Offenburg

Kastagnetten im Kreuzgang

Bettina Kühne
Lesezeit 3 Minuten
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29. Mai 2023
Zu einem „Tanz durch die Zeit“ bittet das Strasbourg Brass Quintet bei seinem Auftritt im Kreuzgang. 

Zu einem „Tanz durch die Zeit“ bittet das Strasbourg Brass Quintet bei seinem Auftritt im Kreuzgang.  ©Marion Hegenhauser

Die sommerliche Kammermusikreihe in Offenburg wartet mit einem facettenreichen Programm auf. Bei schlechtem Wetter steht jetzt die Matthias-Kirche zur Verfügung.

Eine praktische Neuregelung gibt es für die Kreuzgang-Konzerte des Offenburger Streichtrios: Ist das Wetter schlecht, können sie erstmals direkt nebenan in der Matthias-Kirche stattfinden. Diese gehört zum Kreuzgang des ehemaligen Kapuzinerklosters, heute Grimmelshausen-Gymnasium. Bei unsicherer Wetterlage sei es immer verwirrend gewesen, lässt Edgar Common, seit 30 Jahren Leiter des Kulturbüros Offenburg, durchblicken. Er verwaltete das „Wetter-Handy“, das auch in diesem Jahr aktiv sein wird. „Im Vorverkauf stellen wir 110 Karten ein“, so Common. So viele Sitzplätze hat das Kirchlein. Spielt das Wetter mit, stehen abends nochmals über 70 weitere Tickets zur Verfügung.
Die Kammermusikreihe wartet mit einem facettenreichen Programm auf. Den Auftakt bildet die „Italienische Serenade“, welche das Trio am Sonntag, 18. Juni gestaltet. Unter anderem soll das berühmte Fandango-Quintett“ von Luigi Boccherini erklingen, der einen Großteil seines Lebens am spanischen Königshof verbracht hatte. Eingesetzt werden also auch Kastagnetten. „Die spielt der Cellist, der hat da eine längere Pause“, führt Frank Schilli vom Offenburger Streichertrio an.
Den Gitarrenpart übernimmt Wolfgang Schubart, Kollege an der Musikschule. Das gilt auch für den Gitarrenpart in Paganinis Werk: Der Teufelsgeiger war nämlich auch auf der Gitarre ein Virtuose. „Er hatte die Gitarre umhängen und wechselt mit der Geige ab“, so Frank Schilli.
Das Streichtrio spielt erstmals Werke von Ermanno Wolf-Ferrari – ein vor dem Zweiten Weltkrieg oft gespielter Komponist. Ergebnis laut Frank Schilli: „Zu Gehör kommt alles, was man sich von einem italienischen Abend wünscht.“
„Tanz durch die Zeit – Gaillard bis Tango“ heißt das Motto am Sonntag, 25. Juni. Das Strasbourg Brass Quintet, mit dem Rolf Schilli über die Philharmonie am Forum in Kontakt kam, spielt die originalen Kompositionen sowie Arrangements aus der eigenen Feder. „Verzichtet wird auf die Tuba: Damals wurde Tenorposaune gespielt“, ordnet Rolf Schilli ein.
Am Sonntag, 2. Juli, werden bei „Zauber der Romantik“ mit Nadja Boulanger, auch als Dirigentin gefragt, und Luise Farrenc, erste Professorin am Pariser Konservatorium, zwei fast vergessene Komponistinnen des 20 Jahrhunderts vorgestellt. Das Bustan-Trio setzt die Stücke mit Klavier, Klarinette und Cello um. Zudem stehen Robert Schumanns Spätwerk und das dem Meininger Klarinettisten zu gewidmete Trio, Opus 114 von Johannes Brahms auf dem Programm. „Er war so beeindruckt von Mühlfeld, dass er doch nochmal zur Feder griff“, sagte Frank Schilli.
Bilder einer Ausstellung mit Anna Adamik am Klavier werden am Sonntag, 9. Juli, präsentiert. Beethovens zweitletzte Klaviersonate Op. 110 und die Ozeanetüde von Chopin spielt Adamik ebenfalls.
Den letzten Abend, 16. Juli, gestalten die Brüder Schilli, von Anke und Andrej Melik sowie Anne Schmidt-Heinrich zum Quintett verstärkt, mit Werken von Robert Fuchs, Joseph Haydn und Franz Schubert. Dessen Quintett in C-Dur, erst 22 Jahre nach seinem Tod uraufgeführt, wird gespielt. Von Fuchs, Lehrer berühmter Komponisten, sind bei „Wien zwischen den Zeiten“ heiter-romantische Streichduette zu hören.


INFO: Die Kreuzgangkonzerte finden in Offenburg von 18. Juni bis 16. Juli statt, Beginn jeweils um 19 Uhr. Tickets gibt es in den Geschäftsstellen der Mittelbadischen Presse. Der Veranstaltungsort wird am Aufführungstag ab 17 Uhr mitgeteilt unter Telefon 0151/46684230.
www.kreuzgangkonzerte-og.de.

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