Kinder

Experte erklärt Robby, warum man Heimweh hat

Autor: 
Katrin Mosmann
Lesezeit 4 Minuten
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11. August 2018

Heimweh nach dem Zuhause oder Mama und Papa. ©dpa

Wart ihr schon einmal im Urlaub oder ohne eure Eltern unterwegs und hattet plötzlich furchtbare Sehnsucht nach zu Hause? Dann hattet ihr wahrscheinlich ein bisschen Heimweh. Das ist etwas, das viele Kinder haben. Aber was genau steckt hinter dem so gar nicht schönen Gefühl? Und kann man etwas gegen Heimweh tun? Der Psychologe und Mitarbeiter der Psychologischen Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche in Haslach, Matthias Wohlfahrt-Sieben, hat mit Robby Rheinschnakes Assistentin über das Heimweh-Gefühl gesprochen. 
 

Was genau ist denn Heimweh?
Matthias Wohlfahrt-Sieben: Eine schmerzende Sehnsucht nach dem Ort, der uns am vertrautesten ist, nennen wir Heimweh. Am vertrautesten ist uns normalerweise unser Zuhause, denn das kennen wir am besten, da kennen wir uns am besten aus, und da sind auch die Menschen, die wir am besten kennen – unsere Familie.

Warum bekommen die einen Heimweh und die anderen nicht?
Wohlfahrt-Sieben: Kinder, die schon die Erfahrung gemacht haben, für eine begrenzte Zeit auch an einem anderen Ort als zu Hause und ohne die Anwesenheit von Mama oder Papa klargekommen zu sein, haben eher weniger Heimweh. Sie haben erfahren: »Ich krieg‘ das auch selber hin!« –also mit Unterstützung von anderen Menschen als Mama und Papa und mit der klaren Gewissheit, dass die Eltern zum abgesprochenen Zeitpunkt wieder für sie da sind. Heimweh kommt auch dann eher vor, wenn es dem Kind sowieso gerade nicht so gut geht, wenn es aus anderen Gründen Angst hat, es beunruhigt oder verunsichert ist.

Gibt es verschiedene Arten von Heimweh?
Wohlfahrt-Sieben: Eigentlich nicht, denn das Heimweh mit seinem Schmerz bezieht sich immer auf den vertrauten und sicheren Ort und die vertrauten Personen. Dort und bei ihnen fühlt man sich gut und sicher, und deshalb kann man in einer ungewohnten Situation eine große Sehnsucht danach bekommen!

Besonders kleine Kinder weinen, wenn sie in den Kindergarten kommen. Ist das auch eine Art von Heimweh?
Wohlfahrt-Sieben: Das kann man so sagen. Der Kindergarten ist am Anfang für das Kind noch eine fremde und unbekannte Welt. Das macht das Kind unsicher, und es sehnt sich schmerzlich nach der vertrauten Umgebung zu Hause mit den vertrauten Menschen. Noch ist vielleicht das Gefühl nicht so da: »Ich krieg‘ das hier im Kindergarten schon hin!« 

Kann man etwas gegen Heimweh tun? Haben Sie Tipps für den »Notfall«?
Wohlfahrt-Sieben: Allgemein ist es gut, immer wieder einmal etwas ohne die Eltern an einem anderen Ort zu machen. Beim Besuch oder der Übernachtung bei Freunden, bei Aktivitäten im Verein oder zum Beispiel bei Angeboten im Ferienprogramm. So etwas übt!  Speziell: Kinder könnten schon im Vorfeld von ihren Eltern genauer erfahren, wo sie hindürfen und was dort auch schön sein kann. So wird vielleicht die Neugierde oder noch besser die Vorfreude geweckt. Sich etwas Vertrautes von zu Hause mitnehmen hilft, etwa ein Kuscheltier, Talisman, Kraftstein oder auch ein Foto der Familie und des Zuhauses. Auch vertraute Musik oder beispielsweise Hörspiel-Geschichten sind toll und helfen für ein gutes Gefühl. Im Notfall sind kleine, eingeübte Rituale hilfreich, zum Beispiel: »Welchen Satz sollte ich mit einem Kraftstein in der Hand zu mir selbst sprechen, so dass ich ruhig bleiben kann.«

Heimweh im Landschulheim – macht es Sinn, die Kinder abzuholen?
Wohlfahrt-Sieben: Es wäre gut, im Vorfeld die möglichen Abläufe zwischen Eltern, Kind und Lehrern abzusprechen. Auf Biegen und Brechen sollte der Aufenthalt nicht durchgezogen werden. Das Kind erprobt an solchen Tagen seinen Mut! Und es sollte einen gemeinsam erarbeiteten inneren Plan haben, mit dem es selbst etwas gegen das Heimweh unternehmen kann, bevor es sich an die Lehrer oder per Telefon an zu Hause wenden wird. Vielleicht muss dieser Plan dann für das nächste Mal noch verbessert werden.


Bekommen auch Erwachsene Heimweh?
Wohlfahrt-Sieben: Meistens machen Menschen, wenn sie älter werden, die Erfahrung, dass sie auch in ungewohnteren Situationen zurechtkommen können und dass sie die zeitliche Trennung von zu Hause gut aushalten. Ein Gefühl von Sehnsucht bleibt vielleicht, der Schmerz ist aber nicht mehr der Gleiche. Trotzdem kennen auch noch viele junge Erwachsene beim Auszug von zu Hause das schmerzende Gefühl. Und sicher erleben auch viele der Menschen, die von Ihrem Zuhause in fernen Ländern flüchten mussten, um in einem anderen Land sicherer zu sein, dieses schmerzliche Gefühl.  

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