Kinder

Rettungshund auf Wienerlejagd

Autor: 
Katrin Mosmann
Lesezeit 4 Minuten
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25. Mai 2019

Rettungshund Timon ©Michael Oser

Michael Oser  hat ein besonderes Hobby. Gemeinsam mit seinem Hund Timon ist er bei der Rettungshundestaffel Breisgau-Ortenau. Vor drei Wochen hat Timon nun die Prüfung bestanden und »wartet« auf seinen ersten »echten« Einsatz.
 

Ich habe ein Hobby gesucht und mich deswegen auf der Hundemesse umgeschaut.  Hunde fand ich schon immer toll und ich dachte, vielleicht finde ich hier etwas«, erzählt der Ortenauer Michael Oser. »Dort bin ich dann auf die Rettungshundestaffel Breisgau-Ortenau aufmerksam geworden.« 

Mittlerweile sind Michael Oser und sein Timon (vier Jahre alt), ein griechischer Straßenhund, den Oser über den Tierschutzverein Fellnasen in Stuttgart bekommen hat, Teil der Rettungshundestaffel. Zwei Mal pro Woche treffen sich die Mitglieder, um für den Ernstfall zu proben. Denn: »Wir suchen vermisste Personen, etwa Pilzesammler, die sich verletzt oder verirrt haben, aber auch Kinder und alte Menschen, die verschwunden sind«, erklärt Michael Oser die Arbeit der Rettungshundestaffel. »Wir werden über die Leitstelle von der Polizei angefordert. Hauptsächlich dann, wenn große Flächen durchsucht werden müssen, also etwa riesige Waldstücke.« 

Wichtige Ausbildung

Doch bis ein Hund gemeinsam mit seinem Herrchen in den Einsatz darf, müssen beide natürlich erst einmal viel lernen: »Ich gehe berufsbedingt nur einmal pro Woche ins Training. Timon und ich haben deswegen 3,5 Jahre gebraucht, bis wir die Hauptprüfung absolvieren konnten, die Voraussetzung ist, dass man in den Einsatz darf«, erklärt Oser. »Vor drei Wochen dann haben wir die Prüfung gemacht und Timon ist nun ein echter Rettungshund.« 

Ausgebildet werden für die Rettungshundestaffel Mensch und Tier gemeinsam: »Wir gehen immer zu zweit mit einem Hund in den Einsatz. Ein Mensch ist der Hundeführer, der andere der Suchtrupphelfer, der jederzeit wissen muss, wo genau wir sind, den Funk bedient und aufpasst, was hinter uns passiert, denn der Hundeführer muss die Augen Richtung Rettungshund haben.« 

Natürlich haben die Hundeführer und Suchtrupphelfer alle eine gute Ausbildung in Sachen Erste Hilfe. Doch nicht nur in Erster Hilfe am Menschen: »Wir müssen auch genau wissen, was wir zu tun haben, wenn sich der Hund verletzt, etwa, wenn er sich an den Zähnen oder Krallen verletzt hat oder eingeklemmt ist.«

Die Hauptperson, besser gesagt das Haupttier in dem Ganzen aber ist und bleibt der Hund. Und der muss deswegen auch jede Menge lernen. »Das Erste, was die Welpen lernen, ist das Riechen der Menschen. Zu Beginn der Ausbildung sitzen vier Menschen hintereinander. Der Hund muss zu jedem Menschen gehen, und bekommt dann ein Stückchen Wurst von diesem. Mit der Zeit werden die Abstände, in denen die Leute sitzen, immer größer. Und irgendwann sind sie nicht mehr gleich sichtbar, er muss sie suchen.« Diese Suche wird mit der Zeit immer komplizierter. »Dann kann es sein, dass der Mensch auf einem Holzstapel liegt oder unter einem Tarnnetz versteckt ist.« 

Hat der Rettungshund den »Vermissten« gefunden, ist der Ablauf immer gleich, erklärt Oser: »Er kommt zurück und bellt. Der sogenannte Verbeller zeigt, dass er jemanden gefunden hat. Zur Belohnung gibt es dann wieder ein Stückchen Wurst.« Timon und seine tierischen Freunde gehen also genau genommen auf Wienerlejagd.

Doch woher weiß Timon eigentlich, dass er jemanden suchen muss? »Die Rettungshunde bekommen eine Kenndecke umgelegt. An dieser ist ein Glöckchen dran. Das Signal sagt Timon: Suche jemanden. An der Decke ist auch ein Licht, sodass wir vor allem bei Nachteinsätzen immer wissen, wo der Hund ist.«

Die Arbeit der Rettungshundestaffel-Mitglieder ist übrigens ehrenamtlich: »Es ist ein Hobby, allerdings eines, bei dem wir vielleicht Leben retten können. Und das ist Motivation genug«, sagt Michael Oser. »Und mein Timon liebt es, in Bewegung zu sein. Er rennt für sein Leben gerne. Wir könnten kein besseres Hobby haben.«

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