Besuch beim Schäfer

Kleine Lämmer brauchen Muttermilch

Autor: 
Katrin Mosmann
Lesezeit 3 Minuten
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13. April 2019

Drei kleine Lämmer, gerade mal vier Wochen alt, leben derzeit mit ihren Mamas im Gutacher Freilichtmuseum Vogtsbauernhof, wo sie über grüne Wiesen tollen können. ©Katrin Mosmann

In einer Woche ist Ostern. Da darf das traditionelle Osterlamm natürlich nicht fehlen. Gleich drei kleine Lämmer wohnen derzeit im Freilichtmuseum Vogtsbauernhof. Der Gengenbacher Schäfer Reinhard Bischler hat mit Robbys Assistentin über die jungen Schafe gesprochen.
 

Drei kleine Lämmer, zwei Jungs und ein Mädchen, jagen hinter dem Mutterschaf her, tollen über die grüne Wiese, dicht gefolgt von Mama Nummer zwei. Schon von Weitem hören sie die Brottüte knistern, die Tamara Schwenk vom Freilichtmuseum Vogtsbauernhof in Gutach mitgebracht hat. In Windeseile haben die wolligen Freunde ihr Ziel erreicht, die mit Brotstücken gefüllte Hand von Tamara Schwenk. Es dauert nicht lange, bis der letzte Brotkrumen verspeist ist, die beiden Mutterschafe sind dabei immer bedacht, ihre Jungen zu beschützen. 


»Württembergische Lämmer bleiben die ersten vier bis sechs Monate ununterbrochen bei ihrer Mutter«, verrät der Gengenbacher Schäfer Reinhard Bischler. »In dieser Zeit trinken sie die Milch der Mutter, ohne die sie nicht groß und kräftig werden würden.«

Geboren werden Schafe oft im Frühling, aber nicht ausschließlich: »Die meisten Schafrassen bekommen das ganze Jahr über Nachwuchs. Nur einige wenige Rassen gebären saisonal immer im Früling.« Das Osterlamm ist also nicht zwingend von der Natur eingerichtet. Fünf Monate und drei bis fünf Tage trägt eine Schafsmutter ihr Junges im Bauch, bis dieses mit etwa 5,5 bis sechs Kilo auf die Welt kommt. Hat das kleine Lamm dann erst mal das Licht der Welt erblickt, geht es gleich ans Eingemachte: »Schafe sind Fluchttiere, die deswegen schnell auf den Füßen stehen.« Die neu geboren Lämmer trinken dann auch zügig die erste Milch von ihrer Mutter, die sogenannte Biestmilch. »Ohne diese würden die Lämmer es nicht schaffen. Diese besondere Milch bietet den ersten Schutz gegen Viren und Bakterien und sorgt dafür, dass das sogenannte Darmpech abgeht. Auch das ist lebensnotwendig.«


Dass die kleinen Lämmle wissen, was sie machen müssen, also die Zitzen ihrer Mütter finden, ist ihnen angeboren: »Ein gesundes Lamm findet die Euter binnen Minuten«, weiß Bischler. Die Mutter schleckt ihr Baby währenddessen ab, das bringt zum einen den Kreislauf der Lämmer in Schwung, zum anderen nimmt sie den Geruch der Babyschafe an. Denn: »Eine Schafsmutter erkennt ihr Junges immer am Geruch und am Laut. Das ist wichtig, damit das kleine Lamm in der Herde nicht untergeht.«
Fünf Tage bleiben Mutterschaf und Lamm in der Regel etwas abgeschirmt von der Herde, dann aber wagen sich beide bereits raus auf die Weide. Dort frisst der Nachwuchs dann natürlich auch Gras und Heu: »Sie schauen sich das bei der Mutter ab, lernen von ihr. Überleben würden sie aber rein von solchem Futter nicht. Die Muttermilch ist unersetzlich.« 


Und wann ist ein Lamm ausgewachsen? »Früher hat man gesagt, wenn der erste Zahnwechsel stattgefunden hat, also mit etwa 12 bis 13 Monaten. Dann ist ein Lamm kein Lamm mehr, sondern ein Schaf.« 


Da haben die kleinen Lämmle im Gutacher Freilichtmuseum ja noch jede Menge Zeit. Sie sind gerade mal vier Wochen alt, besser gesagt jung. So jung, dass sie sogar noch namenlos sind: »Unsere Lämmer und auch die Mamas haben leider noch keine Namen. Wir sind noch auf Namenssuche«, verrät Tamara Schwenk, ehe sie das Gatter zum Schafgehege wieder schließt und die kleinen Lämmer davontoben.

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Mittelbadische Presse
Robbys Kinder-Nachrichten
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