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Im Igelkinderzimmer finden die stachligen Tiere ein Zuhause

Autor: 
Katrin Mosmann
Lesezeit 3 Minuten
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08. November 2018

(Bild 1/3) Zuhause auf Zeit: In der Tierherberge in Offenburg können kleine Igel, die es draußen schwer hätten, vorübergehend leben, essen und Winterschlaf halten. ©Katrin Mosmann

Igel sind besonders schutzbedürftig. In der Tierherberge Offenburg finden Igelkinder, die es in der Natur schwer hätten, über die Wintermonate ein Zuhause im eigens eingerichteten Igelkinderzimmer. 

Bestimmt wisst ihr, dass Wildtiere (im Winter) besonders schutzbedürftig sind. Vor allem auf Igel muss man sehr aufpassen, denn nicht selten haben sie es besonders schwer. »Igel haben einen großen Feind, die Straße«, weiß die Leiterin der Offenburger Tierherberge, Miriam Zenger. »Nicht selten schaffen es die Tiere nicht über stark befahrene Straßen.« Gerade Igelkinder, die ohne Mama aufwachsen, bekommen im Winter dann schnell Probleme, vor allem, wenn sie noch zu leicht sind: »Ein Igel sollte mindestens 500 Gramm, besser aber 600 Gramm wiegen. Sind sie leichter, haben sie in der freien Natur eigentlich kaum Überlebenschancen«, verrät die Tierpflegerin. »Wenn die Igel schwer genug sind, finden sie draußen auch genügend Nahrung um zu überwintern.«

Schön und naturnah

Für diese Igelkinder gibt es in der Tierpension in Offenburg seit diesem Jahr ein neu eingerichtetes Igelkinderzimmer: »Es gibt ja auch Igelstationen in der Ortenau, diese sind natürlich aber auch irgendwann ausgelastet. Im vergangenen Jahr haben bereits einige Igel bei uns überwintert, damals aber noch in Käfigen. Dieses Jahr wollten wir es für die Tiere richtig schön und naturnah machen.« In den Räumen der »Villa Rübe« haben die Mitarbeiter der Tierpension dafür einen Boden verlegt und alles mit Stroh, Laub und beispielsweise Spänen ausgelegt. »Die Igel haben hier jede Menge Versteckmöglichkeiten und die Materialien sind wärmend«, sagt Miriam Zenger, während sie einen der kleinen Igel auf die Waage legt: »Wir müssen natürlich das Gewicht der Tiere kontrollieren und außerdem wird jeder Igel, der zu uns gebracht wird, entwurmt.«

Dazu bekommen die Igel Trinken und Essen, etwa Hackfleisch, Katzenfutter, Eier, Haferflocken, ein bisschen Obst – allerdings nicht zu viel, denn der Fruchtzucker ist wie Schokolade halt nicht so gesund – und Igeltrocken- sowie Nassfutter. »Ansonsten sollte man die Igel einfach in Ruhe lassen. Und wenn sie dann Winterschlaf halten, darf man sie auf keinen Fall stören, bis sie im Frühling, wenn es warm wird, wieder aufwachen.« 

Wenn ihr also draußen spazieren geht und einen Igel seht, ist es wichtig, dass ihr schaut, ob alles ok ist: »Wenn ein kleiner Igel alleine draußen und die Mama nirgends zu sehen ist, oder sich der Igel nicht einkugelt, dann stimmt meist etwas nicht. Dann sollte man ihn mit nach Hause nehmen und erstmal wiegen. Natürlich können uns die Leute auch anrufen und um Rat fragen. Auch ein Tierarzt ist ein guter Ansprechpartner.« Hat man den Igel dann mit nach Hause genommen und beim Wiegen festgestellt, dass er zu leicht ist, kann man den Igel in der Tierpension oder auch an Igelstationen abgeben. »Theoretisch könnte man ihn auch selbst pflegen, einen Käfig mit Laub, Stroh und Kleintierstreu einrichten und ihn an einer ruhigen und nicht zu warmen Stelle, also etwa in der Garage oder dem Keller (es sollte zwischen fünf und zehn Grad warm sein) überwintern lassen«, sagt Miriam Zenger. 

»Die Igel sollten – solange sie wach sind – regelmäßig gewogen werden. Verliert das Tier an Gewicht, sollte man sich professionelle Hilfe bei einem Tierarzt oder auch bei uns holen. Ansonsten braucht der Igel nur noch Futter und Wasser zum Trinken bis er Winterschlaf hält.« Wann die kleinen Stacheltiere schlafen, merkt man schnell: »Dann, wenn das Futter nicht mehr angerührt wird. Ab dann gilt: Einfach in Ruhe lassen und beim Schlafen nicht stören«, sagt die Tierschützerin. 

Stichwort

Igeln durch den Winter helfen

Es gibt einige Kleinigkeiten, die jeder tun kann, um Igeln das Überwintern zu erleichtern, verrät Miriam Zenger von der Offenburger Tierpension: »Das Laub, das im Garten fällt, sollte man nicht wegräumen, sondern in eine Ecke zu einem großen Haufen kehren und liegen lassen.« Sollte ein Igel dort heimisch werden, kann man diesen füttern (Hackfleisch, Eier, gutes Katzenfutter, Haferflocken und auch spezielles Igeltrocken- und Nassfutter, das es in der Tierhandlung gibt). Sobald der Igel nichts mehr frisst, hält er Winterschlaf, ab dann gilt es, ihn in Ruhe schlafen zu lassen.« 
Ganz wichtig sei auch, dass der Igel nicht an den Mensch gewöhnt wird: »Das gilt auch für Haustiere. Hund und Katz soll der Igel auch nicht als Freunde ansehen. Er ist kein Haus- sondern ein Wildtier.«
Wird es im Frühling wieder warm und der Winterschlaf ist beendet, ist es an der Zeit, den Igel auszusetzen: »Am besten ist es, bis nach den Eisheiligen Mitte Mai zu warten. Natürlich kann man den Igel auch im Garten lassen und abwarten, ob er selbst geht, dann gilt aber eben, dass er in Ruhe gelassen und gefüttert werden soll. Ansonsten ist es am besten, ihn weit weg von der Straße in einem Naturschutzgebiet auszusetzen.«
Ganz wichtig: »Abgesehen von diesen Transporten sollten Igel nicht angefasst werden. Das ist für die Tiere jedes Mal ein großer Stress und sie bekommen Todesangst. Und bei allen Fragen und Zweifeln einfach immer bei Profis, etwa bei uns in der Tierpension, Rat einholen.«

So erreicht ihr Robby Rheinschnake

Mittelbadische Presse
Robbys Kinder-Nachrichten
Nachrichten-Redaktion
Hauptstraße 83a
77652 Offenburg

Ein Fax schickt ihr an: 0781/504-3719

Mit einer Email geht es am schnellsten: robby@reiff.de

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