Landesgartenschau

Feldberger und Violentango boten Kontrastprogramm in Lahr

Autor: 
Jürgen Haberer
Lesezeit 2 Minuten
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17. April 2018

Die Feldberger mit Frontmann und Sänger Hansy Vogt. ©Jürgen Haberer

Das weitläufige Areal der Landesgartenschau in Lahr öffnet den Raum für musikalische Kontraste. Auf der großen Bühne im Seepark sorgten am Samstagabend Hansy Vogt und die »Feldberger« für beste Partystimmung. Im Bürgerpark musizierte »Violentango«, ein wunderbar feinsinnig agierendes Quintett aus Argentinien.

Der große Besuchermagnet am ersten Wochenende der Landesgartenschau waren die »Feldberger«, die seit mehr als drei Jahrzehnten mit ihrer Musik für gute Laune und begeistert mitgehende Fans sorgen. Die 2008 zu den musikalischen Botschaftern der Tourismusregion Schwarzwald ernannte Truppe wartete auf der großen Bühne des Ausstellungsgeländes mit einem schwungvoll krachenden Heimspiel auf, das die Freunde volkstümlicher Schlager und Popklänge regelrecht in Verzückung versetze. Von dem rauschenden Partyevent völlig unberührt setzte im Bürgerpark zeitgleich eine Band aus Argentinien eine ganz andere Duftmarke: »Violentango« servierte eine feinsinnige, mit progressiven Jazz- und Rockelementen durchzogene Spielart des »Tango nuevo«.

Absoluter Kultstatus

»Hallo, uns geht es gut«  und »Schön ist es auf der Welt zu sein«, skandierte Hansy Vogt gleich zum Einstieg in das Konzert der Feldberger. Gute Laune ist einfach Trumpf, wenn die vier Burschen aus den Hochschwarzwald die Bühne entern. Der in Ettenheim lebende Frontmann und Sänger der vor mehr als drei Jahrzehnten gegründeten Gruppe hätte es gar nicht nötig, das Publikum mit seinen Showtafeln zum »Jauchzen«, »Klatschen« oder »Mitsingen« zu animieren. Das Quartett genießt schon seit langem absoluten Kultstatus. Wo immer die Feldberger antreten ist Party angesagt. Die Fans gehen mit, fallen in die Refrains unvergesslicher Schlager ein und feiern ihre Stars. 

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Vogt ist der fröhliche, immer zu Späßen aufgelegte Einheizer der Truppe, der zwischendurch rote Rosen verteilt und zum Schunkeln einlädt, oder »herzerfrischend echt« für den Schwarzwald die Werbetrommel rührt. Den Rest besorgen Chris Laubis (Akkordeon), Lothar Böhler (Bass) und Joe Kuttruff am Schlagzeug. Die vier Stimmungskanonen setzten das erste Glanzlicht der Landesgartenschau und sorgen dafür, dass es auf und vor der Bühne mächtig kracht.

Perlende Gitarrenduette

Zur gleichen Zeit verzauberten fünf Musiker aus Buenos Aires mit einem diametral angelegten Ansatz. Die Formation um Adrian Ruggiero, dem Mann am Bandoneon, servierte feinsinnig angelegte Klangperlen, eine vom »Tango nuevo« geprägte Musik, die verführt und umgarnt. Hier blitzen feine Improvisationen und perlende Gitarrenduette auf, entspannt wippende Jazz- und Rockharmonien. Hier werden fast schon kammermusikalisch anmutende Klanglandschaften kreiert, die in die Gefilde der progressiven Rockmusik der 1970er-Jahre abdrifteten, die im freien Dialog der Instrumente immer wieder neu das musikalische Spannungsfeld des Tango ausloteten. 

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