Konzert in der Offenburger Reithalle

A-capella-Ensemble iNtrmzzo nutzt nicht nur seine Stimmen

Autor: 
Jürgen Haberer
Lesezeit 2 Minuten
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18. Januar 2020
Ein Ensemble mit musikalischer Klasse: das Quartett iNtrmzzo aus Holland.

Ein Ensemble mit musikalischer Klasse: das Quartett iNtrmzzo aus Holland. © Jürgen Haberer

Musikalische Feinheiten und schräger Humor: Die holländische Formation mit dem ungewöhnlichen Namen iNtrmzzo kombiniert die hohe Kunst des A cappella mit Slapstick und Comedy. Das 1991 gegründete Quartett stellte am Donnerstag in Offenburg sein aktuelles Programm „On The Road Again“ vor.

Ganz ohne Instrumente quer durch das musikalische Oeuvre der 1970er- und 1980er-Jahre, durch Rock ’n’ Roll und Popsongs, ein bisschen Folk, Klassik und Gangsta-­Rap. Merijn Dijkstra­ (Bass und Bariton), Harm van Bennekom (Bass und Beatbox), Robbert van Unnik (Bariton und Tenor) und Tjidde Luhrs (Bariton und Tenor) wählen neben ihren Stimmen auch schon mal ungewöhnliche Ausdrucksmöglichkeiten. Ein Pappbecher, das eine oder andere Schlagholz, eine Kuhglocke darf schon einmal dabei sein. Ein zünftiger Beat kann auch entstehen, wenn vier Männer im Kreis stehen und sich mit Plastikrohren auf die Sicherheitshelme klopfen.

iNtrmzzo ist europaweit eine der innovativsten Truppen in Sachen A cappella. Die musikalische Klasse des Quartetts ist unbestritten, auch wenn sein Programm „On The Road Again“ am Donnerstagabend gerade einmal 150 Zuhörer in die Offenburger Reithalle gelockt hat. Das hat vielleicht damit zu tun, dass sie sich selbst alles andere als bierernst nehmen, dass sie gerne mit der Entgleisung kokettieren. 

Den nach der Pause vorgetragenen Reggae haben sie schon so oft runtergenudelt, dass es nicht verwundert, wenn die Platte springt und hängen bleibt. Die mit eckigem Akzent eingestreuten Geschichten sind manchmal so hanebüchen, dass man nicht weiß, ob man über die vier schon etwas älteren Herren im grauen Anzug den Kopf schütteln oder lachen soll. 

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Wunderbar groovend

Auf der anderen Seite kann man nur mit der Zunge schnalzen, wenn die vier Männer eine schmachtende Ballade aus Irland anstimmen, wenn wild durcheinander gewirbelte Vokalfragmente plötzlich in ein wunderbar groovendes „Papa Was a Rollin‘ Stone“ münden, wenn der Rap-Song „Gangsta’s Paradise“ nahtlos in „Staying Alive“ von den Bee Gees übergeht. Hier und da wird ein bisschen getrickst und das Loop erst einmal mit einem dumpfen Rhythmus gefüttert oder  die Stimmen der vier Holländer dezent verfremdet. 

Dann kuscheln sie wieder auf zwei Stühlen, krabbeln auf allen Vieren über die Bühne, kringeln sich, wenn die Scheinwerfer immer wieder genau den Punkt fixieren, an dem gerade überhaupt nichts passiert. Der ganze Klamauk lockert die Vorstellung auf, verstellt aber nie den Blick auf das Wesentliche: auf die musikalische Klasse eines verteufelt guten 
A-cappella-Ensembles. 

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