Mit Robby im Vogtsbauernhof

Von der Rauchküche ins Zeitalter des Stroms

Autor: 
Katrin Mosmann
Lesezeit 5 Minuten
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28. Juni 2019

Sieben Robby-Leser erkundeten das Gutacher Freilichtmuseum unter dem Aspekt »Wohnen im Wandel« ©Katrin Mosmann

Wohnen vor 400 Jahren und Wohnen vor fast 40 Jahren: Mit dem Strom veränderte sich die Wohnkultur der Menschen im Schwarzwald massiv. Dies haben die Gewinner von Robbys Aktion im Gutacher Freilichtmuseum festgestellt.
 

Eine Reise durch das »Wohnen im Wandel« haben die Gewinner von Robbys zweiter Pfingstferien-Aktion in der vergangenen Woche im Freilichtmuseum Vogtsbauernhof in Gutach unternommen. Gemeinsam mit der Museumspädagogin Claudia Binswanger haben Milena Falk aus Offenburg, Alisa Mark aus Hofstetten, Sarina Baumgärtner aus Offenburg, Hannah und Laura Fien aus Kehl-Goldscheuer, Emma-Jolie Feger aus Durbach und Gino Mio Freye aus Durbach-Ebersweier das Gutacher Museum erkundet und besonderes Augenmerk auf die verschiedenen Wohnräume und deren Einrichtung gelegt. »Wir schauen uns heute ganz alte Höfe, die teils 400 Jahre alt sind, an und werden am Ende unserer Führung in den 80er-Jahren ankommen. Im Hermann-Schilli-Haus könnt ihr dann sehen, wie die Menschen vor nicht mal 40 Jahren gelebt haben«, verriet Claudia Binswanger gleich zu Beginn der Führung.


»Warum waren die Höfe früher eigentlich so groß?«, wollte die Museumspädagogin an der ersten Station, dem Hippenseppenhof, wissen. »Heute sind die Häuser ja selten so riesig, oder wohnt ihr in Häusern dieser Größe?« Natürlich nicht, erklärten die sieben Gewinner. Heute leben aber in der Regel auch nicht so viele Menschen unter einem Dach, wussten sie. »Zehn bis 15 Kinder waren früher normal, dann haben die Oma und der Opa mit im Haus gelebt, ebenso der Knecht und die Magd. Da kamen schon einige Leute zusammen«, erklärte Binswanger.

 
Doch das waren bei Weitem nicht die einzigen Unterschiede zum heutigen Wohnen. Gestaunt haben die Gewinner beispielsweise beim »Kühlschrank« der Vergangenheit. »Der Kühlschrank war draußen an einem Brunnen. Hier haben die Leute Milch und Butter aufbewahrt. Hier war es immer kühl, auch ohne Strom.« Das Wasser aus dem Brunnen war zudem zum Trinken. Aber Achtung: »Woher wusste man denn, ob das Wasser auch gut ist?«, wollte die Museumspädagogin wissen? Eine Frage, auf die keiner eine Antwort wusste. Claudia Binswanger klärte die Robby-Leser auf: »In dem Brunnen waren immer Forellen. Solange es den Fischen gut ging, konnte man das Wasser trinken. Waren die Forellen krank oder schwammen gar tot an der Wasseroberfläche, wussten die Menschen, dass man das Wasser nicht mehr trinken konnte.« Ein richtig intelligenter Trick, findet ihr nicht?

Auch die Stube, das heutige Wohnzimmer, erinnert so gar nicht an unser modernes Wohnen. »Neben dem Kachelofen findet ihr einen großen Tisch. Hier hat die Familie zusammengesessen und gegessen«, zeigte Claudia Binswanger auf. »Am Tisch herrschte eine genaue Ordnung, wer wo sitzen durfte. So war der Platz oben am Tisch der Chefplatz. Also der des Bauern. Er hatte den besten Platz im Raum, den hellsten und den neben der Bibel. Von diesem aus konnte er den ganzen Raum überblicken. Auch die Türen und Fenster.«


Der Kachelofen sei früher ein wichtiges Einrichtungsstück gewesen, denn anders als heute gab es ja keine Heizung. »Warm war es in Höfen nur in der Stube. Deswegen haben der Bauer und die Bäuerin auch ihr Schlafzimmer direkt über der Stube gehabt, das Bett stand dort genau über dem Kachelofen, sodass die beiden – anders als der Rest der Bewohner – es beim Schlafen immer schön warm hatten.«


Die Küche vor 400 Jahren erinnert ebenfalls in keinster Weise an die meist hellen und modernen Hightechküchen von heute: »Holt mal tief Luft. Hier riecht es noch nach Feuer und alles ist ganz dunkel und schwarz«, erklärte Claudia Binswanger. »Im Schwarzwald hatten die Menschen früher keinen Kamin. Es gab nur offenes Feuer und der Rauch kam in der Küche raus. Deswegen hieß der Raum auch schwarze Küche oder Rauchküche.« 

Ob die Menschen, die darin kochten, denn nicht krank wurden, wollte Hannah wissen: »Doch, manche wurden sogar blind von dem Rauch oder bekamen schwere Atemwegserkrankungen«, klärte die Museumspädagogin auf. Einige für damals wichtige Vorteile brachte die Küche dennoch mit sich: »An der Decke hingen Schinken und Speck. Beides wurde geräuchert, denn einfrieren konnte man Fleisch früher ja nicht und so wurde es haltbar.« Und nicht nur dieses: »Auch das Holz wurde durch den Rauch haltbarer, entzog ihm die Feuchtigkeit.«


Sicher wundert es euch nicht, dass auch die Schlafzimmer früher anders waren: »Die Menschen hatten keine eigenen Zimmer, oft teilten sich drei oder vier Leute ein Zimmer und noch verwunderlicher, sogar ein Bett«, verriet Claudia Binswanger im zweiten Stock des Vogtsbauernhofs noch, ehe sich die Gruppe schließlich zum Hermann-Schilli-Haus aufmachte, wo das Wohnen schon mehr an heute erinnerte. »Dennoch merkt ihr auch hier, dass es anders ist als heute.«

Und so war es auch. Spielerisch erkundeten die Gewinner die Wohnräume aus den 80er-Jahren und staunten bei mancher technischen Einrichtung, etwa dem Telefon, einem Schallplattenspieler oder den Computern, die es damals noch nicht in vielen Häusern gab. Beim Spiel »Wohnopoly«, einer vom Museum ausgearbeiteten Version des Spieleklassikers »Monopoly«, mussten die sieben Robby-Leser Fragebögen ausfüllen und manch lustige Aufgabe der verschiedenen Ereigniskarten lösen. So durfte Sarina etwa zehn Sekunden im Besenschrank verweilen, während Alisa fünf Mal mit dem Fahrstuhl hoch und runter fahren musste.


Da kam der letzte Programmpunkt des Tages gerade richtig, um die vielen tollen Eindrücke festzuhalten: »Nun dürft ihr noch selbst Briefumschläge basteln und dann einen Brief schreiben. Mit Hand, das macht heute nämlich kaum mehr jemand. Diesen werden wir dann an eure Wunschadresse schicken«, erklärte Claudia Binswanger, bevor die begeisterten Robby-Leser zu Schere, Kleber und Stift griffen und eifrig bastelten und schrieben. Und so hatten auch Omas, Goddas und Freunde noch etwas von der tollen Robby-Aktion im Freilichtmuseum Vogtsbauernhof, als wenige Tage später ein bunter Brief mit der Post ins Haus flatterte.«

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