Die Chefin vom Vogtsbauernhof

Margit Langer: "Ich lerne noch jeden Tag dazu"

Autor: 
Katrin Mosmann
Lesezeit 3 Minuten
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30. August 2018

Margit Langer, Geschäftsführerin, steht auf dem Gelände des Freilichtmuseums Vogtsbauernhof vor dem "Schlössle von Effringen". ©dpa

Am Freitag waren zehn Gewinner im Rahmen von Robby Rheinschnakes Sommeraktion im Freilichtmuseum Vogtsbauernhof. Jeden Tag kommen zahlreiche Besucher nach Gutach, um sich die alten Bauernhäuser anzuschauen und in die Geschichte einzutauchen. Und dann arbeiten auch ganz viele Menschen in dem Freilichtmuseum. Natürlich gibt es daher auch einen Chef, besser gesagt eine Chefin. Margit Langer ist die Geschäftsführerin des Gutacher Freilichtmuseums. Geschäftsführerin – das klingt nach einem sehr spannenden Beruf. Im Gespräch mit den Kindernachrichten hat Margit Langer verraten, was eine Geschäftsführerin alles machen muss und ob sie schon immer diesen Berufswunsch hatte.
 

Sie sind Geschäftsführerin des Freilichtmuseums Gutach. Was macht eine Geschäftsführerin? 


Margit Langer: Eine Geschäftsführerin sollte den Überblick behalten, koordinieren und vernetzen können. Wichtig ist, alle Kolleginnen und Kollegen für ein gemeinsames Ziel zu begeistern. Unsere Vision ist zum Beispiel die Norderweiterung des Museums in den kommenden Jahren. 

Wie wird man denn Geschäftsführerin? 

Langer: In dem man sich mit Herzblut für etwas, von dem man überzeugt ist, engagiert. 

Mussten Sie für diesen Beruf studieren?  

Langer: Ich habe Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Marketing und Sprachen studiert. Leider gibt es das Fach »Geschäftsführer sein« noch nicht an der Uni. Aber das hätte ich mit Sicherheit auch gar nicht belegt, weil ich eigentlich gar keine Chefin werden wollte. Das hat sich so ergeben, ich war einfach zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort und von der Aufgabe überzeugt. 

Welche Fächer sind denn im Unterricht wichtig, wenn man Kulturmanagerin werden möchte?

Langer: Um das BWL-Studium zu schaffen, sollte man einigermaßen Mathe können. Auch Fremdsprachen und Deutsch sind immer wichtig. Aber eigentlich kann man alles schaffen, wenn man es unbedingt möchte, auch wenn die Noten in dem einem oder anderen Fach nicht die besten sind. Fleiß gehört dann aber unbedingt dazu.

Wussten Sie schon als Kind, dass Sie mal Geschäftsführerin werden wollen?   

Langer: Als Kind wollte ich unbedingt Tierärztin werden. Später wollte ich etwas machen, bei dem ich viel reisen kann, wie zum Beispiel Auslandskorrespondentin für eine Zeitung. Erst nach vielen Jobs und Praktika während des Studiums und nach einem Volontariat in einem Museum war klar, dass ich im Kulturbereich bleiben möchte. Am liebsten wollte ich etwas im Kulturmanagement oder in der Öffentlichkeitsarbeit machen. Das Fach Betriebswirtschaft war dafür ganz wichtig. Vor dem Studium habe ich übrigens noch eine Ausbildung als Damenschneiderin gemacht, nicht, weil ich unbedingt in die Mode wollte, sondern weil ich nach dem Abi etwas Handwerkliches machen und mich orientieren wollte. Im Rückblick war das eine sehr gute Entscheidung. 

Als Geschäftsführerin haben Sie ja auch einige Angestellte. Ist Chef sein schwer? 

Langer: Es macht viel Freude, zu gestalten und zu entscheiden. Und es ist natürlich auch nicht immer einfach. Wenn man die Verantwortung hat, ist es oft schwierig, loszulassen und abzuschalten. Und manchmal muss man auch Entscheidungen treffen, die einem nicht so gut gefallen. 

Lernt man im Studium, wie man ein Museum leitet? 

Langer: Nein, lernen tut man nur aus den Erfahrungen, die man sammelt. Auch heute lerne ich noch jeden Tag dazu. 

Hat man als Chef eigentlich auch mal Feierabend und Ferien? 

Langer: Unbedingt, denn nur durch Auszeiten kann man wieder Kraft schöpfen. Und viele Dinge kann man mit Abstand auch wieder klarer sehen. Man muss da aber ganz streng mit sich sein und sich die Auszeiten auch nehmen. Das ist das Schwierigste. Hobbies, andere Interessen sowie Familie und Freunde sind da sehr wichtig. Ich bin der Überzeugung, dass ein guter Chef sich auch dadurch auszeichnet, dass der Betrieb auch mal ohne ihn laufen kann. Dann, finde ich, hat man alles richtig gemacht. 

So erreicht ihr Robby Rheinschnake

Mittelbadische Presse
Robbys Kinder-Nachrichten
Nachrichten-Redaktion
Hauptstraße 83a
77652 Offenburg

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