Robby Rheinschnakes Assistentin war mit dabei

Obsthof Kasper zeigt: So kommt der Apfel in die Flasche

Autor: 
Katrin Mosmann
Lesezeit 3 Minuten
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02. Oktober 2018

(Bild 1/2) Die Äpfelanlieferung auf dem Obsthof Kasper in Oberkirch-Nussbach. ©Katrin Mosmann

Robby Rheinschnakes Assistentin war am Wochenende auf dem Obsthof Kasper in Oberkirch-Nussbach, wo aus knackigen Äpfeln Apfelsaft gepresst wird. 

Herbstzeit ist Apfelzeit. In allen Varianten könnt ihr das Obst derzeit genießen, als Kuchen, Apfelmus, Marmelade und natürlich auch als Apfelsaft. Aber habt ihr euch schon mal gefragt, wie der Apfel eigentlich in flüssiger Form in die Flasche kommt? 

Raphael (12), Olympia (14), Elisa (10) und Mathilde (6) wissen genau, wie das funktioniert. Sie waren am vergangenen Wochenende nämlich mit ihren Familien und vielen anderen Mitgliedern der Nabu (Naturschutzbund)-Gruppe Kehl-Hanauerland auf dem Obsthof Kasper in Oberkirch-Nussbach. An Josef Kaspers großer Bandpresse wurden hunderte von Äpfel ausgepresst und später in Flaschen gefüllt: »Wir sind jedes Jahr hier, um Apfelsaft zu machen. Wir haben viele Äpfel von unseren eigenen Streuobstwiesen, die komplett zu Apfelsaft verarbeitet werden«, verrät Stefanie Bachmann vom Nabu. »Wir haben natürlich erstmal die Bäume abernten müssen«, verrät Olympia.

»Wir haben sie geschüttelt und dann die Äpfel aufgehoben. Die guten sind in den Hänger für den Obsthof gekommen, die gammeligen kamen weg.« In Nussbach bei der Familie Kasper angekommen, geht es dann gleich ans Eingemachte: »Die Äpfel kommen in die große Bandpresse, wo sie erstmal gewaschen werden«, verrät Elisa. 

In Kessel aufgefangen

Josef Kasper vom Obsthof erklärt: »Die ganzen Äpfel mit allem drum und dran werden mithilfe einer sogenannten Schnecke aus dem Wasserbad nach oben gezogen und dort dann grob zerkleinert. Auf dem großen Fließband werden die zerkleinerten Äpfel nun ausgepresst und der Rohsaft wird in einem großen Kessel aufgefangen.«

Eine Pumpe befördert den Rohsaft, von dem man natürlich schon naschen kann, weiter in eine Zentrifuge: »Durch die sogenannte Zentrifugalkraft werden Grobteile, die Trübstoffe, aus dem Saft rausgefiltert, sodass kein großer Satz in der Flasche ist«, erklärt Josef Kasper weiter. Ein bisschen könnt ihr euch das vorstellen wie Fruchtfleisch, dass aus Orangensaft gefischt wird. 

»Der Saft wird weiter in einen Edelstahlbehälter gepumpt und dann in einem Durchlauferhitzer bei 80 Grad steril gemacht. Der Apfelsaft ist danach zwischen zwei und vier Jahren haltbar.« Denn durch das Erhitzen werden Hefepilze, die überall in der Luft sind, abgetötet. Diese Hefepilze sind nämlich der Grund, dass der Rohsaft irgendwann gären und zu Alkohol werden würde. Danach muss der noch warme, besser gesagt heiße Saft nur noch an der Abfüllstation in Flaschen gefüllt werden. Auch das geht alles automatisch an der Anlage: »Durch die hohe Temperatur des Apfelsafts wird auch die Flasche beim Einfüllen steril.«

Ganz schön spannend, wie das funktioniert, finden Elisa, Raphael, Olympia und Mathilde. Und ganz schön lecker: »Nach solchen Tagen hat man abends meistens Bauchweh vom vielen Naschen«, schmunzelt Raphael, der den Saft am liebsten aus der Maschine raus roh und unverdünnt trinkt. Auch Mathilde ist begeistert: »Der Saft ist sehr lecker, viel besser als normaler ›Apfelsaft‹. Den mag ich mittlerweile gar nicht mehr so gerne.«

»Er schmeckt halt viel fruchtiger und ist nicht so pappesüß«, sagt Olympia. Und ganz abgesehen davon ist der Saft auch nicht ungesund: »In dem naturtrüben Saft sind die wertvollen Nährstoffe alle noch drin«, weiß Josef Kasper.  Übrigens: Die Reste, die beim Pressen übrig bleiben, nennt man Trester. »Dieser wird gerne als Tierfutter verwendet. Einige Landwirte holen ihn deswegen bei uns ab.«

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