Berlin

«Greyzone - No Way Out»: Ein Thriller mit zehn Folgen

Autor: 
dpa
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11. September 2018
Victoria (Birgitte Hjort Sørensen) wird als Geisel gefangen gehalten, um für eine Terrororganisation eine Drohne zu programmieren.

Victoria (Birgitte Hjort Sørensen) wird als Geisel gefangen gehalten, um für eine Terrororganisation eine Drohne zu programmieren. ©dpa - Agnete Schlichtkrull/ZDF

Dänemark ist kleiner als Niedersachsen und hat auch deutlich weniger Einwohner. Aber das skandinavische Land hat weltweit einen Ruf für herausragende Fernsehproduktionen, nicht zuletzt für Krimis wie «Kommissarin Lund» und Serien wie «Borgen - Gefährliche Seilschaften».

In dem viel gelobten Serienprojekt spielte Birgitte Hjort Sørensen (36) neben Sidse Babett Knudsen als dänischer Premierministerin eine der Hauptrollen. Auch in «Greyzone - No Way Out» steht die dänische Darstellerin wieder im Mittelpunkt.

In der dänisch-schwedisch-deutschen Thrillerserie, die mindestens so spannend ist wie «Borgen», spielt Sørensen die Softwareentwicklerin Victoria Rahbeck, die in ein Alptraumszenario gerät, als sie einen früheren Mitstudenten zu sich in die Wohnung lässt. Er bringt sie in seine Gewalt und droht, ihren Sohn zu töten, wenn sie nicht tut, was er sagt - und er hat ziemlich unangenehme Pläne.

«Greyzone» ist nach «Countdown Copenhagen» im vergangenen Herbst die zweite dänische Koproduktion, die bei ZDFneo Deutschlandpremiere hat. Die ersten beiden 45-minütigen Folgen sind im Doppelpack am Donnerstag (13.9.) ab 20.15 Uhr zu sehen. Für Binge-Watching-Fans sind alle zehn Folgen ab dem Starttag auch in der ZDF-Mediathek abrufbar.

Gut vorstellbar, dass der ein oder andere lieber gleich wissen möchte, wie es weitergeht. Denn schon der Auftakt ist spannend. In den ersten beiden Folgen der Serie (Regie: Jesper W. Nielsen) ist Eva Forsberg (Tova Magnusson) von der schwedischen Sicherheitspolizei SÄPO Waffenschmugglern auf der Spur, nachdem sie bei einer Kontrolle in einem Lkw im Hafen von Göteborg einen von zwei Sprengköpfen einer Flugabwehrrakete entdeckt hat, die auf einer NATO-Basis gestohlen wurden. Der Fahrer des Lkw entkommt verletzt, einen seiner Komplizen hat die Polizistin erschossen. Der Tote stammte aus Ungarn. Aber für wen war der Sprengkopf bestimmt - für ukrainische Rebellen?

Von Anfang an ist klar: Es geht um Terrorismus, um eine Bedrohung, die Tausende Menschen das Leben kosten könnte. Und so arbeitet Forsberg schon bald mit Jesper Lassen (Joachim Fjelstrup) zusammen, einem Offizier des dänischen Geheimdienstes PET, um herauszufinden, was und wer hinter dem Vorfall in Göteborg steckt.

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Überragende Kameraführung

Der Lkw kam aus Deutschland. Dorthin fliegt auch Victoria Rahbeck, die für eine Firma in Stockholm Steuerungssysteme für Drohnen entwickelt und darüber in Frankfurt einen Vortrag halten soll. Unter den Zuhörern ist Iyad Adi Kassar (Ardalan Esmaili), den sie aus ihrem Studium an der Uni in Lund kennt und der sie hinterher anspricht. Er will für eine Fachzeitschrift ein Interview mit ihr führen. Und sie stimmt zu und lädt ihn zu sich nach Hause in Kopenhagen ein, während ihr Ex-Mann und ihr Sohn gerade in Paris sind.

Aber Kassar ist nicht, wer er zu sein vorgibt, betäubt sie, fesselt sie und verlangt von ihr, mit ihm nach Stockholm zu fliegen. In der Zentrale ihrer Firma soll sie vom Laptop ihres Chefs Daten kopieren, an denen das Terrornetzwerk Interesse hat, zu dem Kassar gehört. Unter der ständigen Drohung, ihr Sohn Oskar werde andernfalls sterben, tut sie, was er verlangt.

«Greyzone» ist großes Kino und ein weiteres Beispiel dafür, dass die Skandinavier es einfach drauf haben, was Serienproduktion angeht. Nicht nur, dass Birgitte Hjort Sørensen und Tova Magnusson Idealbesetzungen für die beiden starken Frauenrollen sind, die bei «Greyzone» im Zentrum stehen. Die Kameraführung (Erik Zappon) und Schnitttechnik sind überragend, die Musik von Henrik Lindstrand ist passend und die Geschichte klasse erzählt - auch wenn der Plot um die skrupellosen Terroristen, die in Skandinavien einen Anschlag planen, nicht ganz klischeefrei sein mag.

Hut ab jedenfalls vor ZDFneo, dass der Nischensender, der bei den Einschaltquoten gar nicht schlecht dasteht, die dänisch-schwedisch-deutsche Serie ins deutsche Fernsehen bringt.

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