Faye Dunaway wird 80

„Ich bin ein wenig anstrengend“

Autor: 
dpa/red
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13. Januar 2021
Faye Dunaway und Warren Beatty in „Bonnie und Clyde“

Faye Dunaway und Warren Beatty in „Bonnie und Clyde“ ©Foto: Warner

Als Gangsterbraut in „Bonnie und Clyde“ wurde die junge Schauspielerin Faye Dunaway an der Seite von Warren Beatty berühmt. Ein Patzer auf der Oscar-Bühne brachte beide Jahrzehnte später wieder ins Rampenlicht.

Los Angeles - Ein Riesenpatzer vor einem Millionen-Publikum katapultierte Faye Dunaway vor vier Jahren ins Rampenlicht. Mit Warren Beatty stand die Schauspielerin 2017 auf der Oscar-Bühne, um den Gewinner der Spitzentrophäe als bester Film zu verkünden. Doch in dem vermeintlichen Sieger-Umschlag steckt die falsche Karte. Dunaway liest laut „La La Land“ vor. Erst nach Schreckensminuten wird korrigiert: „Moonlight“ ist der Gewinner.

Schuld hatten die Helfer hinter der Bühne, doch Dunaway und Beatty, das inzwischen ergraute Gaunerpaar aus „Bonnie und Clyde“, bekamen die erste Kritik ab. Die Hollywood-Legende, die an diesem Donnerstag (14. Januar) 80 Jahre alt wird, meldete sich erst zwei Monate nach der Oscar-Panne öffentlich zu Wort. Sie sei „völlig verdutzt“ gewesen und habe sich „sehr schuldig“ gefühlt, räumte die Schauspielerin in der Sendung NBC Nightly News ein.

Lässige Leinwand-Powerfrau

„Warum habe ich nicht den Namen Emma Stone auf der Karte gesehen?“, sinnierte der Star. Das Kärtchen bezog sich auf die beste Hauptdarstellerin (Stone) aus dem Filmmusical „La La Land“. Ein kleiner Trost: bei der folgenden Oscar-Gala 2018 konnten Dunaway und Beatty den Patzer wieder gutmachen. Sie präsentierten erneut den besten Film, fehlerfrei für „Shape of Water – Das Flüstern des Wassers“.

Auf der Leinwand war Dunaway über Jahre hinweg die lässige und treffsichere Powerfrau. Als eiskalte Gangsterbraut in „Bonnie und Clyde“ (1967) brachte sie Beatty das Fürchten bei. In „Thomas Crown ist nicht zu fassen“ (1968) war sie so kaltblütig wie ihr Leinwandpartner Steve McQueen. Als undurchsichtige Blondine brachte sie in „Chinatown“ (1974) Jack Nicholson aus der Fassung.

In der schwarzen Komödie „Network“ (1976) agierte sie als berechnende Karriere-Frau - und holte damit ihren ersten und bisher einzigen Oscar. Zuvor war sie zwei Mal für den begehrten Filmpreis nominiert worden („Bonnie und Clyde“, „Chinatown“).

Auch im Alter steht die Schauspielerin noch vor der Kamera

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Die herbe Hollywoodschönheit mit auffällig grünen Augen und hohen Wangenknochen steht auch im Alter noch vor der Kamera. 2017 drehte sie den Gruselstreifen „The Bye Bye Man“ und mit Nicolas Cage den Thriller „Tödliches Verlangen“. Für den französischen Regisseur Frédéric Jardin sagte sie zuletzt eine Rolle in dem geplanten Thriller „Visceral“ zu.

Mit dem Einpersonenstück „Tea at Five“ kehrte sie 2019 zu ihren Anfängen als Schauspielerin zurück. Auf der Theaterbühne in Boston verwandelte sich Dunaway in die Filmlegende Katharine Hepburn. Anfang der 1960er Jahren hatte sie an der Universität Boston Schauspiel studiert. Am New Yorker Lincoln Center lernte sie unter Anleitung des legendären Regisseurs Elia Kazan.

„Ohne das Handwerk vom Theater und ohne das Wissen, eine lebendige und echte Darbietung zu geben, hätte ich keine Filme drehen können“, sagte Dunaway 2019 der Zeitung „The Boston Globe“.

„Ein bisschen heiß und kalt kann nicht schaden“

Nach ihrem Oscar-Sieg für „Network“ (1977) und dem Scheitern ihrer ersten Ehe mit dem Rockmusiker Peter Wolf lebte Dunaway zeitweise in England. Sie heiratete den britischen Fotografen Terry O’Neill. Ihr Adoptivsohn Liam kam 1980 zur Welt. Auch die zweite Ehe ging nach wenigen Jahren auseinander.

Mir dem Porträt einer Trinkerin in dem Bukowski-Film „Barfly“ (1987) an der Seite von Mickey Rourke feierte Dunaway ein Hollywood-Comeback. Die Filmdiva begleitet allerdings auch der Ruf, kapriziös und schwierig zu sein. Im Interview mit der Zeitschrift „Esquire“ räumte sie 1999 ein: „Ich bin ein wenig anstrengend, aber damit erregt man Aufmerksamkeit. Ein bisschen heiß und kalt kann nicht schaden.“

Etwa bei den Dreharbeiten für „Chinatown“ soll es zwischen Regisseur Roman Polanski und seiner Hauptdarstellerin zu heftigen Wutausbrüchen gekommen sein. Dies könnte Stoff für den geplanten Film „The Big Goodbye“ unter der Regie von Oscar-Preisträger Ben Affleck sein. Vorlage ist das gleichnamige Buch von Autor Sam Wasson, der darin der Entstehung des ikonischen Spielfilms „Chinatown“ von 1974 nachgeht, wie das Filmblatt „Variety“ im vorigen August berichtete. Neben Polanski und Dunaway wirkten an dem Kriminalfilm schillernde Hollywoodgrößen wie Jack Nicholson und „Love Story“-Produzent Robert Evans mit.

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