Robbys Exkursion

Ein Erdkrankenhaus für Wildbienen

Autor: 
Katrin Mosmann
Lesezeit 5 Minuten
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26. Juli 2019

Die Klasse 2b der Grimmelshausengrundschule durfte den Burda-Bienengarten erkunden und den Bienenkoffer in Empfang nehmen ©Katrin Mosmann

Die Klasse 2b der Grimmelshausengrundschule in Renchen war am Mittwoch zu Besuch im Burda-Bienengarten, wo die interessierten Schüler nicht nur viele spannende Dinge rund um die summenden Insekten gelernt, sondern auch den gewonnenen Bienenkoffer erhalten haben. 
 

Überall summt und schwirrt es. Der Duft von Kräutern und Blumen liegt in der Luft, und mitten im Lavendel sammelt eine dicke Hummel gerade Pollen. Im Burda-Bienengarten, der pünktlich zum Weltbienentag am 20. Mai auf dem Hubert-Burda-Media-Firmenareal eröffnet wurde, herrscht Leben. Die vielen Insekten bedienen sich zuhauf am breiten Büfett, das ihnen auf rund 2000 Quadratmetern mit über 100 verschiedenen Pflanzenarten, darunter 2000 Blütenstauden, über 60 Bienenrosen, rund 15 Blütengehölzen und einigen Beerensträuchern, geboten wird. 


Am Mittwochvormittag hatten die kleinen Gartenbewohner darüber hinaus noch jede Menge Zuschauer, denn die Klasse 2b der Grimmelshausengrundschule Renchen war zu Besuch. Immerhin hatten die Schüler um Klassenlehrerin Nina Baumer ja bei der Robby-Verlosung einen »#beebetter«-Bienenkoffer samt Führung durch den Insektengarten gewonnen.


Und so lauschten Jonathan, Flora, Paul, Pia, Giulia, Leonie, Jana, Nazli, Helena, Benedikt, Sophia und Linus gespannt den Erzählungen von Biologin Antje Sommerkamp, die den Garten mit einigen Kollegen geplant und gestaltet hat. »Bienen sind von Natur aus ganz friedlich. Sie tun niemandem etwas, solange sie sich nicht bedroht fühlen«, erklärte die Expertin den Zweitklässlern. »Man soll deswegen nie nach Bienen schlagen oder sie anpusten.« 


Und das gelte nicht nur für Honigbienen, sondern auch für Wildbienen, die ja besonders bedroht sind, und die es deswegen zu schützen heiße. »Wildbienen brauchen einen Ort zum Eierlegen. So wie eure Mamas in einem Krankenhaus waren, als ihr oder eure Geschwister geboren wurden«, verriet Sommerkamp. »Anders als Honigbienen, die in Bienenstöcken ihre Eier legen, nisten viele Wildbienen am Boden, am liebsten im Sand. Deswegen haben wir hier im Garten große Sandbeete.« Eine Zweitklässlerin erkannte richtig: »Das ist dann also eine Art Erdkrankenhaus.«


Auch kleine Sandstücke würden den Insekten schon genügen, um dort ihre Eier abzulegen: »Deswegen könnt ihr zu Hause ruhig einige Sandstellen für die Wildbienen lassen.« Aber auch Nistkästen – wie Robbys Bienenhotels – sind natürlich toll. Die Wildbiene, die übrigens ein Einzelgänger ist, krabbelt zum Eierlegen in den Boden oder in die Rohre in den Nistkästen und legt dort ihre Eier hinein: »Und genau wie eure Eltern euch Vesper mit in die Schule geben, legt die Wildbiene Pollen dazu, damit die Larven etwas zum Essen haben«, sagte die Biologin. 


»Wisst ihr eigentlich, wie lange Wildbienen leben?«, wollte Antje Sommerkamp wissen? Die Antwort hätte keiner der Schüler vermutet oder gewusst: »Gerade mal sechs Wochen alt werden die Insekten. Sie schlüpfen, ernähren sich, bauen ein Nest, legen Eier und dann ist ihr Leben auch schon vorbei. Für die Bienen ist das aber natürlich sehr sehr lang, denn sie sind ja viel kleiner als wir.«


An einer sogenannten Kräuterspirale im Burda-Garten erklärte die Expertin, warum Pflanzen für die Bienen so wichtig sind: »Die Wildbienen  leben von Pollen und vom Nektar. Dieser ist für sie wie Zuckersaft. Aber genau wie ihr auch, mögen nicht alle Bienen genau das Gleiche.« So sei es wichtig, dass es verschiedene Blumen, die den Tieren als Nahrung dienen, gibt. »Damit für alle etwas dabei ist. Natürlich gibt es Blumen, die fast alle mögen, so wie die meisten von euch vermutlich gerne Pizza essen. Aber nicht alle mögen Spinat oder Muscheln«, schmunzelte Sommerkamp.


Aber warum sind die Wildbienen eigentlich so wichtig, auch für uns Menschen? »Wildbienen bestäuben die Blüten. Gäbe es keine Bienen mehr, würde es irgendwann auch kein Obst und damit auch keine Marmelade mehr geben«, erklärte die Burda-Biologin den Zweitklässlern. »In China etwa gibt es kaum Bienen mehr, da müssen Menschen die Blüten bestäuben.«


Dies und noch viele spannende Dinge mehr verriet Antje Sommerkamp: »Wusstet ihr, dass Hummeln ihr rechtes Bein heben, wenn sie stechen wollen? Und dass Wildbienen ebenfalls stechen können, auch, wenn ihr Stachel viel kleiner als der einer Honigbiene ist? Sie sterben aber nicht, denn sie können, auch das unterscheidet sie von den Honigbienen, den Stachel wieder herausziehen.« 


Ganz schön viele Dinge, die die Grundschüler aus Renchen da gelernt haben. Wissen, das sie in einem kleinen Quiz im Anschluss an die Führung gleich anwenden konnten, denn es gab noch Karten fürs Freibad zu gewinnen. Und auch nach dem Quiz, bei dem keines der Kinder Fragen falsch beantwortet hatte, ging es »bienig« weiter. »Nun könnt ihr noch Bienen oder kleine Nistkästen basteln«, freuten sich Tanja Schmidt und Jasmin Hasel von »#beebetter«. Keine Frage, dass die Schüler mit Feuereifer ans Werk gingen. 


Und nebenher blieb sogar noch Zeit zum Plaudern: »Die Führung war echt toll«, verriet Pia. Auch Leonie war begeistert: »Ich habe heute viel gelernt und finde es super, dass wir jetzt noch basteln dürfen.« Sophia erzählte, wie es überhaupt dazu gekommen ist, dass die Schüler den Bienengarten besuchen durften: »Frau Baumer hat gesagt, dass wir ja schon etwas für Schmetterlinge getan haben und wir nun noch den Wildbienen helfen wollen. Deswegen haben wir an der Verlosung für den Bienenkoffer teilgenommen. Und zum Glück gewonnen.« Das findet auch Leni klasse: »Ich freue mich schon sehr darauf, den Koffer zu bearbeiten und noch viel mehr über die Wildbienen zu lernen.«

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