kontrovers diskutiert: So spricht sich zum Beispiel der langjährige Leiter der Vogelwarte Radolfzell, Professor Peter Berthold, für eine Ganzjahresfütterung aus. Experten des Naturschutzbundes (NABU) betonen hingegen eher, dass eine solche Rundumversorgung zwar Körner fressenden  Arten einen Nutzen bringen könne, nicht jedoch Insekten fressenden Vogelarten, die  vor allem bedroht seien.

Ähnlich verhält es sich mit der Winterfütterung: Sie kommt vor allem rund 15 Vogelarten im häuslichen Umfeld zu Gute, etwa Meisen, Finken und manchen Drosselarten. Kaum jedoch ernsthaft gefährdeten Arten, die in erster Linie durch andere Faktoren wie zum Beispiel den Verlust ihrer Lebensräume bedroht sind. 

Einigkeit besteht jedoch darüber, dass Vogelfüttern ein tolles Naturerlebnis sein kann und ihm  deshalb ein großer umweltpädagogischer Wert zukommt: »Beim Füttern lässt sich die heimische Vogelwelt aus nächster Nähe beobachten«, erläutert Stefan Bosch, Fachbeauftragter für Vögel beim NABU-Landesverband Baden-Württemberg. Damit ergebe sich die Chance, Vögel in Ruhe zu beobachten und ihre Eigenarten kennenzulernen. Eine besondere Gelegenheit dazu bietet die NABU-Aktion »Stunde der Wintervögel«, die wieder vom 4. bis 6. Januar 2019 stattfinden wird.

Info

Tipps zum Vogelfüttern

1. Aus Sicht des Artenschutzes wird Vogelfüttern im Winter frühestens dann notwendig, wenn die Nahrungsressourcen draußen knapp werden – was derzeit noch nicht der Fall ist. Aus umweltpädagogischer Sicht ist eine Winter-Vogelfütterung grundsätzlich empfehlenswert.
2. Sobald man mit dem Vogelfüttern begonnen hat, sollte das ganze Winterhalbjahr über durchgefüttert werden, da sich die Vögel schnell an eine Futterstelle gewöhnen.
3. An den Futterstellen sollte auf Hygiene geachtet werden, Futterhäuschen deshalb regelmäßig gereinigt werden. Empfehlenswert sind Futtersilos, bei denen die Vögel nicht im Futter herumlaufen und es mit Kot verschmutzen können.
4. Futterspender möglichst an einer übersichtlichen Stelle platzieren, so dass sich keine Beutegreifer anschleichen können und die Vögel sich trotzdem gut beobachten lassen.
5. Die Mischung macht’s: Artgerechtes Futter verwenden mit zum Beispiel Sonnenblumenkernen als Basis, dazu weitere Samen und Nüsse, ebenso Haferflocken, Kleie und Rosinen. Auf diese Weise wird sowohl Körner- als auch Weichfutterfressern geholfen. Keine Essensreste verfüttern.   ab (unter Verwendung von Empfehlungen des NABU)
 

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