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»Stunde der Wintervögel«: Sorge um Amsel und Grünfink

Autor: 
Andreas Braun
Lesezeit 3 Minuten
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18. Januar 2019

Bei der Mitmach-Aktion »Stunde der Wintervögel« des Naturschutzbundes, wurden in diesem Jahr noch weniger Amseln gezählt als im Vorjahr. Ein Grund für den Rückgang könnte ein aus Afrika stammender Virus sein, gefördert durch den langen Sommer. ©dpa

Inzwischen stehen die wichtigsten Ergebnisse der »Stunde der Wintervögel« fest, die vom 4. bis 6. Januar 2019 stattfand. Demnach haben sich im Ortenaukreis diesmal rund 550 Naturfreunde an der beliebten Mitmach-Aktion des Naturschutzbundes (Nabu) beteiligt – erfreulich viele, zumal das Wetter am Aktionswochenende eher regnerisch und windig war. Zusammen meldeten sie zirka 14.300 Vögel, die sich auf 62 Arten verteilen.

Die Goldmedaille geht erneut an den Haussperling, der die Rangliste wie jedes Jahr mit großem Vorsprung anführt und sogar noch zulegen konnte: Im Schnitt wurden 8,7 Exemplare dieser Spatzenart pro Garten gezählt, was im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung um 23 Prozent bedeutet. Demnach war fast jeder vierte am Aktionswochenende beobachtete Vogel ein Haussperling.

Kohlmeise auf Platz 2

Auf Platz zwei landet, ebenfalls wie im Vorjahr, mit Abstand die Kohlmeise: Trotz leichter Rückgänge behauptet sie ihre Silbermedaille, in über 90 Prozent aller Gärten wurde sie gesichtet. Dass indes mit durchschnittlich 4,5 Exemplaren pro Garten statistisch betrachtet knapp eine Kohlmeise weniger pro Beobachtungspunkt gezählt wurde als im Januar 2018, könnte mit dem Wetter zusammenhängen: Eventuell waren nämlich weniger Kälteflüchtlinge von weiter her zu Gast als vor einem Jahr, genau weiß man es nicht.

Danach fallen in der Tabelle ein paar Verschiebungen auf: So gelang es dem Buchfink diesmal, im Mittel rund 35 Prozent zuzulegen – vielleicht,  weil einige Exemplare aus den schneebedeckten Schwarzwaldlagen vorübergehend in Städte und Dörfer der Ebene ausgewichen waren. Damit geht die Bronzemedaille diesmal an ihn, zugleich verdrängt er die Blaumeise vom Siegertreppchen auf den vierten Platz. Sagen lässt sich außerdem, dass die bereits im Vorfeld da gewesene Vermutung, der Amsel könne es schlechter gehen, durch die dokumentierten Zahlen untermauert wird: Wie in ganz Baden-Württemberg befinden sich ihre Werte nämlich auch im Landkreis auf einem niedrigen Niveau, im Schnitt wurden 2,5 Amseln pro Garten gezählt.

Damit ist dieser Wert zwar besser als im landesweiten Ergebnis (2,2), gleichwohl reicht es nur für Platz 6. Hauptgrund für diese negative Entwicklung dürfte sein, dass das aus Afrika stammende Usutu-Virus dieser beliebten Drosselart spürbar zusetzt – gefördert vermutlich durch den langen Sommer.

Zweites Sorgenkind ist der Grünfink: Ihm macht, und zwar schon seit einigen Jahren, ein Einzeller namens »Trichomonas gallinae« zu schaffen, der den Verdauungstrakt der Tiere befällt. Auch bei dieser Gartenvogelart ist die Tendenz für die Ortenau rückläufig –und zwar um rund 12 Prozent gegenüber 2018, so dass es wie im Vorjahr nur noch für Rang 9 reicht. Auffällig ist, dass dies im Gegensatz zum landesweiten Trend steht, der eher auf eine Verbesserung hindeutet – warum dem so ist, bleibt letztlich unklar, möglicherweise handelt es sich um ein lokales Phänomen.

Deutlich mehr Stare

Zu den weiter hinten gelegenen Plätzen: Hier fällt zum Beispiel auf, dass der zunehmend »reisefaul« gewordene Star diesmal regelrecht durchgestartet ist – mit 344 gezählten Exemplaren gelang ihm im Landkreis nämlich ein Riesensatz von Platz 27 auf Rang 12. Im Aufwind sind außerdem der auch als Distelfink bekannte Stieglitz (321 Exemplare, Platz 13) sowie die Ringeltaube (165 Exemplare, Platz 16), die eine deutliche Tendenz zur Verstädterung zeigt.

Info

Die Ortenauer Vögel

Bei der »Stunde der Wintervögel« vom 4. bis 6. Januar belegten im Ortenaukreis folgende Arten die ersten zehn Plätze (Stand kurz vor Abschluss der Auswertung, in Klammer die Zahl der gemeldeten Exemplare):

1. Haussperling (3264)
2. Kohlmeise (1694)
3. Buchfink (1351)
4. Blaumeise (1195)
5. Feldsperling (1035)
6. Amsel (939)
7. Saatkrähe (568)
8. Elster (520)
9. Grünfink (402)
10. Rotkehlchen (378)

Dazu kommen noch 52 weitere Vogelarten mit zusammen 2951 Exemplaren.         ab

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