Kinderakademie

Luftige Ferientage in der Schule

Autor: 
Katrin Mosmann
Lesezeit 3 Minuten
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09. August 2019

Die Kinderakademie-Teilnehmer waren mit Feuereifer bei der Sache und haben drei Ferientage rund um das Thema »Pneumatik« gelernt und vor allem getüftelt. ©Patrick Berger

Freiwillig nachmittags, an den Wochenenden oder dieses Mal sogar in den Ferien in die Schule: Die Teilnehmer der Kinderakademien sind restlos begeistert von den tollen Kursen, wie etwa dem HCC-Kurs »Pneumatik«.
 

Es ist Montag und der erste Sommerferientag: Claudio, Hannes, David, Julian, Finn und Paul sitzen im Werkraum des Lernzentrums Kinzigtal in Biberach und tüfteln mit Plexiglasstücken und Schrauben herum. Die sechs Dritt- und Viertklässler nehmen freiwillig an den ersten drei Ferientagen an dem Hector-Core-Course (HCC) »Pneumatik« mit Lehrer Patrick Berger teil. »Dieser Kurs ist neu und fand zum ersten Mal im Rahmen der Kinderakademien statt«, verrät dieser. »Er war auf Anhieb ausgebucht, wir hatten sogar noch eine lange Warteliste mit Schülern, die ebenfalls gerne dabei gewesen wären.« Die Hector-Core-Course werden speziell für die Kinderakademien für talentierte und hochintelligente Kinder von der Uni Tübingen entwickelt und evaluiert, das heißt wissenschaftlich ausgewertet. »Es werden immer zwei Gruppen miteinander verglichen, wobei eine Gruppe vor dem Kurs und danach befragt wird, die andere lediglich davor«, erklärt Berger.


Der Pneumatik-Kurs jedenfalls kam bei den jungen Teilnehmern super an: »Alle Schüler waren hochmotiviert und voll dabei. Es gab, und das ist nicht üblich, keine Reibereien oder Streitereien, dafür aber eine tolle Teamarbeit«, schwärmt Berger von seiner Truppe. Zu Beginn haben die sechs Schüler, die aus dem gesamtem Kinzigtal kommen, praktisch die Theorie rund um das Thema Pneumatik, also Luft, ausprobiert und kennengelernt. »Wir haben uns angeschaut, wo Luft Arbeit verrichtet. Praktisch haben die Kinder das an Luftpumpen oder kleinen Spritzen mit Schläuchen entdeckt.« So haben sie etwa ausprobiert, was passiert, wenn man Schläuche aneinander drückt, und getestet, ob man Luft komprimieren kann. »Am Computer haben wir dann Beispiele gesammelt, wo Pneumatik überall zum Einsatz kommt. Etwa beim Zahnarzt oder bei Bustüren«, sagt Berger.


Darüber hinaus ging es aber vor allem praktisch ans Werk: Die ersten beiden Tage durften sich die Kinderakademieler mit einem Pneumatik-Starterset an Schaltungen herantasten und eine pneumatisch gesteuerte Schiebetür bauen. »Sie haben dabei immer in Zweierteams zusammengearbeitet.« Wie wird das System aufgebaut? Wie viele Taster brauche ich? Wie kann ich Fehler beheben? Fragen, denen die Schüler auf den Grund gegangen sind. »Das Besondere dabei war, dass die Kinder mit Materialien gearbeitet haben, die auch in der Industrie verwendet werden, also Plexiglasscheiben und echte Schrauben etwa. Und nicht wie sonst meist üblich mit Lego oder anderen Bausteinen«, lobt Berger das Lernmaterial. 


Am dritten Tag dann war Teamwork angesagt: Ein Greifarm, der eine Flasche aufnimmt und diese an eine andere Stelle stellt, galt es zu bauen. »Dabei haben die Schüler wieder in drei Zweierteams gearbeitet, allerdings musste jedes Team eine Sache für das große Ganze erarbeiten. Am Ende wurde dann alles zusammengefügt.« So durfte ein Team einen Drehteller bauen, der den Arm dreht, das andere den Hebearm und die Dritten den Greifer selbst, der sich öffnet und schließt. »Am Ende musste dann alles passen, damit das Endergebnis funktioniert«, erklärt Patrick Berger das Projekt. 


Ob es funktioniert hat, fragt ihr euch? »Ja, natürlich. Und davon konnten sich zum Abschluss dann auch die Eltern überzeugen, die bei der Präsentation dabei waren und stolz Bilder gemacht und Videos gedreht haben. Sie waren fast so begeistert wie die Teilnehmer, die an den drei Tagen viel gelernt aber noch mehr Spaß hatten.«
 

Hintergrund

Das sagen die Kinderakademieler

Dass Schüler in den Ferien freiwillig in die Schule gehen, ist alles andere als selbstverständlich. Da muss es dann schon einen guten Grund geben: »Ich habe den Kurs belegt, weil er etwas mit Bauen und Technik zu tun hat«, sagt Julian. Finn verrät: »Ich war schon in dem Fischer-Technik-Kurs, der mir viel Spaß gemacht hat. Daher hat mich dieser technische Kurs ebenfalls gereizt.«
Und wenn man die Teilnehmer hört, hat es sich gelohnt: »Das Bauen und Konstruieren hat großen Spaß gemacht«, sagt David. Paul verrät sein Highlight: »Der Bau der Schiebetür hat mir ganz klar am besten gefallen.« Und Claudio hat die Erfolgserlebnisse genossen: »Ich fand es einfach klasse, wenn alles aufgebaut war und dann funktioniert hat.«

Dass alles in Teamwork stattfand, hat bei den Teilnehmern ebenfalls Eindruck hinterlassen: »Es ist ein schönes Gefühl, etwas als Team zu schaffen«, finden Paul und Julian. Auch David freut sich: »Es war schön zu sehen, dass unsere Absprachen funktioniert haben.« Und das war nicht immer leicht, sagt Hannes: »Den Roboter als Team zusammenzubauen, anzuschließen und dann jeder für sich zum richtigen Zeitpunkt den Knopf zu drücken, war wirklich eine Herausforderung, die wir aber gut gemeistert haben.«

 

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