Naturschutz

Ein neues Zuhause für Insekten

Christoph Rigling
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22. Juni 2017
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Geschafft: Das Insektenhotel im Montessori Zentrum Offenburg hängt im Garten der Einrichtung. Erzieherin Manuela Forscht (links) und Praktikant Luca Vetter leiteten die Schüler in der Ferienbetreuung. Naturschützer Bernd Eidel (rechts) aus Offenburg-Griesheim brachte sein Know-how ein. Die Kinder bohrten, sägten und leimten. ©Christoph Rigling

Gibt es im Insektenhotel etwa Zimmer mit Betten und Badezimmer für kleine Krabbeltiere? Nicht ganz. Robby Rheinschnake ist mit seinem Ersatzassistenten ins Montessori Zentrum Offenburg geflogen und hat sich einen Hotelbau mal näher angeschaut.
 

Am Anfang steht gleich der Unfall. Robby Rheinschnakes Assistent schafft es, sich mit der Laubsäge in den Finger zu ritzen. Blut tropft auf den Boden. Doch ehe der Assistent bleich werden kann, weiß die neunjährige Eve Rat. »Da hilft nur Spitzwegerich.« Zum Glück wächst die unter Erwachsenen als Unkraut bekannte Pflanze auf dem Rasen nebenan in rauen Mengen. Und so muss der Assistent sich einen Blattverband anlegen. »Spitzwegerich desinfiziert und stoppt die Blutung«, erklärt Erzieherin Manuela Forscht. Sie unterrichtet kosmische Erziehung im MZO.  Da geht es um Natur, Tiere, Heimat – und eben Kräuter.

Unterschlupf zum Nisten


Forscht ist auch zuständig für die Ferienbetreuung der Schulkinder. Seit Ostern dreht  sich alles um das Insektenhotel. In Insektenhotels findet man kleine Röhren aus Holz oder Pflanzenstängel. Dort können etwa Bienen, Fliegen, Käfer und andere Tierchen Unterschlupf und Platz zum Nisten finden. Gemeinsam mit dem Naturschützer Bernd Eidel aus Offenburg-Griesheim werkelt Forscht mit den Schülern seit Ostern immer wieder am Insektenhotel. Eidel bastelte vorab Schubfächer und die »Hotel-Fassade«, während die Kinder in den Osterferien sie anmalten und ab und an bei Ausflügen Material für die »Möbel« sammelten. Jetzt ist in den Pfingstferien letzte Hand angelegt worden. Das Hotel ist bezugsfertig.


Pauline, Eva, Emma und Gesine sägen schmale Bambusröhrchen in kleine Teile. Robbys Assistent geht es wieder besser. Er versucht es erneut mit der Säge – das Sägeblatt bricht ab. Wirkliche Hilfe sieht anders aus. Die klein gesägten Bambusröhrchen werden anschließend in Schubfächer angeleimt. »Angeleimt deshalb«, sagt Bernd Eidel, »weil sonst Vögel die Röhrchen rausziehen.« Hannes ist der große Bohrer. Mit Praktikant Luca Vetter bohrt er tiefe Löcher in Scheite aus Eichenholz. Hier finden Wildbienen oder Holzbienen ein neues Zuhause.
»Gerade in dichtbesiedelten Gegenden haben viele Insekten immer weniger Raum zum Leben«, erzählt Eidel. »Da sie aber wichtig sind, weil sie etwa Schädlinge futtern oder Pflanzen bestäuben, stellen Leute ihnen kleine oder auch größere Häuschen hin – und die nennt man dann Insektenhotels.«

Löcher in die Wand


»Ich finde es toll, wenn wir den Insekten ein neues Zuhause bauen«, meint Gesine. Hannes interessiert sich jetzt für den Schubkarren. Denn mit dem wird das fertige Hotel an das Gartenhäuschen auf dem MZO-Gelände gefahren. Bernd Eidel hat alles fachmännisch in Eigenarbeit vorbereitet. Schnell sind ein paar Löcher in die Wand des Gartenhäuschens gebohrt. Die Kinder heben flink die runtergefallenen Schrauben wieder auf. Das Haus wird angeschraubt, das Dach installiert, und zum Schluss wird der Schweiß von der Stirn abgewischt. Denn es ist ziemlich heiß im MZO-Garten. Toll, sind sich alle einig und bestaunen ihr Hotel.


»Und wie geht es jetzt weiter?«, will Anna wissen. Nun wird gewartet, dass die ersten Bewohner kommen. Und wenn ganz viele anfliegen, dann kann das Hotel auch ausgebaut werden. Platz ist ja links, rechts und unten noch genug. Und wenn sich keine Insekten einfinden, Robby Rheinschnake liebt schon jetzt das Hotel. Da kann er mal ein paar Verwandte unterbringen.

Hintergrund

Insektenhotel

Um ein einfaches Insektenhotel zu bauen, reichen ein paar Utensilien und Hilfsmittel aus Garten und Haushalt. Eine solide Grundlage ist zum Beispiel ein trockenes Stück Holz aus einem Baumstamm, das etwa 20 Zentimeter dick sein sollte und in das mit der Bohrmaschine Löcher gebohrt werden. Für eine andere Variante werden in eine leere Konservendose Bambusstangen gesteckt, die etwas länger als die Dose sind. Wichtig ist ein trockener und geschützter Standort, beispielsweise unter einem Carport. Für einige Insekten bietet das Haus eine Gelegenheit zum Überwintern. Der Naturschutzbund stellt auf seiner Website unter www.nabu.de eine »Bauanleitung für Insektenhotels« vor. Außerdem gibt es eine neue Nabu-Videoreihe, die mit Tipps zu Insektenhotels startet (http://www.nabu.de/oekologischleben/
missiongruen/17063.html).

So erreicht ihr Robby Rheinschnake

Mittelbadische Presse
Robbys Kinder-Nachrichten
Nachrichten-Redaktion
Hauptstraße 83a
77652 Offenburg

Ein Fax schickt ihr an: 0781/504-3719

Mit einer Email geht es am schnellsten: robby@reiff.de

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