Reingehört in „Gottschalk und Zöller“

In Cargo-Hosen über Mode sprechen

Autor: 
Thomas Klingenmaier
Lesezeit 3 Minuten
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13. Januar 2020
Duo im Studio: Thomas Gottschalk (li.) und Constantin Zöller

Duo im Studio: Thomas Gottschalk (li.) und Constantin Zöller ©Foto: SWR/Markus Vogt

Die neue Musikshow auf SWR 3 mit Thomas Gottschalk und Constantin Zöller hat ihren ersten Durchlauf hinter sich. Die kann sich noch entwickeln – und war vor allem im Videostream pfiffig.

Stuttgart - Am Schluss hat er doch noch ein wenig Dominanz zeigen müssen. „Legende trifft Praktikant“ hat Thomas Gottschalk seine erste Duo-Moderation mit Constantin Zöller auf SWR 3 feixend zusammengefasst. Das wird zwar dem Verlauf der zweistündigen Debütsendung von „Gottschalk und Zöller“ nicht ganz gerecht. Aber man kann verstehen, dass der 69-jährige Altprofi sich selbst ein wenig Mut zusprechen musste. Die paar Musikstücke, die er mitgebracht hatte, „I’m a Wild West Hero“ des Electric Light Orchestras beispielsweise, wirkten verloren in einem vom üblichen SWR-3-Nachmittagssound bestimmten Programm.

Jungmoderator Zöller lobte solche Oldies als okay, aber „leicht angestaubt“. Und ein Hörer bestätigte gegen Ende die schlimmsten Befürchtungen des Radioveteranen: Gottschalks Sprüche seien gut, aber dessen Musik nicht auszuhalten, da höre er lieber Katzen beim Streiten zu.

Locker ohne Mikrofon

Fast rührend war Gottschalks Überraschung, dass ihn im Studio nicht nur Mikrofone erwarteten, sondern Webcams. Wer deren Stream im Netz verfolgte, konnte den Widersinn genießen, dass Gottschalk seinen Spaß an Mode betonte und über Männer im Schlabber-T-Shirt lästerte, selbst aber in T-Shirt und in Cargo-Hose mit Tarnmuster im Studio stand wie der Altroadie einer Drei-Akkorde-Band.

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Was Gottschalk und Zöllner sprachen, während die Mikrofone aus waren, hätte man oft lieber gehört als die Musik. Vor der Kamera wirkte das Duo entspannter, plauderiger als vorm offenen Mikrofon. Da bekam manche Bemerkung etwas leicht Verkniffenes.

Zu jung und zu alt

Am schönsten waren die Momente der Selbstironie. Zöller beklagte, er sei Gottschalks Vorzimmerdame geworden, die Leute versuchten, über ihn an den früheren „Wetten, dass ...?“-Moderator heranzukommen. Gottschalk dagegen legte eine besondere Beziehung zur englischen Königin offen: „Seit dem Tod von Fidel Castro ist sie als einzige länger im Amt als ich.“

Trotzdem: Nur flockig plaudern und einander entlang des Zauns „Du bist zu jung – nein, Du zu alt“ ein wenig zu frotzeln, das unterfordert diese beiden Moderatoren. Gottschalk stöhnte einmal nach Ava Max’ Megahit „So am I“, das sei das Elend der Formatradios: Wo immer auf der Welt er das Radio einschalten, liefen dieselben paar Hits. Darüber könnten die beiden sich ruhig einmal ernsthafter unterhalten.

Termin: „Gottschalk und Zöller“ läuft jeweils montags ab 13 Uhr auf SWR 3

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