Berlin

Dritte Chance für Naumburger Dom

Autor: 
dpa
Lesezeit 2 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
14. Juni 2018
Der Naumburger Dom in Sachsen-Anhalt ist für die Aufnahme in das Welterbe nominiert.

Der Naumburger Dom in Sachsen-Anhalt ist für die Aufnahme in das Welterbe nominiert. ©dpa - Jan Woitas

Zwei Stätten aus Deutschland sind bei der Tagung des Unesco-Welterbekomitees vom 24. Juni bis 4. Juli in Manama (Bahrain) für die Aufnahme in das Welterbe nominiert.

Zur Entscheidung stehen die Wikingerstätten Haithabu und Danewerk (Schleswig-Holstein) sowie der Naumburger Dom in Sachsen-Anhalt, wie die deutsche Unesco-Kommission am Donnerstag mitteilte. Für die Bewerbung aus Sachsen-Anhalt ist es bereits die dritte Chance. Zweimal war die Aufnahme des Naumburger Doms samt der hochmittelalterlichen Landschaft an Saale und Unstrut beantragt worden - vergeblich. Nun soll es die überarbeitete Bewerbung mit dem Dom allein schaffen.

Der Naumburger Dom St. Peter und Paul wurde im 13. Jahrhundert geschaffen und wird zu den bedeutendsten Kathedralbauten des europäischen Hochmittelalters gezählt. Berühmt sind die vom «Naumburger Meister», einem bis heute unbekannten Steinbildhauer, geschaffenen zwölf Stifterfiguren in der Kathedrale, die zu den wichtigsten Kunstwerken der Epoche gehören.

- Anzeige -

Die Befestigungsanlage Danewerk und der Handelsplatz Haithabu im nördlichen Schleswig-Holstein gehören zu den bedeutendsten archäologischen Zeugnissen Nordeuropas. Das Danewerk bestand aus Erdwällen, Mauern, Gräben und einem Sperrwerk in der Schlei. Es gilt als größtes Bodendenkmal Nordeuropas. Die Wikingerstadt Haithabu bei Schleswig war vom 9. bis 11. Jahrhundert eines der bedeutendsten Handelszentren Nordeuropas. 1897 wurde sie wiederentdeckt, die ersten Ausgrabungen begannen um 1900.

Einen internationalen Antrag von Wikingerstätten gemeinsam mit Island, Dänemark, Lettland und Norwegen hatte das Welterbekomitee 2015 zur weiteren Überarbeitung zurückgewiesen. Dieser Antrag wurde dann nicht mehr verfolgt. Nun geht eine deutsche Einzelbewerbung an den Start.
Insgesamt berät das Komitee über 31 Nominierungen. Dazu zählen das viktorianische und Art Déco-Ensemble von Mumbai, der prähistorische Fundort Göbekli Tepe in der Türkei, der Nationalpark Chiribiquete in Kolumbien sowie die buddhistischen Bergklöster in Südkorea.

Der usbekischen Welterbe-Stätte «Historisches Zentrum von Shahrisabz» droht die Streichung von der Liste. Umfassende Baumaßnahmen hätten dazu geführt, dass der außergewöhnliche universelle Wert als verloren gilt, hieß es. Zudem wird über die Aufnahme des Tals von Kathmandu (Nepal) und des Turkanasee-Nationalparks (Kenia) in die Liste des gefährdeten Welterbes beraten. Zurzeit stehen weltweit 1073 Kultur- und Naturstätten auf der Liste des Unesco-Welterbes, darunter 42 aus Deutschland.

Weitere Artikel aus der Kategorie: Kultur

Der literarische Nachlass des Schriftstellers Peter Härtling wird jetzt in Marbach aufbewahrt.
Marbach
vor 8 Stunden
Das Deutsche Literaturarchiv Marbach hat den vollständigen Nachlass des Schriftstellers und Kinderbuchautors Peter Härtling (1933-2017) übernommen.
Auf einer Schellackplatte konserviert: Tonaufnahme einer Rede des Reichspräsidenten Friedrich Ebert aus dem Jahr 1919.
Berlin
vor 10 Stunden
Es ist eine weltweit einzigartige Sammlung von Stimmen, Sprachen und Dialekten. Das Lautarchiv der Berliner Humboldt-Universität bewahrt über 7500 Schellackplatten mit historisch wertvollen Tondokumenten auf.
Michael Ondaatje schafft es wieder einmal meisterhaft, die Leser in eine düstere, abenteuerliche Welt hineinzuziehen.
Berlin
14.08.2018
«Im Jahr 1945 gingen unsere Eltern fort und ließen uns in der Obhut zweier Männer zurück, die möglicherweise Kriminelle waren.» So beginnt Michael Ondaatjes neuer Roman «Kriegslicht», und natürlich will man sofort mehr wissen über das Schicksal dieser Kinder.
Die Longlist steht. Wer macht das Rennen um den Deutschen Buchpreis 2018?
Frankfurt/Main
14.08.2018
Prominente Autoren wie Helene Hegemann, Maxim Biller und Nino Haratischwili stehen auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis.
Die Projektion des Werks «Harlekin mit gefalteten Händen» von Pablo Picasso wird bei der Multimedia-Schau «Picasso und die spanischen Meister» in den Steinbrüchen Carrières de Lumières an eine Wand geworfen.
Paris
14.08.2018
«La Celestina» hat Pablo Picasso 1904 in Barcelona gemalt. Das Porträt einer Frau mit einem erblindeten Auge gehört eher zu den mittelgroßen Formaten des Spaniers.
Kultursommer
13.08.2018
Eine große Reise einmal um die Welt – und das ohne sich vom Fleck zu bewegen. Wo gibt es das sonst außer beim Kehler Kultursommer? Bei ihrem jüngsten Auftritt auf der Altrhein-Bühne im Rosengarten nahm das Quartett Quadro Nuevo das Publikum mit auf eine poetisch-musikalische Reise rund um den...
Sonya Yoncheva (Poppea, hinten) und ein Ensemblemitglied in Monteverdis "L'incoronazione di Poppea" in Salzburg.
Salzburg
13.08.2018
Ein Altmeister der historischen Musik, ein gefeierter Tanzkünstler, zwei Spezialisten für Bühneninstallationen: Große Künstler unterschiedlicher Genres für ein einziges Projekt zusammenzubringen, das können nur Festivals wie die Salzburger Festspiele.
Michael Golz vor seinem Werk "Athosland" in Bernried.
München
13.08.2018
Die einen nennen es «Outsider Art», die anderen lieber «Art Brut». Gemeint ist oft das Gleiche. Kunst, geschaffen von Menschen wie Michael Golz. Seit Jahrzehnten arbeitet der Künstler aus Mülheim an der Ruhr an einem Werk: dem Athosland.
Am 14. August erscheint eine Jubiläumsausgabe des Romans «Deutschstunde».
Hamburg/London
13.08.2018
Nachkriegsromane verblassen oft mit den Jahren und geraten in Vergessenheit. Anders die «Deutschstunde». Der größte literarische Erfolg von Siegfried Lenz (1926-2014) erschien vor 50 Jahren - Anlass für den Hamburger Verlag Hoffmann und Campe, eine besonders gestaltete Jubiläumsausgabe...
Das Bild »Segelboote bei Grünau« von Ernst Ludwig Kircher ist bei der Ausstellung in der Stuttgarter Staatsgalerie zu sehen.
Die Sensation hinter der Ausstellung
13.08.2018
Die Staatsgalerie Stuttgart zeigt ihren Bestand an Werken Ernst Ludwig Kirchners in der Ausstellung »Die unbekannte Sammlung«. Die Sensation ist nicht die Ausstellung selbst, sondern die Herkunft der Bilder. Eine Spurensuche.
Literaturnobelpreisträger V.S. Naipaul, hier 2001, ist im Alter von 85 Jahren gestorben.
London
12.08.2018
Der Literaturnobelpreisträger V.S. Naipaul ist tot. Der Autor sei im Alter von 85 Jahren am Samstag friedlich gestorben, teilte seine Familie nach Angaben der Agentur PA mit.
Literatur-Kolumne
11.08.2018
Bin Ohr und Bleistift, Reisender; Radiergummi, Nomadenkoffer, wald- und meeressüchtig; auf Straßen, Schienen, Wanderwegen. Aufgehoben in Transiträumen. Ruhe bieten mir, wenn überhaupt, Augenblickspoeme, ihr lyrischer Atem und vernarbte Zärtlichkeiten.