Offenburger Kreuzgangkonzerte

Klangpoesie von Chopin-Expertin Aleksandra Mikulska

Autor: 
Jürgen Haberer
Lesezeit 3 Minuten
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19. Juli 2019
Ihr Spiel besticht durch Präzision und Ausdruckskraft: Aleksandra Mikulska beim Konzert im Offenburger Salmen.

Ihr Spiel besticht durch Präzision und Ausdruckskraft: Aleksandra Mikulska beim Konzert im Offenburger Salmen. ©Jürgen Haberer

Das Klavierspiel von Aleksandra Mikulska ist geprägt von Intensität und einer expressiven Ausdruckskraft. Am Sonntagabend gastierte die in Warschau geborene Pianistin im Rahmen der Offenburger Kreuzgangkonzerte wieder einmal im Salmen.

Es ist schon ein paar Jahre her, dass sich die vor fünf Jahren zur Präsidentin der Deutschen Chopin-Gesellschaft berufene Pianistin von der Reihe »Weltklassik am Klavier« verabschiedet hat. Aleksandra Mikulska, die zuletzt an Silvester 2014 im Salmen ein Konzert gab, ist seither noch einmal spürbar gereift. Die gebürtige Polin, die seit ihrem 18. Lebensjahr in Deutschland lebt, besticht heute mit einer Intensität und Ausdruckskraft, die ihr Klavierspiel auf eine ganz neue Ebene katapultiert hat. 

Das aufgrund der unbeständigen Witterung am Sonntag vom Innenhof des alten Kapuzinerklosters in den Salmen verlegte Konzert setzte gerade auch in Sachen Chopin neue Maßstäbe. Der Raum zwischen den einzelnen Noten wird mit Leben erfüllt, die weit ausholenden Gesten der Pianistin verweisen in Richtung Himmel und auf das Herz. Der Ton selbst wird in höchster Präzision mit einem Maximum an Ausdruck gesetzt. Aleksandra Mikulska schwelgt nicht einfach nur in der Tonsprache der Romantik. Das Pianissimo wird bei ihr zu einer betörenden Klangpoesie. In der Gegenbewegung manifestiert sich das Fortissimo mit der Kraft einer musikalischen Eruption.

Glanzlichter der Romantik

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Für das Gastspiel im Rahmen der Offenburger Kreuzgangkonzerte hat sie sich eine kleine Reihe musikalischer Glanzlichter der romantischen Klavierliteratur ausgewählt. So das »Capriccio in fis-moll« und das »Intermezzo in A-Dur« von Johannes Brahms. Dazu Frédéric Chopins »Scherzo in b-moll«, das bei Aleksandra Mikulska immer wieder neckend, fast schon schelmisch zwischen den beiden Polen des musikalischen Ausdrucks pendelt. Unmittelbar vor der Pause dann die »Ungarische Rhapsodie« Nr. 11 und 12 von Franz Liszt. Ein furioses Tastengewitter, das den Saal zum Beben bringt und das Publikum förmlich in einen Sog hineinzieht.
 

Der zweite Teil des Abends gehört dann ganz der berühmten »Sonate in h-moll« von Frédéric Chopin. Einem mystisch verklärten Meisterwerk, das für Aleksandra Mikulska auch für ihre Seelenverwandtschaft mit dem von ihr hoch geschätzten Landsmann steht. Die 2005 in Warschau als beste Pianistin Polens ausgezeichnete Klaviervirtuosin wirft hier sprichwörtlich alles in die Waagschale. Kraftvoll und forsch der Einstieg, das »Largo« ein unendlich poetisches Zwischenspiel voller Innigkeit. Am Ende ein förmlich aufwühlendes »Presto«, in das Aleksandra Mikulska noch einmal alles hineinlegt.                      

 

          

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