»Hier wird alles sich selbst überlassen«

Eine Spur wilder: Robbys Gewinner im Nationalpark

Autor: 
Katrin Mosmann
Lesezeit 4 Minuten
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24. August 2018
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Einen aufregenden Ausflug in die »Wildnis« unternahmen die Gewinner von Robbys Sommeraktion im Nationalpark Schwarzwald mit den Führern Daniel Schmid (hinten links) und Luis Scheuermann.

Einen aufregenden Ausflug in die »Wildnis« unternahmen die Gewinner von Robbys Sommeraktion im Nationalpark Schwarzwald mit den Führern Daniel Schmid (hinten links) und Luis Scheuermann. ©Katrin Mosmann

Eine »Spur wilder« war Robby Rheinschnakes Sommeraktion im Natio­nalpark Schwarzwald, bei der neun Robby-Leser am Dienstagnachmittag den Wald am Ruhestein mit viel Entdeckerdrang und spielerisch erkundet haben. 

Robbys Sommeraktionen führen die Gewinner immer an spannende und interessante Orte. Und dieses Mal, bei der vierten Aktion, ging es sogar in die »Wildnis«, besser gesagt in den Nationalpark Schwarzwald, der »eine Spur wilder« als andere Wälder ist. Warum das so ist, fragt ihr euch? »Hier wird alles sich selbst überlassen, ohne dass der Mensch eingreift«, erklärt Daniel Schmid. Der Mitarbeiter des Nationalparks hat gemeinsam mit dem Ranger Luis Scheuermann die Gewinner der vierten Sommeraktion, das sind Annika (9), Magdalena (8), Valentin (3), Nils (6), Milo (5), Eliah (3), Leon (9), Finja (8) und Paula (9), diesen besonderen Wald am Ruhestein erkunden lassen.

Augen auf, Mund zu

Durch ein »Zaubertor«, das die Gewinner gemeinsam durchqueren müssen, und über eine Treppe geht es hinein in den wilden Wald. Und zwar mit fast allen Sinnen: »Die Natur könnt ihr am besten wahrnehmen, wenn ihr die Ohren, die Nase und die Augen verwendet. Deswegen dürft ihr den Pfad über die Holztreppe nun alleine laufen«, erklärt Daniel Schmid die zweite Übung nach dem magischen Zaubertor-Schwingseil. »Augen auf, Ohren auf, Nase auf, Mund zu. Hört, riecht und seht, was um euch herum ist.« 

Gesagt, getan: Mutig geht Annika als Erste die Holztreppe hinauf, verschwindet kurze Zeit später hinter einer Holzbiege. Es wird Zeit für Paula loszulaufen. Jeweils mit etwas Abstand erklimmen die Gewinner einer nach dem anderen in aller Stille und alleine den Pfad. Als alle am Ziel angekommen sind, gibt es aber kein Schweigen mehr. Durcheinander und voller Stolz erzählen sie, was ihnen aufgefallen ist. Eine Menge: »Ein Dachsbau«, sagt Finja. »Spinnen«, ruft Nils. »Vogelgezwitscher und Grillengezirpe«, haben Leon und Milo gehört. Und alle haben jede Menge Insekten gesehen. Gutes Stichwort: »Was sind eigentlich die Merkmale von Insekten?«, fragt Daniel Schmid in die Runde. »Sie haben sechs Beine und bestehen aus drei Körperteilen«, erklärt der Nationalpark-Mitarbeiter. 

Einige Meter querfeldein über Baum und Stein später, gelangt die Gruppe an einen Waldabschnitt, der irgendwie durcheinander aussieht: »Hier sind viele Bäume umgefallen, die nicht weggeräumt werden, wie dies in einem Wirtschaftswald der Fall wäre«, erklärt Ranger Luis Scheuermann. »Hier bleibt der Baum liegen. Mit der Zeit zerfällt er, wird zu Erde und macht Platz für neue Bäume.«

Für Wachstum wichtig

Ein Grund, dass ein Baum abstirbt, kann beispielsweise der Buchdrucker, auch genannt der achtzahnige Fichtenkäfer, sein. »Das ist eine Borkenkäferart. Der Buchdrucker bohrt die Bäume an, nimmt ihnen die Sauerstoffzufuhr, sodass der Baum abstirbt. Er befällt aber nur ohnehin schon kranke Bäume«, erklärt Daniel Schmid den Gewinnern den großen Feind des Wirtschaftswalds. »Im Nationalpark aber ist der Borkenkäfer eine Art Gesundheitspolizei, der Gärtner des Naturwalds.« Denn immerhin mache er Platz für neues Leben und durch das Absterben der kranken Bäume kann auch mehr Licht auf den Boden gelangen. Und eben dieses ist für die Natur, das Wachstum, so unglaublich wichtig. »Die Heidelbeere etwa kann nur mit ausreichend Licht wachsen, und sie ist ein wichtiges Futter für Auerhähne«, erklärt Daniel Schmid weiter. »Den Auerhahn gibt es nur hier im Naturwald.« Auch den Dreizehenspecht stellt Schmid den Robby-Lesern vor, die aus dem Staunen nicht mehr herauskommen. Und dann erfahren sie noch etwas Interessantes: »Wisst ihr, was das ist?«, will Daniel Schmid wissen und hebt einen (umgangssprachlichen) Tannenzapfen in die Höhe. »Das ist kein Tannen-, sondern ein Fichtenzapfen. Diese Zapfen zeigen nach unten. Und auf dem Boden würdet ihr nie einen Tannenzapfen finden.«

Ein aufregendes Spiel später, bei dem der Wald ganz ohne Augen, dafür mit viel Vertrauen erkundet wird, ist es für die wilden und überglücklichen Walderkunder schließlich an der Zeit, zum Naturschutzzentrum am Ruhestein zurückzukehren.

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