Roman «Shuggie Bain»

Britischer Booker-Literaturpreis für Schotten Douglas Stuart

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dpa
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20. November 2020
Der diesjährige Gewinnerautor Douglas Stuart spricht bei der Verleihung des Booker-Literaturpreises, an der er aufgrund der Corona-Pandemie online teilnimmt. Foto: David Parry/PA Wire/dpa

Der diesjährige Gewinnerautor Douglas Stuart spricht bei der Verleihung des Booker-Literaturpreises, an der er aufgrund der Corona-Pandemie online teilnimmt. Foto: David Parry/PA Wire/dpa ©Foto: dpa

Sein erster Roman brachte gleich den Durchbruch: Douglas Stuart bekommt den renommierten Booker-Literaturpreis.

London - Der britische Booker-Literaturpreis geht in diesem Jahr an den gebürtigen Schotten Douglas Stuart für seinen Roman "Shuggie Bain". Er basiert auf der Kindheit des Autors und spielt im Glasgow der 1980er Jahre.

Er erzählt darin die Geschichte eines Jungen, der eine verarmte, alkoholabhängige Mutter hat. Der Roman sei "gewagt, erschreckend und lebensverändernd", sagte die Jury-Vorsitzende Margaret Busby am Donnerstagabend bei der Online-Zeremonie in London. Nach der Bekanntgabe betonte Stuart: "Meine Mutter ist in jeder Seite dieses Buches und ohne sie wären ich und das Buch nicht hier." Sie starb an Alkoholsucht, als er 16 war.

Er habe immer ein Autor werden wollen, sagte Stuart bei der Zeremonie. Es ist der erste Roman des 44-Jährigen. Vor 20 Jahren zog er in die USA und arbeitet dort in der Modebranche.

Der Booker-Literaturpreis ist mit 50.000 Pfund (knapp 56.000 Euro) dotiert. Ausgezeichnet werden Autoren, die auf Englisch schreiben und deren Werke in Großbritannien erscheinen.

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In diesem Jahr gehörten zu den sechs Autoren in der engeren Auswahl gleich vier junge Frauen. Die britische Zeitung "The Guardian" hatte die Shortlist als so divers wie noch nie zuvor bezeichnet, da vier der Nominierten Schwarze sind. Mehrere von ihnen stammen aus den USA, haben aber sehr verschiedene Wurzeln.

Im vergangenen Jahr war der Booker-Literaturpreis ausnahmsweise gleich an zwei Autorinnen gegangen. Ausgezeichnet wurden die Britin Bernardine Evaristo und die Kanadierin Margaret Atwood. Evaristo erhielt den Preis für ihr Buch "Girl, Woman, Other", Atwood für den Roman "The Testaments". Eigentlich verbieten die Regeln seit etwa 25 Jahren, den wichtigsten britischen Literaturpreis zu teilen. Die Jury konnte sich aber partout nicht auf eines der beiden Werke einigen.

Lange Zeit hieß die Auszeichnung "Man Booker Prize". Im Januar 2019 gab das Investment-Unternehmen Man Group jedoch seinen Rückzug als Sponsor bekannt. Der Preis wird seit 1969 vergeben und war bis 2013 Autoren aus dem britischen Commonwealth und Irland vorbehalten, deren Romane in Großbritannien veröffentlicht wurden. Seit 2014 sind auch Autoren aus anderen englischsprachigen Ländern zugelassen.

Der International-Booker-Literaturpreis ehrt hingegen die besten fremdsprachigen und ins Englische übersetzten Romane, die in Großbritannien veröffentlicht wurden. Das Preisgeld geht stets zu gleichen Teilen an Autor und Übersetzer. Diese Auszeichnung ging zuletzt an die Niederländerin Marieke Lucas Rijneveld für ihren Roman "The Discomfort of Evening". Sie ist mit 29 Jahren die jüngste Autorin, die jemals die wichtige britische Auszeichnung bekommen hat.

© dpa-infocom, dpa:201119-99-396808/4

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