London

Internationaler Man-Booker-Preis an Jokha Alharthi

Autor: 
dpa
Lesezeit 2 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
22. Mai 2019
Jokha Alharthi (l) teilt sich den Preis mit ihrer Übersetzerin Marilyn Booth.

Jokha Alharthi (l) teilt sich den Preis mit ihrer Übersetzerin Marilyn Booth. ©dpa - Man Booker International Prize

Der renommierte Literaturpreis Man Booker International geht in diesem Jahr erstmals an eine Schriftstellerin, die auf Arabisch schreibt.

Jokha Alharthi aus dem Oman gewann den Preis am Dienstagabend für ihren Roman «Celestial Bodies» (Himmelskörper) über die Lebensgeschichte von drei Schwestern im Oman, die in der Liebe verschiedene Wege gegangen sind.

Das Preisgeld von 50.000 Pfund (etwa 57 000 Euro) teilt sich Alharthi mit ihrer Übersetzerin Marilyn Booth. In der engeren Auswahl für den Preis war auch die deutsche Autorin Marion Poschmann mit ihrem Roman «Die Kieferninseln» aus dem Jahr 2017. Fünf der sechs Romane in der engsten Auswahl wurden von Frauen geschrieben.

Tiefgreifende Fragen 

- Anzeige -

Der Man-Booker-Preis International zählt zu den bedeutenden Literaturpreisen Großbritanniens. Er wird für ins Englische übersetzte Werke vergeben. Im vergangenen Jahr hatte ihn die polnische Autorin Olga Tokarczuk gewonnen. Mit dem noch bekannteren Man-Booker-Preis wird dagegen jedes Jahr ein in englischer Sprache erschienener Roman ausgezeichnet.

In Alharthis Buch geht es um die Erinnerungen von drei Schwestern an Familienbande und Schicksale, verknüpft mit der postkolonialen Geschichte des Landes auf der arabischen Halbinsel. Alharthis Werk sei kunstvoll und greife «tiefgreifende Fragen von Zeit und Sterblichkeit sowie verstörende Aspekte unserer gemeinsamen Geschichte» auf, urteilte die Jury. «Ein Buch, das Kopf und Herz gleichermaßen gewinnt und es wert ist, darüber zu verweilen.»

«Ich wollte das Leben so darstellen, dass junge Omaner etwas damit anfangen können, und auch ein Bild des Oman im 21. Jahrhundert zeichnen, vor allem für diejenigen, die diesen Teil der Welt nicht so gut kennen», sagte Alharthi in einem Interview mit den Veranstaltern. «Omaner laden andere Menschen durch ihr Schreiben ein, mit offenem Geist und Herz auf den Oman zu schauen. Egal, wo man ist, Liebe, Verlust, Freundschaft, Schmerz und Hoffnung sind überall die gleichen Gefühle.»

Alharthi hat in Schottland klassische arabische Literatur studiert und das Studium dort 2010 mit einem Doktortitel abgeschlossen, wie sie auf ihrer Webseite schreibt. Sie lehrt demnach heute an einer Universität im Oman. Seit 2001 hat sie Romane und Kurzgeschichten veröffentlicht, von denen nach ihren Angaben einige in Übersetzungen in europäischen Literaturmagazinen veröffentlicht wurden.

Weitere Artikel aus der Kategorie: Kultur

Das Poster mit der Sternensammlerin hat Tomi Ungerer 1994 zum 40. Jahrestag der Europäischen Kulturkonvention des Europarates gestaltet.
17.08.2019
Ausstellung im Museum Tomi Ungerer in Straßburg
Im Straßburger Tomi Ungerer-Museum sind nach dem Tod des Karikaturisten und Autors erstmals Zeichnungen und Plakate zum Thema Europa zu sehen. Themen sind die Symbolkraft und die Schwächen Europas und das deutsch-französische Verhältnis, das Ungerer besonders am Herzen lag.   
Bei «Promi Big Brother» geht es jetzt ans Eingemachte.
16.08.2019
Köln
Wer bei der Fernseh-Show «Promi Big Brother» gewinnen möchte, braucht die Stimmen der Zuschauer. Deren Herzen und Empathie versuchen die Kandidaten nicht allzu selten mit emotionalen Lebensgeschichten zu gewinnen.
Spektakuläres Kino: Die Piazza Grande in Locarno.
16.08.2019
Locarno
Wenn am Samstag die Filmfestspiele in Locarno enden, wird nur einer der Filme mit dem Goldenen Leoparden aus dem Festival gehen - 16 Spielfilme und eine Dokumentation haben sich um den Hauptpreis beworben.
Viel Blut ist im Spiel: Luca Salsi als Simon Boccanegra, M).
16.08.2019
Salzburg
Der Reigen der fünf Opern-Neuinszenierungen bei den Salzburger Festspielen ist am Donnerstagabend mit einer umjubelten Premiere von Giuseppe Verdis Oper «Simon Boccanegra» unter Stardirigent Waleri Gergijew abgeschlossen worden.
Der legendäre Aston Martin ist mit zahlreichen Extras ausgestattet.
16.08.2019
Monterey
Ein silbergrauer Aston-Martin-Sportwagen, der durch die James-Bond-Filme «Goldfinger» und «Feuerball» weltberühmt wurde, ist für 6,385 Millionen Dollar (etwa 5,75 Millionen Euro) versteigert worden.
Was kommt heraus, wenn Künstliche Intelligenz Texte verfasst? Zum Beispiel ein Gedicht.
16.08.2019
Frankfurt
«Auf der Flucht gezimmert in einer Sommernacht. Schleier auf dem Mahle. Säumung Nahrung, dieses Leben.» So lauten die ersten Zeilen von «Sonnenblicke auf der Flucht».
horsten Havener gibt Ratschläge zur entspannteren Alltagsbewältigung.
16.08.2019
Interview mit Thorsten Havener
Thorsten Havener ist Mentalist und Körpersprache-Leser. Der 48-Jährige findet es wichtig, gerade in der heutigen digitalen Welt auch mal abzuschalten. Im Gespräch mit der Mittel­badischen Presse erklärt der Buchautor auch, warum Geheimnisse für die Menschen überlebenswichtig sind.  
15.08.2019
Musik-Festival
Zwischen Vietnam-Krieg und Bürgerrechtsbewegung treffen sich 1969 rund 400 000 Menschen auf einem Feld bei New York und feiern drei Tage lang friedlich zu Weltklasse-Musik. Das Woodstock-Festival prägt eine ganze Generation. Was ist 50 Jahre später davon geblieben?
«FIFA» ist eines der meistverkauften Spiele in Europa.
15.08.2019
Kulturkolumne
Von der Krise der Musikbranche ist seit Jahren mit unterschiedlichen Bewertungen die Rede. Dabei wurde in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen, dass trotz sinkendem Umsatz in benachbarten Genres vollkommen neue Plattformen für populäre Musik entstanden sind – mit riesigem Publikum.
Blumen schmücken die Balkone des Rathauses von Marbella.
14.08.2019
Marbella
Auf einem Esel kommt Alfonso Prinz zu Hohenlohe im Scheichkostüm auf die Party geritten. «Arabian Nights» lautet das Motto der Sause im berühmten Marbella Club Hotel - und die Reichen und Schönen, darunter Filmstar Mel Ferrer im gestreiften Kaftan, sind in Scharen gekommen. 
Rob Gnant vor einem seiner Bilder in der Ausstellung «Fokus 50er Jahre. Yvan Dalain, Rob Gnant und "Die Woche"» 2003 in Winterthur.
14.08.2019
Zürich
Der Schweizer Fotograf und Kameramann Rob Gnant ist kurz vor seinem 87. Geburtstag gestorben. Das teilte seine Familie am Mittwoch mit. In Todesanzeigen der Familie und des Filmarchivs in der Zeitung «Tages-Anzeiger» hieß es, Gnant sei bereits am 4. August in einem Altersheim gestorben.
Die Gewalt ist in Rabah Ameur-Zaïmeches Film «Terminal Süd» allgegenwärtig.
14.08.2019
Experimentell
Menschen, die beim Zähneputzen plötzlich singen, Leute, die auf einem Fahrrad in die Wolken schweben, oder Geister Verstorbener, die selbstbewusst durch die Welt streifen: In vielen Filmen des 72. Internationalen Filmfestivals Locarno sind das Selbstverständlichkeiten. Hier gibt Fantasie den Ton an...

Das könnte Sie auch interessieren

- Anzeige -
  • 06.08.2019
    Ratgeber
    Was tun, wenn eine Krise in unser Leben bricht? Der Ortenberger Unternehmer Joachim Schäfer hat mit der Insolvenz seiner Firma genau das durchleben müssen – und einen Weg heraus gefunden. Seine Erkenntnisse teilt er nun in einem Buch, das nicht ein Autor, sondern nur er schreiben konnte, wie...
  • 02.08.2019
    Manufaktur für orthopädische Leistungen
    Am Wochenende beginnt der Spielbetrieb in der Fußball-Oberliga Baden-Württemberg. In den kommenden Wochen folgen dann auch die anderen Ligen. Um die Saison durchhalten zu können, brauchen die Sportler eine gute Fitness, Gesundheit - und das individuell angepasste Schuhwerk. Dieses ist Voraussetzung...
  • 31.07.2019
    Medizin, Kosmetik, Naturheilkunde
    Wer krank ist oder eine Beratung zu medizinischen Themen braucht, für den ist oft die Apotheke die erste Anlaufstelle. Die Stadt-Apotheke in Offenburg, die Apotheke am Storchenturm in Lahr und die Apotheke am Klinikum in Lahr bieten als Partner-Apotheken neben einer freundlichen und qualifizierten...
  • 17.07.2019
    Große Wiedereröffnung
    Nur einige Meter vom alten Standort entfernt – und doch ist alles neu: Am Donnerstag, 18. Juli, öffnet um 8 Uhr im Lahrer Fachmarktzentrum nicht nur ein neuer, sondern zugleich der jüngste und modernste MediaMarkt Deutschlands seine Türen.