Workshop für Kinder

"Spitzenklöppeln macht wahnsinnig Spaß"

Autor: 
Katrin Mosmann
Lesezeit 3 Minuten
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23. August 2018
Drehen und kreuzen: Anita Klumpp stellt beim Spitzenklöppeln aus feinem Garn tolle Spitzen in Handarbeit her.

Drehen und kreuzen: Anita Klumpp stellt beim Spitzenklöppeln aus feinem Garn tolle Spitzen in Handarbeit her. ©Vogtsbauernhof

Kinder ab neun Jahren können in einem Workshop im Freilichtmuseum Vogtsbauernhof in Gutach erste Kenntnisse im Spitzenklöppeln erlernen. Was genau sich hinter der alten Handwerkskunst verbirgt, verrät Hobby-Klöpplerin Anita Klumpp.

Eigentlich sind ja derzeit Ferien, möglicherweise hat der eine oder andere von euch aber Lust, trotzdem was zu lernen. Dann könnte ein Angebot des Gutacher Freilichtmuseums Vogtsbauernhof vielleicht das Richtige sein. Die  Hausacherin Anita Klumpp wird in einem Workshop (siehe Kasten) die alte Handwerkskunst des Spitzenklöppelns lehren. »Das Spitzenklöppeln wurde im 16. und 17. Jahrhundert zur Verzierung von Kleidung entwickelt«, verrät Anita Klumpp. »Es ist eine spezielle Technik, um aus Garn Spitzen herzustellen.« 

Heute meist maschinell

Spitzen sind auch heute noch sehr gefragt, besonders Mädchen und Frauen lieben Kleidung mit Spitzenverzierungen. Die Spitzen heute werden aber meist mit Maschinen gefertigt. »Früher wurde die Spitze immer in Handarbeit hergestellt«, weiß die Hobbyklöpplerin. »Königin Elisabeth die Erste etwa trug Kleidung mit handgefertigter Spitze.« Aber auch heute wird ab und an noch gewerblich und in Handarbeit geklöppelt: »Etwa für die gehobene Pariser Modewelt, die sogenannte Haute Couture.«

Klöppeln kann man sich ein bisschen wie Weben vorstellen: »Man hat sogenannte Klöppel, auf die Garn kommt. Dann muss man ›drehen und kreuzen‹. Mit dieser Handbewegung wird auf einem Leinenschlag die Spitze geklöppelt.« Natürlich gibt es ganz verschiedene Muster, wie die Spitze aussehen soll: »Ein sogenannter Klöppelbrief dient als Vorlage. Dort ist abgebildet, wie die Spitze aussehen soll. Und es wird erklärt, wie die Fäden verwoben werden müssen.«

Beim Klöppeln wird übrigens ein spezielles Garn verwendet: »Es ist dünner als beim Häkeln. Es gibt sowohl Baumwoll- als auch Leinengarn«, verrät Anita Klumpp, die das Klöppeln einst im Urlaub auf Malta für sich entdeckt hat: »Dort saßen Frauen vor ihren Häusern, die dort meterweise geklöppelt haben. Das hat mich fasziniert, und ich fand es unglaublich spannend. Auch, weil es eben was anderes ist als Häkeln.« Mehrere Jahre hat Anita Klumpp dann Kurse an der Volkshochschule besucht, ehe sie selbst begann, anderen das Spitzenklöppeln beizubringen. »Ich besuche immer noch regelmäßig Kurse, um mich weiterzubilden.« Denn auch in Sachen Spitze gibt es natürlich immer wieder neue Muster und Trends. »Heute werden teilweise auch Bilder geklöppelt, beliebt ist die Spitze auch, um Kleidung aufzupeppen«, erklärt Anita Klumpp. »Man kann auch Klöppelbriefe selbst gestalten.« Weg von der Meterware und hin zum Besonderen, Spitzenklöppeln macht das möglich. Und abgesehen davon »macht es wahnsinnig Spaß«, schwärmt die Hobbyklöpplerin aus Hausach.

Stichwort

Klöppel-Workshop im Museum

Ihr habt Lust bekommen aufs Spitzenklöppeln, wollt von Anita Klumpp erste Grundfertigkeiten erlernen? Dann könnt ihr euch für den Workshop »Einfach spitze! Einführungskurs im Spitzenklöppeln« anmelden. 
Der Kurs findet am Dienstag, 4. September, um 10 Uhr im Freilichtmuseum Vogtsbauernhof statt. Rund vier bis fünf Stunden dauert der Kurs, während dem die Teilnehmer auch schon etwas gestalten, genauer gesagt klöppeln, das sie mit nach Hause nehmen können, nämlich ein selbst gemachtes Lesezeichen. Ihr solltet für den Kurs mindestens neun Jahre alt sein. Die Kosten pro Teilnehmer betragen 15 Euro, hinzu kommen weitere zwei Euro für das Material. 
Anmeldung im Freilichtmuseum, • 0 78 31/ 93 56 0, ist erforderlich. Aber Achtung, die Plätze sind begrenzt. Schnell anmelden lohnt sich also. (km)

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