Gengenbacher Adventskalender wieder mit Sonderausstellung

Bildmotive des kleinen Prinzen gibt es sogar auf Tattoos

Autor: 
Jürgen Haberer
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22. November 2019
Fantasievolle Illustrationen sind in der Sonderausstelllung zu sehen.

Fantasievolle Illustrationen sind in der Sonderausstelllung zu sehen. ©Stadt Gengenbach

Gengenbach rollt einem blaublütigen Aristokraten aus dem Reich der Fantasie den roten Teppich aus. „Der kleine Prinz“, die bekannte Romanfigur von Antoine de Saint-Exupéry, steht im Mittelpunkt des Gengenbacher Adventskalenders und der Begleitausstellung im Museum Haus Löwenberg.  

„Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für das Auge unsichtbar“. So lautet einer der zentralen Gedanken des 1943 erschienenen Kinderbuches „Der kleine Prinz“. In einer leicht verständlichen, aber stets anrührenden und poetischen Sprache erzählt der Autor, der französische Flieger Antoine de Saint-Exupéry, von Freundschaft, Menschlichkeit Vertrauen und taucht ein in die Welt einer wunderbar überbordenden Fantasie. 

„Der kleine Prinz“ ist längst eine der schillerndsten Figuren der Literaturgeschichte. Das „Büchlein“ ist mittlerweile in mehr als 400 Sprachen und Dialekte übersetzt worden. Mann kann es auf Arabisch und Mongolisch lesen, in Sanskrit und altägyptischer Keilschrift. Es gibt eine Ausgabe in Blindenschrift mit Reliefbildern und eine Übersetzung ins Morsealphabet. Das von Antoine­ de Saint-Exupéry selbst illustrierte Buch hat nun auch die Macher des „Gengenbacher Adventskalender“ inspiriert. Sie rollen dem „kleinen Prinzen“ den roten Teppich aus, zeigen im weltgrößten Adventskalender zwölf Graphiken aus der Originalausgabe, dazu ein Dutzend Illustrationen der argentinischen Künstlerin Valeria Docampo. 

Das Spektakel um den Gengenbacher Weihnachtsmarkt und das vom 30. November bis zum 23. Dezember täglich um 18 Uhr angesetzte Ritual der Fensteröffnung wird dabei wie immer unterfüttert durch eine Begleitausstellung im Museum Haus Löwenberg. Reinhard End hat dafür den Schweizer Sammler Jean-Marc Probst ins Boot geholt, dessen Stiftungssammlung mehr als 6000 Exponate umfasst. Aus diesem Oeuvre werden in Gengenbach nun herausragende Unikate gezeigt, aber auch mehr als 100 Buchausgaben und viele, von Jean-Marc Probst angestoßene Übersetzungen in afrikanische, arabische und indigene Dialekte. Die Ausstellung zeigt Originalgraphiken von Antoine de Saint-Exupéry, eine von seiner Frau signierte Erstausgabe und ein ebenfalls signiertes Buch aus dem Nachlass des Revolutionärs Che Guevara. 

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Poetische Bildsprache

Zu sehen sind aber auch 33 Illustrationen der argentinische Künstlerin Valeria Docampo, die in einer wunderbar poetischen, fantasievollen Bildsprache, die Geschichte des „kleinen Prinzen“ reflektiert. Einen ganz anderen Ansatz verfolgt die türkische Fotografin Melissa Mey, die Menschen portraitiert hat, die Tattoos mit Motiven aus dem Kinderbuch auf ihrer Haut tragen. Die von Reinhard End und Jean-Marc Probst kuratierte Ausstellung zeigt aber auch Buchseiten in Blindenschrift, die durch Reliefbilder ergänzt wurden sowie winzige Minia­turausgaben. Sie taucht ein in die Biografie von Antoine de Saint-Exupéry, reflektiert seine Philosophie, die sich gerade auch aus heutiger Sicht wunderbar gegen den Zeitgeist stellt. 

Zur Vernissage, am Samstag, 30. November, 15.30 Uhr, im katholischen Gemeindehaus werden Jean-Marc Probst und Valeria Docampo erwartet. Die Bürgermeister Thorsten Erny (Gengenbach) und Bernard Fischer (Obernai) werden aus einer niederalemannisch-elsässischen Sonderausgabe rezitieren, die zum Jubiläum der Städtepartnerschaft aufgelegt wurde. 

Info

Öffnungszeiten

Der Gengenbacher Adventsmarkt, mit mehr als 60 Ständen und Buden, ist vom 30. November bis zum 23. Dezember täglich von 14 bis 20 Uhr, samstags und sonntags bereits ab 12 Uhr geöffnet. Das Ritual zur Fensteröffnung ist jeweils um 18 Uhr angesetzt. Das Rahmenprogramm startet unter der Woche um 17 Uhr, am Wochenende um 15 Uhr. Die Bilder in den 24 Fenstern des Gengenbacher Rathauses sind bis zum 6. Januar­ 2020 zu sehen.
Die Begleitausstellung im Museum Haus Löwenberg, läuft bis zum 19. April 2020. Die Öffnungszeiten: bis 23. Dezember täglich von 14 bis 20 Uhr, vom 26. Dezember bis 19. April von Dienstag bis Freitag 11 bis 17 Uhr, samstags und sonntags von 13 bis 18 Uhr. 

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