Offenburg

Harmonie in Reinkultur

Jutta Hagedorn
Lesezeit 2 Minuten
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28. November 2023
Der Ausnahmegeigerin Tianwa Yang war bei der Oberrhein Konzertreihe in Offenburg kein Stück zu schwer.

Der Ausnahmegeigerin Tianwa Yang war bei der Oberrhein Konzertreihe in Offenburg kein Stück zu schwer. ©Faruk Ünver

Geigerin Tianwa Yang und Pianist Haiou Zhang überraschten beim Oberrheinkonzert mit ihren Interpretationen von Beethoven und Ma Sicong.

Wäre es in diesem Zusammenhang nicht etwas salopp, könnte man das Konzert in der Oberrheinhalle Offenburg als „einfach wahnsinnig“ beschreiben. Das Publikum war am Samstagabend jedenfalls hellauf begeistert und bedankte sich mit langem und lautstarkem Beifall. Die Oberrheinkonzerte in der Oberrheinhalle sorgen immer noch für Überraschungen und Entdeckungen. So auch an diesem Abend mit der früh erfolgreichen Geigerin Tianwa Yang und dem Pianisten Haiou Zhang.

Neben zwei Beethoven-Sonaten erklang als wunderbarer Kontrast die Komposition „Nostalgia“ des chinesischen Geigers und Komponisten Ma Sicong. Der Hochschulprofessor musste 1966 China verlassen, erst 1985 wurde der Haftbefehl gegen ihn aufgehoben, zwei Jahre vor seinem Tod. Seine „Nostalgia“ war jedoch stets ein sehr beliebtes Stück in China, wird heute jedoch unter dem Titel „Der Osten ist Rot“ aufgeführt. Bemerkenswert ist dieses Stück, weil sich chinesische und französische Einflüsse treffen. Ma Sicong studierte in den 1920er-Jahren Geige in Paris.

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In Beethovens Sonaten sind Klavier und Geige gleichberechtigte Instrumente: Das gilt auch für die Sonate für Klavier und Violine Nr. 5 F-Dur, wegen wegen ihres durchgehend heiteren Charakters auch „Frühlings-Sonate“ genannt. Und genau das gab den beiden Künstlern die Möglichkeit, ihre jeweilige Spielfertigkeit voll auszuleben, ohne den musikalischen Dialog zu verlassen. Elegant und leichtfüßig, kraftvoll und leidenschaftlich, nachdenklich und offensiv begegneten sich die Instrumente. Hier spielten ein Pianist und eine Geigerin zusammen, die sich bei ihrem Spiel auf einander verlassen können. Harmonie in Reinkultur.

Klangfülle, Virtuosität, überraschende Änderungen des Klangbildes und grundsätzlicher Abwechslungsreichtum charakterisieren die 40-minütige „Kreutzer-Sonate“, die Beethoven im Mai 1803 aufführte. Diese Uraufführung geriet beim Publikum jedoch zur Lachnummer, wie Tianwa Yang dem Publikum erzählte. Und auch der französische Geiger Rodolphe Kreutzer, dem Beethoven das Stück später widmete, konnte mit der Sonate nichts anfangen.

Ein Stück mit Power

Lächelnd kommentierte Tianwa Yang, „vielleicht war sie ihm zu schwer“ – nur um zu beweisen, dass die Sonate sehr wohl „verständlich“ ist und ihr und ihrem congenialen Partner keineswegs „zu schwer“ war. Im Gegenteil. Es ist ein Stück mit „viel Power und vielen schönen Momenten“, um es mit ihren Worten zu sagen.

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