Freilichttheater in Kehl

Heldensaga »Die Nibelungen« mit Witz und Humor erzählt

Autor: 
Ellen Matzat
Lesezeit 3 Minuten
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18. Juli 2019
Siegfried von Xanten (Ozan Akhan, links) wird von Kriemhild (Aisha-Lina Löbbert) freundlich begrüßt. Rechts König Gunter von Burgund (Tom Simon).

(Bild 1/2) Siegfried von Xanten (Ozan Akhan, links) wird von Kriemhild (Aisha-Lina Löbbert) freundlich begrüßt. Rechts König Gunter von Burgund (Tom Simon). ©Ellen Matzat

Ein großartiges Erlebnis boten »Die Nibelungen« vom NN-Theater aus Köln am Wochenende im Rahmen des Open Air-Sommertheaters auf dem Vorplatz des Kulturhauses Kehl. Die Zuschauer waren begeistert und feierten die Schauspieler mit stehenden Ovationen.

Die Geschichte der Nibelungen ist über 1500 Jahre alt und somit eine der ältesten deutschen Geschichten. Das seit 32 Jahren bestehende Kölner NN Theater erzählte die fantastische und dramatische Sage völlig neu. Jeder der fünf Schauspieler des Ensembles schlüpfte im Verlauf des Abends in sechs bis sieben Rollen. 

»Das ist schon fast eine Komödie«, schmunzelte Horst Kehl aus Kehl. Ihm gefiel, dass die ihm bekannten Figuren aus der Sage wie Siegfied, Kriemhild, oder Giselher einmal ganz anders dargestellt wurden. »Auf solche Ideen muss man erst mal kommen«, lachte er. »Ich finde es auch total witzig«, pflichtete Edeltraud Maurer aus Ettenheimmünster bei, die auch den Hut vor der grandiosen Leistung der Schauspieler zog. »Sehr beeindruckt« zeigte sich auch Manfred Kruss aus Kittersburg.

Beachtlich war, mit wie wenig Requisiten und Bühnenbild das Stück auskam. Schaufel­stiele verwandelten sich von Degen in Ruder, Schiffsmast, Treppe und sogar in den Odenwald, was allerdings mit schallendem Gelächter quittiert wurde. »Wir wollten die Geschichte erzählen, wie wir denken, dass sie ist, aber angereichert mit dem, was für unser Theater typisch ist: viel Spaß, Witz und große Bilder«, erklärte Irene Schwarz, die unter anderem Brunhild von Isenland und Gernot spielte. Da man aus dem Straßentheater komme, seien ihre Stücke immer so, dass man zuvor keine Reclamhefte lesen müsse, um Spaß zu haben, erklärte sie. 

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Mord im Odenwald

Die Sage handelte vom fast unverwundbaren Siegfried von Xanten, dem Drachentöter, seiner großen Liebe Kriemhild und von König Gunter von Burgund, der unbedingt Brunhild von Isenland heiraten wollte. Siegfrieds verwundbare Stelle wurde verraten und er wurde im Odenwald von Hagen von Tronje umgebracht. In den Hauptrollen spielten Siegfried von Xanten (Ozan Akhan), Kriemhild (Aisha-Lina Löbbert), König Gunter von Burgund (Tom Simon), Hagen von Tronje (Didi Jünemann), Giselher, Komponist und musikalischer Leiter war Bernd Kaftan, Regie führte George Isherwood.

Etwas ganz Besonderes war die musikalische Unterstützung des Kehler Kammerchores unter der Leitung von Ellen Oertel. Stücke wie den Schlager »Dschingis Khan«, das französische Trinklied »Tourdion« aus dem Mittelalter oder das sphärische »Isenland« aus der Feder von Bernd Kaftan bekam der Chor im Januar zum Einstudieren. Im Frühjahr kamen Irene Schwarz und Bernd Kaftan zur Vorbesprechung in einer Probe vorbei. Eine kurze Generalprobe fand unmittelbar vor der ersten Aufführung am Freitag statt, die aufgrund des schlechten Wetters in die Stadthalle verlegt wurde. »Es hat unheimlich Spaß gemacht«, bestätigte Oertel. Die Schauspieler seien unglaublich locker und fröhlich bei der Sache und versprühten viel Spielfreude, meinte sie. 

»Die Nibelungen« hatten 2004 Premiere. Sie sind eines der ältesten Stücke des NN-Theaters und gerade auf Abschiedstournee. Im aktuellen Repertoire befinden sich auch »Das kalte Herz«,»20 000 Meilen unter dem Meer« und »Luther«. 

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