Interview

Winterruhe im Bärenpark: Gut eingerichtet von Mutter Natur

Autor: 
Katrin Mosmann
Lesezeit 4 Minuten
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10. Dezember 2019
Seltener Anblick: In der kalten Jahreszeit lassen die Bären sich nur sehr selten sehen und liegen sonst faul in ihren Höhlen, um Winterruhe zu halten.

©Archivfoto

Bären kann man in diesen Tagen nur mit sehr viel Glück im Alternativen Wolf- und Bärenpark in Bad Rippoldsau-Schapbach sehen. Denn Meister Petz, so der Fabelname des Bären, hält in der kühlen Jahreszeit Winterruhe. Was genau das bedeutet und ob das das Gleiche ist, wie der Winterschlaf, hat Teresa Carl, die im Park für die Pädagogik zuständig ist, im Gespräch mit Robby Rheinschnakes Kindernachrichten verraten.
 

Bei unserer Robby-Aktion im Bärenpark haben wir jüngst erfahren, dass die Bären derzeit Winterruhe halten. Das ist etwas anderes als Winterschlaf, richtig?
Teresa Carl: Ja genau! Bären halten Winterruhe, wobei ihre Körpertemperatur nur ein kleinwenig sinkt. Bei sonnig-kaltem Winterwetter kann ein Bär durchaus mal den Kopf aus seiner Höhle strecken. Bei Tieren, die Winterschlaf halten, wie dem Igel zum Beispiel, sinkt die Körpertemperatur dagegen sehr stark ab, wodurch diese Tiere tief und fest schlafen.

Wann beginnt die Winterruhe, wann endet sie? Und wo sind die Bären in dieser Zeit?
Carl: Die Tiere haben eine Art innere Uhr, die ihnen sagt, wann die Zeit gekommen ist. Die Bären verschlafen so in ihren Höhlen die kalte und nahrungsarme Jahreszeit. Eine total schlaue Strategie: Im Spätsommer und Herbst, wenn es reichlich Obst und Nüsse gibt, fressen sich die Bären eine ordentliche Speckschicht an, gehen kugelrund in die Winterruhe und kommen im Frühjahr, wenn die Temperaturen steigen und das Gras sprießt, wieder rank und schlank aus ihrer Höhle raus. Wie lange ein Bär tatsächlich Winterruhe hält, ist von Bär zu Bär und je nach Region unterschiedlich.

Müssen die Bären während dieser Zeit also nichts essen und auch nicht aufs Klo?
Carl: Wenn der Bär sich im Sommer genügend Fett angefressen hat, braucht er im Winter nichts zu essen und muss auch nicht aufs Klo. Er ernährt sich während dieser Zeit nur von seinem Winterspeck. Beeindruckend wie Mutter Natur das eingerichtet hat.

Werden die Tiere während dieser Zeit also gar nicht gefüttert?
Carl: Bären ernähren sich vor allem vegetarisch. Hiervon gibt es im Winter nicht allzu viel und deswegen füttern wir sie während dieser Zeit auch nicht. Aber bei uns leben ja nicht nur die Bären, sondern auch fünf Wölfe und zwei Luchsdamen. Diese Tiere brauchen im Winter natürlich etwas zu essen und werden weiterhin mit leckerem Fleisch gefüttert, wobei sich das ein oder andere Stückchen ein Bär auch nicht entgehen lässt.

Warum sind die Jungbären Arian, Arthos und Agonis (noch) nicht in der Winterruhe? 
Carl: Unsere drei Jungbären mussten ohne Mutter aufwachsen. In freier Wildbahn nimmt die Bärin ihre Jungen mit in die Höhle zur Winterruhe. Man könnte also sagen, sie haben es nie gelernt. Wenn die Jungbären wie Wildbären in der freien Natur leben würden, würden sie bestimmt Winterruhe halten. Bären halten ab ihrem ersten Lebensjahr Winterruhe. Die drei Jungbären sind zwar momentan noch aktiv, aber zugleich fleißige Baumeister, die täglich an ihrer selbst gebuddelten Höhle weitergraben. Von daher geben wir die Hoffnung nicht auf, dass sie sich noch zur Winterruhe zurückziehen werden.

Die Bären schlafen zwar die meiste Zeit, eventuell sind sie ja aber doch mal kurz wach. Vielleicht sogar an Weihnachten... Gibt es im Park denn eine Weihnachtsparty?
Carl: Unsere Bären verschlafen das Weihnachtsfest meistens und träumen von leckerem, süß duftendem Honig. Die Wölfe und Luchse feiern Weihnachten, in dem sie die bärenfreie Zeit genießen. Sie toben umher und spüren, dass etwas in der Luft liegt beziehungsweise haben die leckeren Düfte von Plätzchen und Punsch in ihren Nasen. Außerdem freuen sie sich über jeden Zweibeiner, der sie über die Feiertage besuchen kommt (Öffnungszeiten siehe Kasten).

Die Parkmitarbeiter, also Sie oder etwa die Pfleger, arbeiten also auch an Weihnachten?
Carl: Wir arbeiten 365 Tage im Jahr und so auch an Weihnachten. Schließlich möchten die Tiere auch an Weihnachten versorgt werden. Wir hatten aber kürzlich unsere Weihnachtsfeier, bei der wir gemütlich zusammensaßen und am dritten Adventswochenende freuen wir uns alle auf unsere Bärenweihnacht (siehe Stichwort), bei der immer eine ganz besondere Stimmung herrscht.

Stichwort

Bärenweihnacht

Am diesem Wochenende, Samstag und Sonntag, 14. und 15. Dezember, findet im Alternativen Wolf- und Bärenpark in Bad Rippolds­au die Bärenweihnacht statt. Teresa Carl erzählt, was genau es damit auf sich hat: „An unserer Bärenweihnacht, die jetzt am Wochenende ist, verwandelt sich unser Tierschutzprojekt in einen kleinen aber feinen Weihnachtsmarkt vor traumhafter Kulisse. Von kulinarischen Köstlichkeiten, über handgemachte Holz- und Deko-Artikel bis hin zu Rätsel- und Bastelspaß für die ganze Familie, ist für jeden etwas dabei.“
Außerdem werde es eine Fackel-Wanderung mit spannenden Märchengeschichten geben. „Und bei unserer Tombola, deren Erlös an ein anderes gemeinnütziges Projekt geht, können bärenstarke Preise abgestaubt werden“, sagt Carl. „An beiden Tagen haben wir auch bis 18 Uhr offen, um das schöne Licht zu genießen, in das unser Marktplatz dann getaucht ist. Ein Besuch lohnt sich!“
◼ An Weihnachten selbst hat der Park zu folgenden Zeiten geöffnet: Heiligabend, 24. Dezember, 10 bis 14 Uhr, am 25. und 26. Dezember 10 bis 16 Uhr. 
Weitere Infos rund um das Tierschutzprojekt, die Öffnungszeiten, Eintrittspreise und die tierischen Bewohner selbst, findet ihr im Internet. 

 www.baer.de/projekte/alternativer-wolf-und-baerenpark-schwarzwald

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