Altes Haus zu neuem Leben erweckt

Das "Denkmal des Monats Januar 2021" steht in Münchweier

Autor: 
unserer Redaktion
Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
18. Januar 2021
In das historische Fachwerkhaus ist wieder Leben eingezogen.

In das historische Fachwerkhaus ist wieder Leben eingezogen. © Franz-Josef Henninger

Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg würdigte die gelungene Sanierung des 1799 erbauten Weingärtnerhauses in Münchweier mit der Auszeichnung „Denkmal des Monats Januar 2021“. Historisches und Modernes seien eine spannende Verbindung eingegangen, loben die Denkmalpfleger.   

„Aus einem verfallenden Fachwerkhaus ist ein wahres Schmuckstück geworden“, jubelt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg in einer Pressemitteilung „Das sogenannte Weingärtnerhaus in Ettenheim-Münchweier ist von Grund auf restauriert worden. Nach langem Leerstand erfüllt nun eine Familie das historische Gebäude mit neuem Leben“, schreibt sie weiter. Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg hat die private Sanierung 2019 Jahr mit einem Zuschuss gefördert. Das Ergebnis würdigt sie mit der Auszeichnung „Denkmal des Monats Januar 2021“.

Gewölbekeller und Fachwerkbau

- Anzeige -

Ein Blick auf die aufwändigen Bauarbeiten: Mehr als zwei Jahre lang ist das Haus aus dem Jahr 1799 Stück für Stück erneuert worden. Als Teil eines landwirtschaftlichen Anwesens diente es einst als Wohnhaus und zur Weinerzeugung. Der Kellereingang mit zweiflügeligem Rundbogentor, in dessen Schlussstein die Jahreszahl graviert wurde, lässt dies unschwer erkennen. Über dem Gewölbekeller beginnen zwei Wohngeschosse in Fachwerkbau, das Dachgeschoss darüber ist mit sechs kleinen Schleppgauben dem Baudenkmal angemessen erweitert worden.
„Innen wie außen wurde große Sorgfalt darauf verwendet, Bauteile, Materialien und Oberflächen so originalgetreu wie möglich zu erhalten oder zu ersetzen. So gelang es nicht nur, das Fachwerk instandzusetzen und mit einer Lasur aus Leinöl einzulassen, sondern auch originale Fassadenfarben an Sockel und Mauerwerk zu rekonstruieren, was das äußere Erscheinungsbild besonders gelungen wirken lässt“, beschreibt die Denkmalstiftung den behutsamen Umgang mit dem alten Gebäude.
In den Wohnräumen gehen nun Historisches und Modernes eine spannende Verbindung ein, loben die Denkmalpfleger. Während Balken sichtbar gemacht, Malereien aufgefrischt und Putzflächen erneuert wurden, entstanden zugleich neue Durchgänge und -brüche sowie zeitgemäße Installationen, die eine moderne Nutzung ermöglichen. „Die insgesamt höchst gelungene Kombination zeigt beispielhaft, wie sich Denkmalschutz und aktuelles Leben ergänzen können“, lautet das Fazit der Experten.

Denkmalschutz mit Lotteriegeldern

Nach ihrem Motto „Bürger retten Denkmale“ fördert die Denkmalstiftung Baden-Württemberg insbesondere private Initiativen und gemeinnützige Bürgeraktionen, die sich für den Erhalt von Kulturdenkmalen im Land engagieren. 48 Projekte hat die Stiftung bürgerlichen Rechts im Jahr 2020 unterstützt. Seit ihrer Gründung 1985 hat sie annähernd 1600 Vorhaben mit rund 63 Millionen Euro gefördert, um Baudenkmale vor dem Verfall zu retten. Zwei Drittel davon waren Anträge von Privat, Fördervereinen und Bürgerinitiativen.
Möglich machen diese Förderungen neben den Erträgen aus dem Stiftungskapital auch erhebliche Mittel aus der Lotterie Glücks-Spirale. Für die Förderung und die Öffentlichkeitsarbeit zum Denkmalschutz bleibe die Denkmalstiftung Baden-Württemberg aber mehr denn je auf großzügige Spenden angewiesen, heißt es abschließend in der Pressemitteilung.

Weitere Artikel aus der Kategorie: Kultur

Grégory Ott am Klavier.
26.02.2021
CD-Produktionen und Konzerte im TV
Das Straßburger Festival Jazzdor produziert neben Konzerten für den deutsch-französischen Kultursender Arte Tonträger mit verschiedenen Künstlern. Gerade ist beim Label Jazzdor Series das neue Album des Pianisten Grégory Ott erschienen.
Dietrich Mack.
25.02.2021
Kulturkolumne
Ob unsere Politiker Abul Hassan Ali Ebn Bekar kennen? Erwähnt haben sie ihn nicht, als sie vor einiger Zeit verkündeten, dass am 1. März die Friseursalons wieder öffnen dürfen. Dabei ist der „Barbier von Bagdad“ ein Mann mit vielen Talenten und weine Zier seines Berufsstandes.
Marla Glen.
25.02.2021
Album „Unexpected“ mit großer Stilvielfalt
Marla Glen, die Sängerin mit der herben Blues- und Soulstimme, hat mit ihrem aktuellen Album „Unexpected“ einen beeindruckenden Neustart hingelegt. Gerne würde sie auch einmal am Oberrhein auf einer Bühne stehen.    
24.02.2021
Offenburger Schüler proben Oper
Das Opernprojekt „Diggin‘ Opera II“ des Festspielhauses Baden-Baden mit dem Oken-Gymnasium Offenburg geht in die letzte Runde. Wenn alles klappt, ist am 25. April Premiere. Dahinter steckt ein musikalisches Experiment.
23.02.2021
"Haus-Festspiel" im Festspielhaus Baden-Baden
Das Festspielhaus Baden-Baden meldete sich erfolgreich mit einem „Haus-Festspiel“ zurück.  Geboten wurden hochkarätige Konzerte an vier Abenden auf der Bühne des Opernhauses.
Autorin Renate Tebbel.
22.02.2021
Roman „Die grüne Schatulle“ von Renate Tebbel
Nach ihrer Biografie der Gengenbacher SPD-Politikerin Marta Schanzenbach hat die Autorin Renate Tebbel mit „Die grüne Schatulle“ einen bewegenden Familienroman vorgelegt. Im Mittelpunkt steht das Leben ihrer Großmutter, die sie im Buch Clärchen nennt.          
20.02.2021
Museen gehen digitale Wege
Da die Forderungen nach Öffnung der Museen ungehört verhallen, bieten die Museen inzwischen digitale Vermittlungen und Führungen an. Mit großer Resonanz.
20.02.2021
Neue CD-Einspielung der Pianistin Anna Adamik
Die Stücke von Ludwig van Beethoven, die die Pianistin Anna Adamik im Sommer in Offenburg während der Kreuzgang-Konzerte vorgestellt hatte, hat sie nun auf CD eingespielt. 
Andreas Dilles.
18.02.2021
Interview mit dem Musiker Andreas Dilles
Als Musiker, Chorleiter und Musiklehrer erlebt Andreas Dilles den Stillstand des kulturellen Lebens und die Folgen für die Kulturschaffenden hautnah mit. Er kritisiert, dass die Politik nur den medizinischen Aspekt der Pandemie sehen würde.   
Jürgen Stark.
18.02.2021
Kulturkolumne
Fernsehen ist das neue Hintergrundrauschen des Lebens. In Zeiten der imaginären 35er-Inzidenz-Fußfessel, dem Angenageltsein an die eigenen vier Wände, bekommen klassische Hausmedien wie TV und Radio eine gänzlich neue Bedeutung. 
15.02.2021
Benedikt Stampa und die Lage im Festspielhaus
Benedikt Stampa ist überzeugt, dass das Festspielhaus Baden-Baden die Pfingstfestspiele feiern kann. Es tut ihm aber leid um die Projekte, die nicht verwirklicht wurden. Um die Maschinerie hochzufahren, brauche es vier Wochen, sagt er im Gespräch mit der Mittelbadischen Presse.
14.02.2021
Joachim Gottschalk über Band- und Studioarbeit in Zeiten des Lockdowns
Kein Konzert mit „Jimmy’s Soul Attack“, kein Auftritt mit der „Blues World“ während des Lockdowns, doch Bandleader Joachim Gottschalk sieht nach vorne. Projekte hat er zuhauf.

Das könnte Sie auch interessieren

- Anzeige -
  • Gerade bei WeberHaus hat das Handwerk goldenen Boden ....
    vor 20 Stunden
    Bei WeberHaus auf eine sichere berufliche Zukunft bauen
    Träume zu ermöglichen macht Freude – und wenn man Teil eines motivierten Teams ist, kann das schon mal zur Lebensaufgabe werden. Seit über 60 Jahren erfüllt WeberHaus Menschen den Traum vom Eigenheim. Jetzt sucht der Fertighaus-Profi Verstärkung, speziell im handwerklichen Bereich auf den...
  • „Tradition leben, aber neue Wege gehen. Genau unser Bier.“
    26.02.2021
    Familienbrauerei Bauhöfer: Deutschlands jüngste Brauereichefin führt Biermarke in die Zukunft
    Die Familienbrauerei Bauhöfer aus Renchen-Ulm existiert bereits seit 1852, mittlerweile ist die fünfte Generation am Start. Geschäftsführerin Katharina Scheer, Deutschlands jüngste Brauereichefin, führt die Biermarke seit Jahresbeginn mit neuem Namen und neuem Design in die Zukunft: Ulmer heißt...
  • Die Oberkircher Berufsinfomesse findet erstmals digital statt.
    26.02.2021
    26. und 27. März: Firmen aus der Region sind live zugeschaltet
    Vielfältige Ausbildungsberufe und Studiengänge aus den Bereichen Handel, Handwerk, Dienstleistung, Gastronomie & Hotellerie, Industrie, Verwaltung, Finanzwesen und Industrie stehen bei der Oberkircher Berufsinfomesse (BIM) am Freitag und Samstag, 26. und 27. März, im Fokus.
  • Karina Hahn (von links), Nicolina Fischer und Petra Kiesel lassen den Küchentraum wahr werden.
    25.02.2021
    Der Küchenspezialist aus Achern-Mösbach
    Eine gut geplante und hochwertige Küche begleitet durchs Leben, dabei bedient sie die unterschiedlichsten Ansprüche und ist mindestens so individuell wie ihre Nutzer. Gute Planung ist das A und O: und hier ist das Hahn Küchenstudio in Achern-Mösbach der optimale Partner.