Gengenbach/Ohlsbach

"Forscher/innen für die Region": Fledermausart wiederentdeckt

Autor: 
Katrin Mosmann
Lesezeit 3 Minuten
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19. August 2016
Laborarbeit: Schüler des Marta-Schanzenbach-Gymnasiums Gengenbach forschen im Schüler­labor in Ohlsbach. Viele Entdeckungen wurden bereits gemacht.

Laborarbeit: Schüler des Marta-Schanzenbach-Gymnasiums Gengenbach forschen im Schüler­labor in Ohlsbach. Viele Entdeckungen wurden bereits gemacht. ©Hans-Peter Möschle

Der Ortenauer Verein »Forscher/innen für die Region« (FRO) hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Forschen und Tüfteln in der Region bereits bei Kindern, insbesondere bei Jugendlichen, anzuregen, zu fördern und zu unterstützen. Der Verein wurde 2014 mit Unterstützung von Hans-Peter Möschle ins Leben gerufen. Robby Rheinschnakes Assistentin hat mit dem Unternehmer über die Forschungsgruppe gesprochen.

Wie kam es zur Gründung des Vereins?
Hans-Peter Möschle: Unser Ziel ist, am Standort Gengenbach ein Schülerforschungszentrum aufzubauen. Ich habe seit 2011 mit meiner Firma das Bio-Lab-Projekt des Marta-Schanzenbach-Gymnasiums (MSG) unterstützt. Damals wurde klar, dass die räumliche und organisatorische Unterstützung mit dem Ziel eines Schülerforschungszentrums nur mit der Gründung eines Vereins möglich ist. Seit 2015 besteht eine Kooperation zwischen dem Verein, der BRO (Bildungsregion Ortenau), dem Marta-Schanzenbach-Gymnasium Gengenbach und der Stadt Gengenbach.

Was genau macht der Verein denn?
Möschle: Er unterstützt Bio- und Chemieprojekte, die vorwiegend der Nachhaltigkeit für Umwelt und Natur dienen. Es geht etwa um Bakterien, die Schwefel aus Biogas entfernen, oder Enzyme, die günstigere Medikamente herstellen können. Den Technikbereich, der die Bereiche Elektro, Mechanik und Informatik umfasst, möchten wir derzeit aufbauen. Das Schwerpunktthema hier sind »autonome Systeme«, wozu die Robotergruppe gehört.

Wer kann denn bei der Forschergruppe mitmachen?
Möschle: Jugendliche ab der fünften Klasse können in Kooperation mit den Schulen – zunächst zum Aufbau der Grundlagen – mitmachen. Ab der achten Klasse können die Jugendlichen dann mit selbstständigen Projekten in Kooperation mit den Schulen teilnehmen. Ab der Oberstufe dann auch mit eigenen Projekten auch über die Schulzeit hinaus bis ins Studium. In diesem Fall dann eben als Betreuer der FRO.

Stimmt, Betreuer gibt es ja auch. Kann man denn auch direkt als Betreuer einsteigen?
Möschle: Sehr gerne sogar. Meister, Ingenieure und Lehrkräfte sowie Studenten, wissenschaftliche Hilfskräfte und Professoren sind jederzeit willkommen. Wir freuen uns über rege Unterstützung.

Kostet die Teilnahme im Verein etwas?
Möschle: Für Schüler und Jugendliche ist die Teilnahme kostenlos. Der Jahresbeitrag für Einzelpersonen liegt im Jahr bei 30 Euro. Firmen können uns individuell unterstützen.

Nun gibt es ja in Ohlsbach ein Schülerlabor. Ist das »nur« für die Teilnehmer der FRO oder für alle, die nach der Schule forschen wollen und technikbegeistert sind?
Möschle: Grundsätzlich soll es offen für alle sein. Aktuell nutzen es auch das MSG und Schüler vom Biotechnischen Gymnasium. Außerdem sind wir mit weiteren Gymnasien im Gespräch, die das Labor nutzen wollen.

Nehmen die Teilnehmer der »Forscher für die Region« an Wettbewerben teil?
Möschle: Ja! Vorwiegend  an »Jugend forscht«. 2014 wurden sie sogar Bundessieger und gewannen einen Sonderpreis auf europäischer Ebene. 2015 belegten Teilnehmer den dritten Platz beim Bundeswettbewerb Bio und 2016 sogar den zweiten Platz.

Was für Projekte stehen in Zukunft an?
Möschle: Im Bereich Bio und Chemie sind Projekte über Wildkatzen, Biokohle oder etwa Bakterien, die Nitrat binden, geplant und angelaufen. Außerdem werden bestehende Projekte weiterentwickelt, und natürlich sind Ideen für Neues jederzeit willkommen. Im Bereich Technik bauen wir die Robotergruppe auf.

Gab es denn schon bahnbrechende Ergebnisse?
Möschle: Ja, zum Beispiel die Entdeckung einer Fledermausart, die als ausgestorben galt, der Nachweis, dass Bakterien Schwefel aus Biogas herausfiltern können, und die Patentanmeldung für ein Enzym. Es gibt also einiges.

So erreicht ihr Robby Rheinschnake

Mittelbadische Presse
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Ein Fax schickt ihr an: 0781/504-3719

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