Dreikönigstag

Sternsinger helfen, die Welt ein bisschen besser zu machen

Autor: 
Katrin Mosmann
Lesezeit 4 Minuten
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06. Januar 2019
Sternsinger ziehen als die »Heiligen Drei Könige«, begleitet von Sternträger und Diener, derzeit von Haus zu Haus, um Geld für benachteiligte Menschen zu sammeln.

Sternsinger ziehen als die »Heiligen Drei Könige«, begleitet von Sternträger und Diener, derzeit von Haus zu Haus, um Geld für benachteiligte Menschen zu sammeln. ©Katrin Mosmann

Der 6. Januar ist den Heiligen Drei Königen gewidmet. Was es mit dem Feiertag und den »Weisen aus dem Morgenland« auf sich hat, hat Robbys Assistentin bei Sternsingern aus Hausach herausgefunden. 

Vielleicht haben in den vergangenen Tagen bei euch auch schon die Heiligen Drei Könige mit ihrem Stern geklingelt, möglicherweise kommen sie in den nächsten Tagen erst noch vorbei. Denn: Jedes Jahr um den 6. Januar herum, dem Dreikönigstag, der in manchen Bundesländern, unter anderem unserem, ein gesetzlicher Feiertag ist, sind Sternsinger in den Städten und Dörfern unterwegs, um Geld zu sammeln. Meist sind es Kinder und Jugendliche, die sich als die Heiligen Drei Könige, die auch »Weise aus dem Morgenland« genannt werden, verkleiden. Auch Emily (10), Parmis (9), Franziska (11), Mina (10), Evelyn (9), Sophia (9) und Pauline (9) aus Hausach sind Sternsinger. »Wir gehen in Hausach von Haus zu Haus, um Geld für eine gute Sache zu sammeln«, verrät Parmis. »In diesem Jahr sammeln wir für Kinder mit Behinderungen.«  

Sie waren wohl Wissenschaftler

Doch wer waren die Heiligen Drei Könige eigentlich? »Caspar, Melchior und Balthasar, so hießen die Heiligen Drei Könige, waren beliebte und auch reiche Leute im Morgenland«, verrät Emily. »Sie haben eines Tages einen Stern, den Stern von Bethlehem, gesehen, sind ihm gefolgt und so am 6. Januar zu Jesus in die Krippe in Bethlehem gekommen. Sie waren nach den Hirten die zweiten, die Jesus besucht haben.« Franziska erklärt weiter: »Sie haben ihm Geschenke mitgebracht, einer Weihrauch, der andere Myrre und einer sogar Gold. Man geht allerdings davon aus, dass Caspar, Melchior und Balthasar keine echten Könige, sondern Wissenschaftler und Sterndeuter waren, die den Himmel beobachtet haben und so auf den hellsten Stern aufmerksam wurden.«

Mit Sprüchen und Liedern erinnern die Sternsinger alias Caspar, Melchior und Balthasar, begleitet von einem Sternträger und Dienern, nun jedes Jahr an diese Geschichte: »Wir klingeln an den Türen, und wenn uns jemand öffnet, singen wir ein bis zwei Lieder und tragen unsere Texte vor«, sagt Emily, die in diesem Jahr in die Rolle des Sternträgers und des Dieners schlüpft. Genau wie Parmis ist sie zum ersten Mal dabei: »Wenn wir ein Haus besucht haben, schreiben wir ›20 C + M + B 19‹ an die Tür. Das bedeutet, dass dieses Haus gesegnet ist.« 

Wie einst die Heiligen Drei Könige in der Krippe bei Jesus haben auch die Sternsinger Weihrauch dabei: »Manche Leute mögen den Duft und wollen sogar, dass wir richtig ins Haus räuchern, andere mögen es gar nicht«, verrät Emily. »Im vergangenen Jahr ist sogar mal ein Rauchmelder losgegangen, als wir da waren«, verrät Mina, die den Caspar mimt und dafür vor jedem Laufen ihr Gesicht dunkel geschminkt bekommt.

In vielen Häusern werden die Sternsinger mit offenen Armen empfangen: »Manche Leute warten regelrecht auf uns, laden uns nach drinnen ein, wo wir etwas zu Trinken und Essen bekommen«, erzählt Parmis. »Andere geben uns Süßigkeiten oder auch etwas Geld für uns persönlich, das wir dann abends immer untereinander aufteilen«, sagt Franziska, die bereits das dritte Jahr bei den Sternsingern mitmacht. Emily weiß: »Es gibt aber auch Leute, die machen die Tür nicht auf, wenn wir klingeln.«

Emily, Parmis, Franziska  und Mina sind allesamt über die Schule zu den Sternsingern gekommen: »Im Religionsunterricht wurde uns gesagt, dass wir Sternsinger werden können, wenn wir wollen. Für mich war gleich klar, dass ich dabei sein möchte, denn so kann ich etwas Gutes tun. Ich hoffe, dass meine Nachbarin und Freundin, die mit fünf gestorben ist, stolz auf mich ist«, sagt Emily. 

»Wir durften dann anfangs mal reinschnuppern und bei den Proben für die Texte und Lieder schauen, welche Rollen es gibt und ob es uns Spaß macht«, erzählt Parmis. »Ich finde es schön, dass ich als Sternsinger die Welt ein bisschen verbessere und Menschen helfen kann, dass sie so leben können wie wir.« Auch Sophia, die im Außenbereich von Hausach als Sternsinger unterwegs ist, ist über die Schule zu den Sternsingern gekommen: »Es ist toll, dass ich so etwas für Kinder tun kann, die Hilfe brauchen, weil sie nicht so viel Geld haben wie wir.«  

So erreicht ihr Robby Rheinschnake

Mittelbadische Presse
Robbys Kinder-Nachrichten
Nachrichten-Redaktion
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