Robbys Tier-Experte beantwortet Leserfragen

Eine Barren-Ringelnatter

Autor: 
Andreas Braun
Lesezeit 3 Minuten
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22. August 2018
Foto der entdeckten Barren-Ringelnatter.

Foto der entdeckten Barren-Ringelnatter. ©Reiff Medien

"Hallo Robby, wir haben bei uns im Holzschuppen eine Schlange entdeckt, die noch relativ klein war, etwa 30 Zentimeter. Kannst du uns sagen, um welche Schlange es sich handelt? Brigitte"

Und hier die Antwort von Andreas Braun:

"Das ist eine noch junge Barren-Ringelnatter, die wohl erst vor wenigen Wochen zur Welt kam. Über den Daumen gepeilt findet die Eiablage bei diesen besonders geschützten Reptilien in der Regel von Anfang Juli bis Mitte August statt, und in Abhängigkeit von der Temperatur schlüpft der Nachwuchs dann nach weiteren sieben bis neun Wochen. Dieses Jahr war und ist draußen in der Natur jedoch Vieles früher dran als sonst. So gesehen wird es sich hier wohl um eine Jungschlange handeln, die bereits im Juli geschlüpft ist. Damals dürfte sie rund halb so groß und um die drei Gramm schwer gewesen sein.

Zur Eiablage bevorzugen Ringelnattern übrigens eher feuchte Stellen,  die zugleich vor Überschwemmungen geschützt sind und bei denen durch die Zersetzung von Pflanzenmaterial Wärme frei wird. Diese Kriterien erfüllen auch Komposthaufen, welche deshalb ganz gerne angenommen werden. 

Neuerdings unterscheidet man zwei Ringelnatter-Arten: Zum einen die eher östlich verbreitete Ringelnatter (Natrix natrix), zum anderen die Barren-Ringelnatter (Natrix helvetica). Mit letztgenannter haben wir es hier zu tun – erkennbar an den kleinen, quergestellten Balken (= Barren) an den Körperseiten. Bis vor gut einem Jahr hatte die Barren-Ringelnatter lediglich den Status  einer Unterart. Untersuchungen am Erbgut von mehr als 1500 Schlangen brachten dann jedoch die Erkenntnis, dass es sich bei ihr um eine eigenständige Art handelt.

Wohl zwei eigenständige Arten

Natrix helvetica kommt in Westeuropa vor und hat sich nach der letzten Eiszeit von Südfrankreich her ausgebreitet, Natrix natrix gelangte hingegen aus östlicher Richtung in unser Gebiet. Im Schwarzwald haben sich beide dann getroffen, ihn aber jeweils nicht überquert. Zu einer Vermischung kommt es jedoch wohl nur in sehr seltenen Fällen - was dafür spricht, dass es sich um zwei eigenständige Arten handelt, nicht um zwei Rassen ein und derselben Art.

Ringelnattern leben gerne als Vagabunden und legen auch etwas größere Strecken zurück. Weil sie dabei Straßen überqueren, werden sie häufiger überfahren als andere Schlangenarten. Außerdem sind sie durch Trockenlegungsmaßnahmen gefährdet. Gar nicht so selten stößt man auf sie wie im vorliegenden Fall in Hausnähe oder in Gärten. Je nach Größe und Lebensraum ernähren sie sich von Kaulquappen, Fischen, Kröten, Fröschen und Mäusen.

Noch etwas: Ringelnattern haben kein Gift und beißen auch nicht, allerhöchstens stoßen sie einmal den Kopf mit geschlossenem Maul vor. Fangen sollte man sie trotzdem nicht: Wird eine Ringelnatter nämlich ergriffen, kann sie ein abscheulich riechendes Sekret absondern. Und um den üblen Geruch hinterher wieder loszuwerden, muss man sich in solchen Fällen meist gleich mehrmals waschen."

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