Ausstellung

Italien in Potsdam

Autor: 
Jutta Hagedorn
Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
13. August 2019

(Bild 1/3) Das Museum Barberini in Potsdam. ©Helge Mundt/Museum Barberini

Caravaggio und seine malenden Zeitgenossen hat das Museum Barberini in Potsdam aus Italien an die Havel geholt. Doch es ist ein bisschen mehr als nur eine Schau der Meisterwerke des Barock.

»Wege des Barock« nennt sich die aktuelle Schau im Museum Barberini in Potsdam. Wobei »Schau« es nicht ganz trifft. Es ist nämlich auch ein wenig Nachhilfe in deutscher Kulturgeschichte und Barockarchitektur und damit verbunden die Aufforderung, einen sehr langen Spaziergang durch Potsdam zu unternehmen. Quer durch die Stadt vom Alten Markt bis zum Schloss Sanssoucci. Die Kuratoren haben sich nämlich vorgenommen, dem Besucher nicht nur die großartigen Kunstwerke vorzustellen, die im Barock unter dem Einfluss des Italieners Caravaggio entstanden sind und die von ihm ausgehende Entstehung der römischen Barockmalerei nachzeichnen. Die Schau zeigt auch, was gerade unter Friedrich dem Großen in Potsdam passierte – der Einzug Italiens ins Stadtbild. Er selbst fand, das Städtchen sei ein »elendes Nest«. 

54 Meisterwerke aus Rom

54 Meisterwerke aus dem Palazzo Barberini und der Gallerie Corsini in Rom sind zu sehen, darunter Caravaggios immer wieder einnehmendes Bild »Narziss«, Pietro da Cortonas monumentales Deckenbild aus dem Gran Salone des Palazzo Barberini oder zwei Leihgaben der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, »Bathseba im Bade« (1635) und »Lukretia und Sextus Tarqinius« (1630), die seit 250 Jahren erstmals das Neue Palais verlassen haben. 
Der Palazzo Barberini Rom, Vorbild für das Palais Barberini, das Friedrich der Große am Alten Markt erbauen ließ, heute das Museum Barberini, beherbergt eine der wichtigsten Sammlungen römischer Barockmalerei weltweit. 

- Anzeige -

Friedrich und Italien

Das Fresco Crotonas spielt den Machtanspruch einer der bedeutensten Familien in Rom des 17. Jahrhundderts – nämlich der Familie Barberini. Maffeo, der sich im Kreise von Schriftstellern und Malern wohl fühlte, wurde 1623 zum Papst Urban VIII. gewählt, war aber einer der wichtigsten Kunstförderer und machte Rom zur Hauptstadt des Barock. Warum es in Potsdam aber ein Palais Barberini gibt, hat folgenden Grund: Friedrich der Große wollte für Potsdam eine italienische Piazza, der Alte Markt bot sich dafür an. Orientiert hatte er sich an einem Kupferstich, der den Palazzo Barberini zeigte. »Mit diesem Bezug auf den Kunst-Papst Urban VIII. brachte der Preußenkönig seinen Anspruch zum Ausdruck, ebenfalls ein großer Sammler und Kenner der Kunst zu sein«, so das Museum.

Im Auftrag von Friedrich II. und seinem Nachfolger Friedrich Wilhelm IV. wurden weitere Gebäude nach italienischen Vorbildern in Potsdam errichtet. 
So kam man im Museum Barberini auf die Idee, nicht nur die »Wege des Barock« in der Malerei im Museum zu zeigen, sondern zu einem Stadtrundgang zu animieren, der diese italienischen Einflüsse im Stadbild aufzeigt. Eine Audiotour, gesprochen von Günther Jauch, die man über die App des Museums abrufen kann, erklärt Gebäude und historische Hintergründe und macht die Parallelen zu den römischen Originalen deutlich. So gelangt man zu 30 Gebäuden und Kunstwerken. Diese Kombination von Museumsrundgang und Stadtrundgang macht riesigen Spaß und kann bis zum 6. Oktober genossen werden.

Weitere Artikel aus der Kategorie: Kultur

Silvana und Thomas Prosperi singen, machen Musik und spielen mit Worten.
25.01.2020
Faltsch Wagoni in Achern
Silvana und Thomas Prosperi, die als Faltsch Wagoni auftreten, verstehen sich als Gesamtkunstwerk. Was darunter zu verstehen ist, zeigten sie am Donnerstagabend im Bürgersaal Achern mit ihrem Programm „Auf in den Kampf, Amore!“. 
Helmut Zierl (rechts) in der Paraderolle des Willy Loman. Patricia Schäfer (Mitte) spielt seine Ehefrau Linda, Marcel Schubbe (links) den Sohn Happy.
25.01.2020
Artur Millers Drama „Tod eines Handlungsreisenden“ in Lahr
Arthur Millers Drama „Tod eines Handlungsreisenden“ geht nach wie vor unter die Haut. Das 1949 uraufgeführte und im selben Jahr noch mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnete Stück hinterließ am Mittwochabend in Lahr ein beeindrucktes Publikum. Helmut Zierl schlüpfte in die Rolle des gescheiterten Willy...
Micha van de Weg konnte in der Rolle von Freddie Mercury überzeugen.
24.01.2020
Gelungene Queen-Tribute-Show in der Offenburger Oberrheinhalle
Bei „The Spirit of Freddie Mercury“ wurden in der Oberrheinhalle Sound und Show von Queen lebendig. Für das Gänsehaut-Feeling, das den Geist des legendären Frontmanns der Band tatsächlich auferstehen ließ, sorgte die begeisterte Reaktion des Publikums.
Machen keine besonders gute Figur: die Protagonisten des Theaterstücks „Bella Figura“ um TV-Star Doris Kunstmann (Zweite von rechts).
23.01.2020
„Bella Figura“ im Lahrer Parktheater
Die Protagonisten der Beziehungskomödie „Bella Figura“ machten im Lahrer Parktheater nur bedingt eine gute Figur. Das Machwerk von Erfolgsautorin Yasmina Reza ist weder witzig noch spritzig. Vielmehr scheint das Motto Hauptsache schön schlüpfrig und immer ein bisschen peinlich zu lauten. 
Dietrich Mack.
23.01.2020
Kulturkolumne
England hat uns mit Shakespeare einen großartigen Dramatiker geschenk. Doch auch heute ist das Land ein Dramenliefernat: Dafür sorgt schon allein das Königshaus. Dem Drama um den Brexit ist gerade der Sussexit gefolgt. Die Sehnsucht nach Freiheit könnte ansteckend sein. 
21.01.2020
Straßburg-Kultur im Februar
Die Kultur in Straßburg bietet im Februar wieder eine breite Palette an Veranstaltungen.
21.01.2020
35 Jahre Concertino Offenburg
Das Concertino Offenburg feiert in diesem Jahr sein 35-jähriges Bestehen. Am Sonntag ist das erste von drei Konzerten.
20.01.2020
Richard Wagner im Festspielhaus Baden-Baden
Die Wagner-Bilanz des Festspielhauses ist respektabel: Alle in Bayreuth gespielten Werke waren mit Ausnahme der „Meistersinger“ auch in Baden-Baden szenisch oder konzertant zu sehen; einige auch mehrfach. 
20.01.2020
"Wortreich" im Kulturhaus
Das Debut der Wortreich-Reihe im neuen Kehler Kulturhaus eröffnete am Sonntag Thomas Kreimeyer mit seinem „Steh-Greif-Kabarett“, bei dem es keinen festgelegten Ablauf gibt: Wohin die Reise geht, bestimmen die Zuschauer.
20.01.2020
„Frontm3n“ in der Reithalle
Drei Männer, drei Gitarren und ein langer Ritt durch eine glorreiche Vergangenheit. Das war das Konzert der Gruppe „Frontm3n“ in der Offenburger Reithalle am Samstag. Und dazu: beste britische Comedy.
19.01.2020
"Eine Stunde Ruhe" in der Oberrheinhalle Offenburg
Das Stück hieß zwar „Eine Stunde Ruhe“, doch das Publikum in der Oberrheinhalle goutierte die Aufführg mit fröhlichem Gelächter. Das Motto des Abends lieferte Michaels Schallplatte: „Me, myself and I“.
19.01.2020
Horst Maria Merz mit Georg Kreisler in der Illenau
„Weil ich unmusikalisch bin“ hatte Horst Maria Merz sein Kreisler-Programm überschrieben, mit dem er im bestens besetzten Illenau-Festsaal in Achern starken Anklang fand.

Das könnte Sie auch interessieren

- Anzeige -