Alljährlicher Gast im Lahrer Parktheater

Augenschmaus: Russisches Nationalballett tanzte „Schwanensee“

Autor: 
Jürgen Haberer
Lesezeit 2 Minuten
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16. Dezember 2019
Leichtfüßig und elegant schwebte das Russische Nationalballett über die Bühne.

Leichtfüßig und elegant schwebte das Russische Nationalballett über die Bühne. ©Jürgen Haberer

Das Russische Nationalballett schwelgt im Zauber klassischer Inszenierungen und bringt immer wieder die Choreografien des legendären Marius Petipa auf die Bühne. Beim alljährlichen Gastspiel im Lahrer Parktheater, wurde am Freitag bereits Tschaikowskys „Schwanensee“ gezeigt.  

Die Tänzer und Tänzerinnen des Ballettkorps schweben leichtfüßig und elegant über die Bühne, Solisten drehen Pirouetten demonstrieren Sprungkraft, eine faszinierende Köperbeherrschung. Das Russische Nationalballett zelebriert Ballettklassiker. Die im 19. Jahrhundert entstandenen Choreo­grafien von Marius­ Petipa sind im Grunde getanzte Anachronismen. Aufführungen, die keinerlei Zugestände an den Zeitgeist, das Tanztheater der Moderne dulden und am Ende vielleicht gerade deshalb auch immer wieder neu das Publikum faszinieren. Die Stücke­ selbst sind dabei mehr oder weniger austauschbar. 

Das erst in den 1980er-Jahren gegründete Ballettkorps hat knapp ein Dutzend Klassiker im Repertoire, mit denen es seit Jahren immer in der Vorweihnachtszeit auch in Lahr gastiert. In diesem Jahr gab es bereits zum zweiten Mal Tschaikowskys „Schwanensee“. Geboten wurde klassische Ballettkunst in Vollendung, eine Reminiszenz an die 1895 in Sankt Petersburg uraufgeführte Inszenierung von Marius Petipa und Lew Iwanov. 
Anastasiia Abramova verkörpert die Schwanenprinzessin Odette, Aleksei Riumin den Prinzen und Karim Mubaraksim dessen Gegenspieler. Dimitrii Abramov ist der sprunggewaltige Hofnarr, der mit schelmischem Charme immer wieder die Aufmerksamkeit auf sich zieht. 

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Szenenapplaus

Die Aufführung, die wieder fast 500 Ballettfreunde ins Parktheater gelockt hat, entpuppt sich einmal mehr als schwelgerisch und wunderbar elegant angelegter Augenschmaus, als Fest der Sinne, das mit reichlich Szenenapplaus bedacht wird. Es fällt dabei nicht ins Gewicht, dass die Tourneeproduktion des Russischen Nationalballetts gewisse Zugeständnisse an die wechselnden Auftrittsorte machen muss. Dass die Musik vom Band kommt und am Freitagabend in Lahr mit einer falschen Einspielung für einen Moment Verwirrung stiftet. 

Die weißen Schwäne scheinen gefühlt tatsächlich die ganz Nacht durchzutanzen, ihre Anmut und Grazie verzaubert. Im nächsten Jahr wird es ein Wiedersehen geben mit einem anderen Klassiker aus dem Repertoire des Ballettkorps.  
           
 

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