Offenburg

Ein Karussell aus Seide

Autor: 
Gertrud Schley
Lesezeit 3 Minuten
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23. September 2021
Raumhohe Seiden-Malereien eines erfolgreichen Künstlers: die Installation „Jellyfish“ von Koho Mori-Newton. 

Raumhohe Seiden-Malereien eines erfolgreichen Künstlers: die Installation „Jellyfish“ von Koho Mori-Newton.  ©Kunstverein Offenburg-Mittelbaden 

Der Kunstverein Offenburg-Mittelbaden zeigt einen Querschnitt durch das Werk des vielseitigen Künstlers Koho Mori-Newton. Die Ausstellung wird morgen mit einer Vernissage eröffnet.

Koho Mori-Newton­ wird als ein Meister im Umgang mit Seide gerühmt. In seiner Ausstellung „Between Drawing & Painting“ beim Kunstverein Offenburg-Mittelbaden zeigt er eindrucksvoll, wie er das edle Material­ in Szene zu setzen vermag. Zum Beispiel mit der Installation „Jellyfish“. Drei Meter hohe Stoffbahnen hängen an einer runden Metallkonstruktion von der Decke – wie ein schwereloses Karussell.
Der 1951 in Japan geborene Künstler zeigt ab Samstag,
25. September, in den Räumen des Kunstvereins auf dem Kulturforum sein ganzes Spektrum: Zeichnungen, Gemälde, Installationen und Objekte. Kunsthistorikerin Susanne­ Ramm-Weber führt bei der Vernissage morgen, Freitag, 18 Uhr, in das komplexe Werk von Koho Mori-Newton ein. Die Besucher in den acht Ausstellungsräumen mit über 400 Quadratmetern würden eine ganz neue Erfahrung machen, ist sie sich sicher.

Internationale Karriere

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Im Jahr 1975 kam Mori-Newton nach Deutschland, er lebt und arbeitet in Tübingen. Von der schwäbischen Universitätsstadt aus startete er seine internationale Karriere. Alleine in Deutschland befinden sich Werke von ihm permanent in mehr als zehn Museen, so in der Staatsgalerie Stuttgart und in der Staatlichen Graphischen Sammlung München.
Im Bezug auf seine Kunst gibt sich Mori-Newton radikal.Er lehnt jede Bedeutung und jeden Sinn in seinen Werken ab. Für ihn gibt es nur Linien, Formen, Farben, Materialien und Räume – genauer gesagt Zwischenräume.
„Während des Arbeitens unterscheide ich nicht, ob ich zeichne oder male. Ich weiß im Prozess auch nicht, was am Ende entsteht. Und doch habe ich eine sehr genaue Vorstellung davon, was in die Ausstellung kommt und was nicht. Insofern ist für mich der Unterschied zwischen Zeichnen und Malen gar nicht so wichtig. Wichtig ist mir, was dazwischen passiert. Ich möchte sehen, wie sich meine Kunstwerke zu einem Erlebnis formieren und Dimensionen eröffnen, die zwar in den Werken angelegt sind, aber nur durch die Betrachtenden selbst erlebt und zum Leben erweckt werden können“, zitiert der Kunstverein seinen Gast, der von Kennern als Schwer­gewicht der heutigen Avantgarde gesehen wird.
Mit der Schau des „Radikalist der zeitgenössischen Kunst“ verbinden die Ortenauer Kunstfreunde auch die Hoffnung auf eine Wiederbelebung des in der Pandemie stark eingeschränkten Ausstellungsbetriebs in ihrer Galerie.­
Koho Mori-Newton: „Between Drawing & Painting“, Kunstverein Offenburg-Mittelbaden, Kulturforum, Samstag, 25. September, bis Freitag, 12. November, Öffnungszeiten: Mittwoch bis Freitag 14 bis 18 Uhr, Samstag/Sonntag 11 bis 17 Uhr. Eintritt nur für Geimpfte oder Getestete, es besteht Maskenpflicht. Weitere Infos unter www.kunstverein-
offenburg.de/

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