Berlin

Aufruf gegen Fremdenfeindlichkeit: Debatte um Helene Fischer

Autor: 
dpa
Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
06. September 2018
Helene Fischer, hier während eines Auftritts, hat sich gegen Fremdenhass positioniert.

Helene Fischer, hier während eines Auftritts, hat sich gegen Fremdenhass positioniert. ©dpa - Britta Pedersen

Für ihr Statement gegen Gewalt und Fremdenhass hat Schlagersängerin Helene Fischer im Netz viel Zuspruch bekommen - doch auch Kritiker äußerten sich.

Der Moderator Klaas Heufer-Umlauf änderte seinen Twitter-Namen als Hommage an die «Atemlos»-Sängerin kurzerhand in «Klaas Helene-Umlauf». Im vergangenen Jahr hatte er die 34-Jährige noch für ihr Schweigen zur hitzigen Debatte um Flüchtlinge kritisiert. Auf ihrer Facebook-Seite schrieb ein Fan: «Danke für deine Stimme» und erhielt dafür viele Likes.

Fischer hatte bei einem Konzert in Berlin am Dienstagabend mit Blick auf die fremdenfeindlichen Ausschreitungen in Chemnitz an ihre Fans appelliert, ein Zeichen gegen Rassismus und Gewalt zu setzen. Wenige Stunden vor dem Auftritt hatte die 34-Jährige sich auf Instagram und Facebook geäußert. «Wir können und dürfen nicht ausblenden, was zur Zeit in unserem Land passiert, doch wir können zum Glück auch sehen wie groß der Zusammenhalt gleichzeitig ist - das sollte uns stolz machen.»

Der Kabarettist und Spitzenkandidat der Piraten im Bundestagswahlkampf, Nico Semsrott, schrieb: «Helene Fischer ist damit quasi engagierter im Kampf gegen Nazis als die gesamte CDU. Super von ihr!» Besonders spöttisch kommentierte Comedian Micky Beisenherz: «Jens Spahn macht einen vernünftigen Vorschlag und Helene Fischer positioniert sich politisch. Wahrscheinlich wird morgen in Berlin der Flughafen eröffnet.»

Die erfolgreichste deutsche Sängerin hat in den sozialen Netzwerken viele Anhänger. Ihre Facebook-Seite gefällt rund 1,7 Millionen Nutzern. Auf Instagram hat sie mehr als 500.000 Anhänger, dem offiziellen Twitter-Kanal folgen mehr als 100.000 Accounts. Dort überwog dort am Donnerstag das Lob.

«Wow, wer hätte das gedacht, dass ich jemals bei Helene Fischer was like und einen Kommi schreibe. Danke für deine Stimme», lautete einer der erfolgreichsten Kommentare auf Fischers Facebook-Seite. Aber auch kritische Stimmen fanden teils großen Zuspruch. «Bin enttäuscht, dass sie die verärgerten Bürger nicht verstehen», hieß es da etwa. Oder: «Ab sofort sind Sie für mich gestorben. Ich werde alles von Ihnen entsorgen dem größten Teil ihrer Fans sind Sie in den Rücken gefallen.»

- Anzeige -

Fischer will «auch ein Zeichen» setzen

In Chemnitz war Ende August ein Deutscher erstochen worden. Nach der Tat gab es Demonstrationen von Rechtsgerichteten, Neonazis und Gegnern der deutschen Flüchtlingspolitik, dabei kam es zu Übergriffen auf Polizisten, Journalisten und Ausländer.

Gerade in der als konservativ geltenden Schlagerszene halten sich traditionell viele Stars zurück, wenn es um Politik und eindeutige Positionierung geht. Fischers Statement sticht daher heraus - sie kommentierte ihn so: «Ich äußere mich nicht oft zu politischen Dingen, gebe nie politische Statements, denn meine Sprache ist die Musik.» Doch an diesem Abend wolle sie «auch ein Zeichen» setzen.

Gegen Vereinnahmung ihrer Musik durch Rechtsradikale hatte sich Fischer in der Vergangenheit schon einmal juristisch positioniert: Mit einer einstweiligen Verfügung versuchte sie 2015, der NPD das Abspielen ihres Hits «Atemlos» im Wahlkampf zu verbieten.

Weitere Informationen zu dem Thema:

Weitere Artikel aus der Kategorie: Boulevard

Zur Fashion Week in Mailand lockte Emporio Armani die Modewelt in einen Hangar.
Mailand
21.09.2018
Mailand Flughafen Linate, am späten Donnerstagabend: Der Flug «EA 2019» wartet am Ausgang A17 auf seine Gäste. Und es sind mehr als 2000, die eingecheckt haben.
Sebastian Koch mag sich noch nicht mit dem Herbst anfreunden.
Berlin
21.09.2018
Nach dem vorläufigen Ende der Sommerhitze sind viele Prominente traurig - aber auch erleichtert.
Rihanna soll für Tourismus und Investitionen in Barbados werben.
Bridgetown
21.09.2018
Die Popsängerin Rihanna wird Sonderbotschafterin ihres Heimatlandes Barbados. Die 30-Jährige soll in ihrer Funktion die Bildung in dem karibischen Inselstaat fördern und für Tourismus und Investitionen in Barbados werben, wie es in einer Mitteilung der Premierministerin Mia Mottley hieß.
Jane Fonda konstatiert bei Männern fehlende Empathie.
New York
21.09.2018
Der Schauspielerin Jane Fonda (80) ist für einen strengen Umgang mit Männern, die wegen sexuellen Fehlverhaltens angeklagt wurden.
uge Knight bei einer Anhörung vor Gericht.
Los Angeles
21.09.2018
Der amerikanische Hip-Hop-Produzent Suge Knight kommt um einen Mordprozess herum, doch dem Rap-Mogul droht eine lange Haftstrafe.
Cary Joji Fukunaga wird Daniel Craig Regieanweisungen geben.
London
20.09.2018
Der Regisseur des nächsten Bond-Films ist der US-Amerikaner Cary Joji Fukunaga. Er wird Oscar-Preisträger Danny Boyle («Slumdog Millionaire») ersetzen, der kürzlich zurückgetreten war. Die Dreharbeiten werden am 4. März beginnen, wie aus einer offiziellen Mitteilung hervorgeht.
Die britische Herzogin Kate.
Versailles
19.09.2018
Die französische Justiz hat hohe Geldstrafen für die Veröffentlichung von Oben-ohne-Fotos der britischen Herzogin Kate bestätigt.
Jessica Simpson erwartet erneut ein Baby.
Los Angeles
19.09.2018
Die US-Sängerin und Schauspielerin Jessica Simpson (38) hat am Dienstag auf Instagram eine «Überraschung» bekanntgegeben. Sie erwartet ein Baby.
Andrea Bocelli ist bodenständig geblieben.
Berlin
18.09.2018
Der italienische Tenor Andrea Bocelli (59) hat nicht das Gefühl, prominent zu sein - trotz rund 80 Millionen verkaufter Tonträger. «Ich habe mich nie wie ein Star verhalten. Vor allem in der Familie», sagte Bocelli der Deutschen Presse-Agentur.
Drake eilt von Erfolg zu Erfolg.
Los Angeles
18.09.2018
Der kanadische Rapper Drake (31) hat erneut einen Rekord in den US-Charts gebrochen. Der Sänger stand in den vergangenen zwölf Monaten mit seinen Hits insgesamt 29 Wochen lang an der Spitze der Hitparade. Das berichtete das Musikmagazin «Billboard».
Bill Cosbys Frau Camille will Richter Steven O'Neill von dem Fall absetzen zu lassen.
Norristown
18.09.2018
Eine Woche vor Verkündung des Strafmaßes gegen US-Entertainer Bill Cosby bemühen dessen Frau Camille und seine Verteidiger offenbar letzte Mittel.
Emmy-Preisträger Glenn Weiss hält um die Hand seiner Freundin Jan Svendsen an.
Los Angeles
18.09.2018
Gleich zu Beginn haben sich die Produzenten der 70. Emmy Awards selbst ihr Zeugnis gegeben: «Wir haben's gelöst» («We solved it») hieß es in einer Tanznummer mit Stars mehrerer Minderheiten, die in Film und Fernsehen immer noch unterrepräsentiert sind.