Küken mögen’s warm

Rund 500 Küken sind im Gutacher Freilichtsmuseum geschlüpft

Autor: 
Katrin Mosmann
Lesezeit 3 Minuten
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11. April 2018
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Gerade noch im Ei und schon sitzt das zwei Tage alte Küken bei den Eiern, die bereits erste Risse aufweisen. Nicht mehr lange wird es dauern, bis die Kleinen schlüpfen und ihren Freunden in der Kükenstation Gesellschaft leisten.

(Bild 1/2) Gerade noch im Ei und schon sitzt das zwei Tage alte Küken bei den Eiern, die bereits erste Risse aufweisen. Nicht mehr lange wird es dauern, bis die Kleinen schlüpfen und ihren Freunden in der Kükenstation Gesellschaft leisten. ©Katrin Mosmann

Im Freilichtmuseum Vogtsbauernhof in Gutach haben in den vergangenen Tagen viele Küken das Licht der Welt erblickt. Robbys Assistentin hat die kleinen Tiere besucht und erfahren, wie lange es dauert, bis aus einem Ei ein Küken schlüpft.

Sind die niedlich und kuschelig«, sagt Matti (3) während er ein kleines Küken behutsam in seinen Händen hält. Das Küken ist gerade einmal einen Tag alt. Mattis Hände schützen das kleine Tierchen, das sich so geborgen fühlt, dass es einschläft. Hühnerzüchter Wolfgang Wöhrle betreut die Kükenstation im Falkenhof des Freilichtmuseums Vogtsbauernhof in Gutach, wo in den vergangenen Tagen knapp 500 Küken das Licht der Welt erblickt haben: »Für die Küken sind die Handflächen der Kinder Mutterwärmeersatz. Das Küken fühlt sich geborgen und ruht sich aus. Wenn es einschläft ist das ein Zeichen, dass es sich wohlfühlt.« 

Immer ein Höhepunkt

Auch Lukas (6) und Hannah (8) sind ganz vernarrt in die kleinen Küken: »Wir kommen jedes Jahr her, wenn sie im Museum die Küken haben. Das ist immer das Highlight«, schwärmt Lukas und Hannah ergänzt: »Es ist so toll, Küken in der Hand zu halten, die so klein sind.«

Die Geschwister Aurelia (7) und Leopold (5) können sich gar nicht mehr von der Kükenstation, wo die Küken, die in den vergangenen beiden Tagen geschlüpft sind, unter dem Rotlicht die Wärme genießen, losreißen: »Ich bin ein riesiger Tierfan und hatte schon oft Küken und auch Hühner in den Händen«, verrät Aurelia. »Das macht einfach total viel Spaß. Und die Kleinen sind ganz weich«, sagt ihr jüngerer Bruder.

21 Tage dauert es im Schnitt, ehe aus einem befruchteten Ei ein Küken schlüpft. Den Part der Mutter, die das Ei ausbrütet, übernimmt im Freilichtmuseum ein Brutapparat: »37,8 Grad warm ist es in dem Kasten. 18 Hühnerrassen sind vertreten, unter anderem Holländer Haubenhühner, Schwarzwälder Hühner und Sundheimer Hühner. Letztere sind übrigens die einzige echte badische Hühnerrasse«, verrät Wolfgang Wöhrle. 

Museumshühner

»Einige Küken werden, wenn sie geschlüpft sind, von den Landwirten abgeholt, die sie uns zum Ausbrüten gebracht haben. Einige aber werden auch hier auf dem Museumsgelände aufwachsen.« Wenn die Küken groß genug sind, dürfen sie die Kükenstation mit der Wärmelampe verlassen und draußen auf Futtersuche gehen.

»Vier Wochen sind sie aber auf jeden Fall in der Station. Bis zur sechsten oder auch achten Woche kommen sie abends wieder rein, der Frost würde den kleinen Tieren nicht guttun.« Und so lange bekommen sie von Wolfgang Wöhrle und den Mitarbeitern des Museums alles was sie brauchen: »Schnabelgerechte Futtergetreide-Pelletts, ein bisschen Schnittlauch, Kamillentee, der gut für die Verdauung ist, und Eier, mehr braucht es nicht, dass aus Küken Hennen und Hähne werden.«

Info

Küken kommunizieren

Wenn Küken in Brutstationen ausgebrütet werden, gibt es einen sogenannten Vorbrütschrank, wo die Eier bis zum 18. Tag bei knapp 60 Prozent Luftfeuchtigkeit verweilen. »Danach kommen sie in den Schlupfbrüter. Dort herrschen 90 Prozent Luftfeuchtigkeit. So haben die Küken, wenn sie schlüpfen, den einfachsten Start«, verrät Wolfgang Wöhrle. Grundsätzlich sei es immer eine Überraschung, wann die Küken das Licht der Welt erblicken. »Es kann sein, dass ich abends zu den Brutschränken komme und zwei, drei kleine Küken darin sitzen. Sie sind dann komplett nass, wenn sie aus dem Ei kommen. Das liegt am Eiweiß. Erst wenn sie komplett abgetrocknet sind – nach rund vier bis fünf Stunden – kommen sie aus dem Brutschrank raus und unter die Wärmelampen.«

Die Hühner sprechen sich übrigens ab, wann sie schlüpfen: »Die Tiere nehmen nicht nur die Stimmen außerhalb der Eier wahr, man hat herausgefunden, dass sie auch untereinander in den Brutschränken (im Ei) kommunizieren.« Ob das Küken übrigens Hahn oder Henne ist, ist für den Mensch erst nach einigen Wochen ersichtlich, wenn die Tiere rund zwei Monate alt sind.

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