Autorennetzwerk Ortenau-Elsass führte Tagebuch

70 heitere und nachdenkliche Texte zur Corona-Pandemie

Autor: 
Ursula Hass
Lesezeit 2 Minuten
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20. November 2020
Buchcover der Textsammlung „Corona Decamerone“.

Buchcover der Textsammlung „Corona Decamerone“. ©Verlag Edition Blaue Stunde

„Katzen brauchen keinen Mundschutz“ oder „Vom Niesen und Genießen“ sind Geschichten von 38 Mitgliedern des Autorennetzwerks Ortenau-Elsass überschrieben, die dessen Leiterin Karin Jäckel unter dem Titel „Corona Decamerone“ als Buch herausgegeben hat.       

Abgeriegelt vom Lebensalltag, sei es privat, beruflich oder gesellschaftlich – so erlebte auch das Autorennetzwerk Ortenau-Elsass die Zeit in den Monaten des härtesten Corona-Lockdowns von März bis Juli. In dieser Zeit hatte Karin Jäckel, Gründerin und Leiterin des in Oberkirch ansässigen Netzwerks, die Idee, Tagebuchgeschichten über das Erlebte niederzuschreiben. Es kam eine stattliche Anzahl von nahezu 70 Texten von 39 Autorinnen und Autoren zusammen. Sie beleuchten auf unterschiedliche Weise die Tragweite der über die Weltgemeinschaft hereingebrochenen Virus-Pandemie. 
 Aus den ersten Tagebucheinträgen entstand der Grundstock einer Textsammlung, die als Zeitzeugnis ihresgleichen sucht und deshalb auch im Bonner „Haus der Geschichte der Bundesrepublik“ Aufnahme findet: Das „Corona Decamerone“, das Karin Jäckel in ihrem Verlag Edition Blaue Stunde herausgebracht hat.

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Bunt und lebensecht

„Nichts geht mehr“, das gilt auch für die Autorinnen und Autoren, deren Veranstaltungen nun monatelang schon dem Corona-Virus zum Opfer fallen. Ihre Texte sind eine bunte, lebensechte Sammlung aus Anekdoten, Kurznovellen, Impressionen und Reflexionen, Gedichten und Liedern. Es sind zum Teil sehr nachdenkliche Geschichten darunter, aber auch lustige wie „Vom Niesen und Genießen“, „Hurra, hurra, der Lenz ist da“ oder „Katzen brauchen keinen Mundschutz“. Ob mit Humor, emotional oder satirisch-spitzfindig, ob skeptisch zweifelnd oder zart und nachdrücklich wird diese Zeit, die uns immer noch sehr bewegt, geschildert. 
Vielleicht erinnern wir uns in ein paar Jahren an unser Osterfest, das wir ohne Familie verbringen mussten, oder an viele andere Veranstaltungen, die wir nicht genießen konnten. Im Gedächtnis bleiben wird auch die Erweiterung unseres Wortschatzes durch Begriffe wie „systemrelevant“, „Infektionsketten“ oder „Herdenimmunität“. Wem wäre es je eingefallen, einen „Mund- und Nasenschutz“ zu tragen, wie es in Asien üblich ist? Eine „Kontaktbeschränkung“ in Familie und Beruf wäre auch nie in Betracht gekommen. Mindestabstandsgebote waren uns ebenso fremd, wie Ausgehverbote, von denen wir allenfalls durch Erzählungen der Kriegsgenerationen gehört hatten. Und was bitteschön sind „Querdenker-Demos“? Ob sich diese Begriffe in unseren Alltag einschleichen werden, wird die Zukunft zeigen. 
 

Info

Das Buch

„Corona Decamerone“, herausgegeben von Karin Jäckel, Verlag Edition Blaue Stunde, Oberkirch, 18,95 Euro. Weitere Infos auf der Homepage
www.editionblauestunde.com.

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