Ein Hörspiel der besonderen Art - prev

Autor: 
Ellen Matzat
Lesezeit 4 Minuten
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14. Mai 2021
Intendant Edzard Schoppmann und Theaterpädagogin Florence Hermann vom Theater Eurodistrict Baden Alsace mit ihrem neuen Telefon-Livehörspiel „Kaschmirgefühl“.

Intendant Edzard Schoppmann und Theaterpädagogin Florence Hermann vom Theater Eurodistrict Baden Alsace mit ihrem neuen Telefon-Livehörspiel „Kaschmirgefühl“. ©Ellen Matzat

„Kaschmirgefühl“ heißt das Telefon-Livehörspiel des Theaters Eurodistrict Baden Alsace, das im Mai seinen Zuhörern präsentiert wird. Ein neues Format, wie Edzard Schoppmann verrät.

An Freitagen und Samstagen im Mai präsentiert das Theater Eurodistrict Baden Alsace mit dem Telefon-Livehörspiel der aufregenden Liebesgeschichte „Kaschmirgefühl“ ein völlig neues und coronakonformes Format.
Das humorvolle und teils erotische Hörlauschspiel am Telefon basiert auf einem Roman des renommierten Autors Bernhard Aichner aus Österreich, der schon viele Preise und Auszeichnungen, darunter den Friedrich-Glauser- Preis, einheimste. „Wir haben die Theaterfassung des Stückes in ein Hörspiel verwandelt“, verriet Edzard Schoppmann, Intendant des heutigen „Theaters Eurodistrict Baden Alsace“.

Dem Gespräch lauschen

Man versuche die momentane Zeit als kreative Herausforderung zu nutzen, so dass er es nach dem Streamen auf der Plattform „Dringeblieben“ und dem Kulturbringdienst nun mit dem „Hören“ versuchen wollte, erklärte er. Dazu suchte er einen Stoff, bei dem es um ein Telefonat geht, das den Zuhörern so offeriert werden soll, dass sie die geheimen Lauscher bei einem fremden Gespräch am Telefon sind.

Es sollte kein Hörspiel sein, das man sich am Computer oder per Stream anhören kann. „Da wir Schauspieler und keine Sprecher sind, ist das Eindimensionale für uns ganz schön anstrengend, da es bei dem Hörspiel auf jede kleine Nuance ankommt. Die Sinne der Gäste sind auf das Hören reduziert und das Visuelle fehlt“, erklärte der Regisseur.

„Hörst Du mich“, klingt die verführerische Stimme von Yvonne aus dem Hörer. Jo, der eigentlich Gottlieb heißt, ruft eine Telefonsexhotline an und bekommt am anderen Ende Yvonne an die Strippe, die im wirklichen Leben Marie heißt. Aus einem phantastischen Lügengeflecht, das die beiden sich gegenseitig servieren, entspinnt sich in einem Zeitraum einer Nacht zwischen 20.15 Uhr und 4.33 Uhr eine Liebesgeschichte, bei der die beiden immer ein bisschen mehr verraten, wer sie sind und wer sie nicht sind.

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„Die Auflösung wird hier nicht verraten, aber es ist eine sehr schöne Liebesgeschichte“, verspricht Schoppmann. Die kurzweilige Love-Story ist flott und manchmal etwas rotzig geschrieben und bringt eine gehörige Portion Humor mit. „Dieser Stil gefiel mir sehr gut“, erklärte der Regisseur, der die Rolle des schüchternen Jo alias Gottlieb spricht. Seine Telefonpartnerin wird von Florence Herrmann gesprochen.

Das Hörspiel, bei dem die Zuhörer mehrere Telefongespräche in Folge belauschen, geht 70 Minuten. „Dieses Format gibt es noch nicht, das ist neu“, freut sich Schoppmann. Das erinnere etwas an früher, als es manchmal passierte, dass man unfreiwillig Zuhörer bei einem fremden Telefongespräch wurde. „Ich fand das immer prickelnd und sauspannend“, gestand er lachend.

In Zeiten präsent bleiben

Mit dem Experiment möchte das Theater Baden Alsace auch in Zeiten präsent bleiben, in denen nicht Theater gespielt werden darf. Aufgrund des Qualitätsvorteils entschied man sich für das Abspielen anstatt des Live-Sprechens, da so das Stück vollkommen ausgefeilt werden konnte. Das bringt dem Zuhörer, der die Sprecher nicht sieht, Vorteile.

Für Einwahlschwierigkeiten ist jemand im Studio vor Ort. „Wir werden mit unseren Ideen irgendwie immer etwas verrückter, um dieser Zeit ein Schnippchen zu schlagen“, schmunzelte Schoppmann. Durch Corona komme man auf Ideen, auf die man sonst nie gekommen wäre. Vorteile der Corona-Formate seien, dass die Gäste nicht in der Nähe wohnen oder mobil sein müssen, sondern von überall auf der Welt dabei sein können, sodass diese Formate als Ergänzung durchaus Sinn machen.

Wer in der Zeit der Pandemie und nächtlichen Ausganssperren, Zeuge dieses intensiven Gesprächs zweier einsamer Seelen werden möchte, kann für fünf Euro jeden Freitag- und Samstagabend im Mai um 20.15 Uhr dabei sein. Unter http://theater-baden-alsace.com/projekte/kaschmirgefuehl-telefonhoerspiel/ kann das Ticket zu einer Art Telefonkonferenz gebucht werden, bei der die Zuhörer stumm geschaltet sind. Durch die Buchung erhält der Gast die nötigen Zugangsdaten und Festnetz-Telefonnummer mit Zugangspasswort sowie eine detaillierte Anleitung zum Einwählen. Es wird empfohlen, das Einwählen schon 15 Minuten vor dem Beginn vorzunehmen.

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